Nuklearer Junge und rostige Taube

marco · March 27, 2011 · Allgemein · 1 comments

Beim Verfassen des letzten Blogs war ich wahrhaftig feurig heiss. Ein brodelnder Vulkan bereit viele Wörter zu spucken. Die Presse ist etwas ruhiger geworden, aber die Situation bleibt leider noch angespannt und tragisch.

Die Japaner sind ja einzigartig, was Problembewältigung betrifft. So haben sie es doch tatsächlich geschafft, eine komplett zerstörte Strasse, die mitten ins Krisengebiet führt, innerhalb von 6 Tagen wieder zu pflügen und befahrbar zu machen. Rekordverdächtig.
Nicht immer aber ist ihre Erklärweise für uns nachvollziehbar. Wie das Video unten schön zeigt, versuchen sie jedoch, gravierende Probleme für jung und alt auf unverkennbar, japanische Art verständlich zu machen:

Die Chinesen sind mittlerweile etwas ruhiger geworden. Wahrscheinlich haben jetzt einige Haushalte Salz im Küchenschrank, der für die nächsten 10 Jahre reicht.
So ist auch der Frühling in Peking eingetroffen. Bei diesen warmen Sonnenstrahlen, welche das Quecksilber schon nahe die 20 Grad Marke kommen liess, kam mir auf einmal meine vergessene Liebe in den Sinn.
Pigeon!
Für jene die es nicht wissen, Pigeon ist mein Fahrrad. Ganz ein klassisches Ding. Ein wenig Angst hatte ich auf dem Weg zum Fahrradunterstand, ob denn die Pigeon den harten Winter überstanden hat.
Bevor ich dies beurteilen konnte, musste ich sie zuerst vom meterdicken Staub befreien. Darunter kam so was ähnliches wie ein Zweirad zum Vorschein. Rostig über alle Berge. Die Pigeon hat sich Rost angelächelt, wie sich ein unlackierter Döschwo in der Schweiz nicht in 20 Jahren annimmt.
Trotzdem, sie fuhr. Allerdings nicht lange und ihr hinteres Fahrwerk machte schlapp. Kein Problem in Peking. An jeder Kreuzung ein Fahrrad-Reparier-Mann. Dieser hat meinem Pigeon in 10 Minuten einen neuen Schlauch, einen neuen Reifen, ein bisschen Öl und eine Staubentfernung verpasst. Ich erinnere mich, dass ich dafür manchmal in der trauten Heimat Wochen warten, und dafür noch das zehnfache hinblättern musste.

Ich gab dem Fahrrad-Reparier-Mann aber auch ein saftiges Trinkgeld dafür. Der soll nur mal seine Jungs auf ein Tsing Tao einladen können.
So gönnte ich mir also ein Kaffee, und Pigeon ein bisschen Öl an der Sonne.
Jetzt fährt sie wieder mein rostiges Stück. Wir kommen uns immer näher wir zwei, vor allem farblich.

1 Comments:
  1. geile berichte, werde von nun an wieder auf dem laufenden sein, yea

    jonas zahnd · April 13, 2011

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