yi, ar, san, GANBEI!!!

marco · September 29, 2009 · Allgemein · 2 comments

Vor ein paar Stunden hatte ich ein Kurzreferat vor der ganzen Botschaftsmannschaft…

Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes erzählen, etwas wirlich wichtiges.
Ich war “meiner lebtig” noch nie an einem Oktoberfest. Dieser Satz war so etwas vom letztem Samstag, denn nun war ich an einem.
Man stelle sich ein Festzelt vor, lange Tische, Buffet mit deutschen Speisen, eine Band, die alles je da gewesen an nervigem (inklusive s!Närvt) in den Schatten, oder besser gesagt ins Bier stellt und ja eben, überall Bier.
Bier en Masse, oder in der bierigen Sprache: Bier im Mass.
Das ganze allerdings nicht mit Deutschen (die hatte es auch, aber mächtig in der Unterzahl), sondern mit Chinesen.
Schon mal ein Chinese im Geisenpeter-Outfit gesehen. Ja gell, da muss man schon ein wenig schmunzeln bei der Vorstellung.
Diese riesen “Party, Party, Party” wurde nicht von irgendwem organisiert, sondern vom Crowne Plaza, also ein “Prost, Prost, Prost” auf diese Edelhotelkette.

Anfangs habe ich noch gedacht, das halte ich nicht aus, auch wenn mein Niveau noch Verbesserungspotential hat, aber sollte ich hier bleiben, macht es gar keinen Sinn mehr je wieder anzufangen Niveau aufzubauen.
Dieser komplizierte Gedankengang wurde aber schnell mit der weiss scheumenden Flut weggespült.
Irgendeinmal war ich also am Buffet und nahm gerade den grossen Löffel zur Hand um die “Spetzle” auf mein Teller zu schaufeln, da spielte diese Band, mit der Frontfrau die auf der Bühne aussieht wie zwanzig, aber aus der nähe dann klar die fünfzig überschritten hat, doch tatsächlich “and now a song from switzerland: HEIDI!!!” und im nächsten Moment johlten hunderte von Chinesen “Heidiiii, HEIIIDIIII!!! Komm zurück in die Beeergeeee!”
Ganz speziell, wirklich… ganz speziell.

Ein wenig mühsam allerdings, immer wenn ich gelassen am essen war, den Parkettboden im Magen noch mit einem Filz überziehen wollte, damit das Bier etwas leichter fällt, kam wieder das Kommando aufzustehen und zu singen “ein prooossit, ein prooosit, ein prooosit auf Gemütlichkeit” gefolgt von “yi, ar, san, GANBEEEEEIII!!!” und alle mussten mit jedem anstossen, dann noch Bolognese (nicht die Spaghetti) und erst nach dem ganzen Affentheater durfte ich zurück zu meinem Teller, wo das Essen erkältet auf mich wartete.

Plötzlich klöpfelte mir jemand auf die Schulter, ich drehte mich um und ein Chinese, doppelt so breit wie ich, stand vor mir. Er deutete mit seinem Bierglas auf mich und fragte “ganbei?”, ich, natürlich nicht zimperlich, der will ja nur anstossen, klar dabei, wir schlagen also die Gläser zusammen und er ext sein volles Mass leer. Ich deute nur so, bravo, gut gemacht, tolle Leistung und er deutete mir, jetzt sei ich dran. Ich winke ab, mein Glas war voll und ich war voll, ich wollte mich nicht überfüllen. Da klöpfelt es von der anderen Seite auf meine Schulter und die Deutsche neben mir erklärt mir, ja wenn wir eben ganbei gemacht haben, dann muss ich da jetzt mitziehen.
Scheisse!
Ich exte mein Glas und blieb wacklig stehen, trotz dem mir geltenden Applaus drehte ich mich von den Chinesen weg, nur um nicht Gefahr zu laufen noch mehr Kampfexen zu müssen.

Doch sie erwischten mich hinterlistig erneut, zwar später und nachdem ich all mein Bier in mir mit reichlich Wasser verdünnt hatte, aber trotzdem, sie erwischten mich und der dicke Chinese wollte ein neues ganbei.
Ich gab dem dicken zu erklären, er sei aber viel dicker als ich, siehst du, du: dick, ich: schlank, sei nicht fair so zu spielen.
Aber der Dicke hatte ein As im Ärmel, da zauberte er einen seiner dünnen chinesen Kollegen aus der Menge und stellte diesen, welcher bereits kaum mehr stehen konnte, mit vollem Glas vor mich hin.
Ja, was will man machen, Pflicht ist Pflicht.
Jedoch gelang es mir ein wenig zu bescheissen, denn ich tauschte mein volles Glas geschickt mit einem nur halb vollen Glas auf dem Tisch vor mir und exte nur dieses, die chinesische Geisenpeter-Meute bemerkte dies zum Glück nicht.
(Die Fotos wurden übrigens mit der Handykamera geschossen, deshalb die fragwürdige Qualität, aber wirkt irgendwie noch authentisch. Und nein, das da links bin NICHT ich!)

Als dann der Band, nach dem Glöckchen Konzert, dem Nasentrompeter, den Zaubertricks, dem Alphornblasen, dem Trinkwettbewerb, dem Hawaitanzen und jeglichen Solos auch nichts mehr in den Sinn kam, endete mein erstes Oktoberfest.
Sind also ganz witzige diese deutschen Chinesen.
Dagegen war das Bollywood Musical von gestern gleich langweilig dagegen.
Keine Handlung gemischt mit den wildesten Tänzen.
Wenigstens durften wir da ohne ganbei sitzen bleiben und geniessen.

2 Comments:
  1. und wie war dein Kurzreferat? Warst du nervös?

    Corinne · October 01, 2009
  2. Oins, zwoi gsuffä….

    BeTTSCHMAN · October 01, 2009

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