Very contemporary!

marco · October 23, 2010 · Allgemein · 2 comments
Habt ihr schon mal eine fremde Welt betreten.

Ich meine so Richtig.

Mir war dieses Gefühl bis anhin nur vom Tauchen bekannt.

Bis heute…

Aber mal schön der Reihe nach, und die Reihe ist lang.

In Kyoto durften wir in einem japanische Irish Pub Federers Sieg über Djokovic miterleben. Dies wurde im kyotoner Nachtleben bis in die frühen Morgenstunden zelebriert.

Mit noch wakligen Knien der durchzechten Nacht, machten wir uns auf die Pilgerwanderund durch einige der unzähligen Tempel der Stadt.

Eindrücklich kommen sie daher. Unnachahmliche bauten von pomposen Charakter. Die jeweiligen Gärten zu den japanischen Schlössern nicht minder imposant. Man fühlt sich wie in einem Gemälde, wo jeder Farbtupfer sitzt.

Und das Sahnehäubchen auf der Baumkrone, der Bamboo-Grove. Wie in einer Märchenwelt schlendert man durch einen Bambuswald, ständig in der Erwartung gleich den Sebel zucken zu müssen, um gegen üble Samurais anzukämpfen.

Eindrucklich allerdings auch die Schar an Touristen, die leider die Spiritualität der Orte mit ihren Kameras auffressen.



Nachdem Federer dann doch nicht der war, welcher Haibau (das blaue Expo Maskottchen) in den Pokal stellen durfte, ist uns am Montag eine Peinlichkeit unterlaufen.

So paradox es klingen mag, aber wir haben uns mit dem Zug verfahren.

Dies hat dazu geführt dass wir Stunden nachdem wir in Kyoto losgefahren sind, plötzlich völlig überrascht wieder im kyotoner Bahnhof einfuhren. Ä hä.

Dies brachte jedoch schöne Nebeneffekte mit sich.

Wir besuchten ein Konzert im Café independence. Mit beschmiert und abblätternden Wänden, Gäste mit Hornbrillen ohne Gläser kombiniert mit Strickkapen, das Café ein Kunstwerk für sich und DIE entdeckung in Kyoto.Und das Konzert eine Wucht!

Eine Pianistin, begleitet von Bass, Gitarre und Schlagzeug.Lange nicht mehr, habe ich so viel Emotion bei Interpreten, wie auch als Zuschauer gespürt. War das Lied traurig, verwelkten die Artisten. Kam das Leben zurück ins Lied, erblühten sie von neuem und wir Beobachter mit ihnen.

Der Name der Band Jizue.

Nach eine Abstecher im unter die Haut gehenden Hiroshima, befolgten wir den Tipp, den wir in eben diesem Cafe independence erhielten und reisten nach Naoshima.

Eine kleine Insel, welche zur Zeit ein Kunstfestival beherbergt.

Verschiedenste Museen verteile sich auf der ganzen Insel, welche in einer halben Stunde zu durchqueren ist. Überall trifft man auf Skulpturen oder sonstig Ausgelebtes der diversen Künstler.


Das Aushängeschild des ganzen jedoch, das Chichu Art Museum.

Angekündet wurde uns die Ausstellungen als kontemporär. Als wir jedoch beim Namen Monet etwas skeptisch wurden, fragten wir nach:

Is the Exhibiton more traditional or contemporary?

Und die Antwort von einem begkifft wirkenden Museumswärter war:

Oh nono, its VERY contemporary!

Und eben dort in diesem Museum betraten wir neue Welten.

Das mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter ziehen kann war mir bekannt von Konzerten, Filmen und geschriebenen. Bisher jedoch noch nie erlebt habe ich dies beim betreten eines Raumes. Als wir aber diesen Raum, am Boden geziehrt mit Millionen von kleinen Würfelchen, alles ganz in weiss, erhellt durch eine quadratische Spalte in der Decke, welche Tageslicht eindringen liess, barfuss betraten und vor uns dieses riesige Monet Bild erschien, war ich hin, weg und davon.

Dies zog sich durch das ganze Museum so weiter. Das Konstrukt designt von einem Japaner namens Tadao Ando, absolut einzigartig. Mit seinen Lieblingselementen Beton, Stahl, Glas und Holz gelingt es ihm ein Gebilde zu erichten, welches auf abartige Art und Weise sich perfekt in die Natur einbindet.

Googlet ihn. Googlet auch das ‘Benesse House’. Ein Begriff unter Architekten und ebenfalls zu finden auf der Insel Naoshima.

Er ebenfalls der Erfinder von Steinkissen, unten in einem Loch das stylvoller nicht sein könnte.



Auch dem Meisterwerk ‘No time’ von Walter de Maria wird zur Zeit in diesem Museum Plattform geboten. Wie alles in diesen Räumlichkeiten auch diese Werk schlicht. Ein Raum dekoriert mit goldenen Pfeilern an den Wänden und in der Mitte eine Kugel.

Klingt plump. Aber wenn man in diesem riesen Raum steht, ist man so platt, wie von der Kugel überrollt.

Aber vorallem ist da noch ‘Sky Space’ von James Turrel. Der Meister des Lichts.

Bei seinem Werk steht man vor einer Treppe, die zu einem blauen Bild führt. Ungewiss steigt man diese Treppe empor und begibt sich durch den Rahmen ins Bild hinein und wird von blauem Licht verschluckt. Sureal bewegt man sich ins dieser Umgebung umher und wird plötzlich angewiesen stehen zu bleiben, sonst falle man hinunter.

Wo hinunter wurde nicht verraten. Wahrscheinlich in eine Stufe der neuen Welt, wo man danach nicht mehr hinaus findet.

Morgen geht die Reise per Flugzeug weiter auf die Insel Okinawa.

2 Comments:
  1. Komm schon Marco, tue nicht so kindisch. Diese ganze Begeisterung über Japan – ärger als bei einem Teeny.
    Peinlich, Peinlich… 😉

    Löni · October 23, 2010
  2. ich kann deine begeisterung so gut nachvollziehen, lieber marco!

    und ich bin richtig neidisch, dass ihr nach okinawa geht – dort waren wir noch nie. selbstverständlich mag ich euch aber dieses privileg von ganzem herzen gönnen. ich wünsche euch weiterhin eine gute zeit! und noch viele, viele weitere eindrückliche erlebnisse und begegnungen.

    Corinne · October 24, 2010

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