Todestaxi fürs Schätzchen

marco · March 14, 2012 · Beijing · 1 comments

Was erschreckend danach klingt, als wäre gerade jemand durchgeknallte Spielchen am treiben, hat auf englisch ausgedrückt einen ganz anderen Hintergrund:

Death Cab for Cutie

Die Band aus Seattle, Washington gastierte letzten Samstag in Beijing. Nicht oft, aber immer öfter kommt es vor, dass Artisten mit internationalem Charakter der Kapitalen von China einen Besuch abstatten.
Trotzdem, was in der Schweiz als absolut selbstverständlich gilt, ist in China immer noch etwas spezielles. Viel spezieller schon nur deswegen, dass Künstler hier ihr Können auf viel kleineren Plattformen präsentieren dürfen, als sie dies in den Ländern tun, wo sie bereits über Ruhm und Ehre verfügen. Death Cab for Cutie füllen in den Staaten locker ihre Stadien, aber für uns spielten sie in einer Lokalität von der Grösse eines „Bierhübelis“.
Demnach Stimmungsgeladen ging das Konzert auch über die Bühne. Schnell hatten sie das ausverkaufte Haus auf ihrer Seite und führten uns durch eine 2 stündige musikalische Odyssee (wer sie nicht kennt, unbedingt mal ins neuste Album “codes and keys” reinhören).

Konzerte von grossem Charakter hat Beijing, wie hier auch schon berichtet, natürlich auch zu bieten. Dort scheint es jedoch, als wäre diese Sparte eher den ausgelutschten Künstlern überlassen, die auf der verzweifelten Suche nach einem Neuanfang sind.
So zum Beispiel Roxette letzten Montag, die, wie mir ein Kollege erzählt, vor halb leerem und auf Stühle gezwungenen Haus gespielt haben. Andere Beispiele dieser Museumsträchtigen Musikern, die in Beijing eine Plattform zur Neuerfindung sehen und gesehen haben zählen die Backstreet Boys, Westlife, Avril Lavigne, Il Divo und auch Bob Dylan. Alles Titel, wo man, wenn überhaupt, im Westen vor 10 Jahren nervös wurde, jetzt aber nur noch ein müdes Lächeln für sie übrig hat.

Es sind die kleinen Lokale die hier auftrumpfen. Und das ist gut so. The Roots, Andrew Bird und dieses Wochenende Paul Kalkbrenner, um nur ein paar wenige Namen zu nennen, die bei uns einfach mal so vorbeischauen.
Nebst den internationalen Titeln kommen natürliche die asiatischen Bands wie „Hanggai“ und „Carsick Cars“ nicht zu kurz und finden mehr und mehr in Beijing das Publikum, dass sie benötigen um mit ihnen zu wachsen.

1 Comments:
  1. Und wer sass denn bitteschön am Backstreetboy’s Konzert in der ersten Reihe, hä?! Den guten Robert Zimmermann im selben Atemzug wie Westlife oder Il Divo (what the fuck?!!) zu nennen ist selbst für dich geschmacklos, pfui Schlitte, schäm dich! Zieh dir bei Gelegenheit mal die “Second Hand Rose” rein -China Rock vom Feinsten! Noch zu deinem letzten post: so ein paar neue Malls würden Bern nur gut tun – der Loeb platzt aus allen Nähten und ganz Bern ist an den Wochenenden unter den Lauben anzutreffen…

    Xiao ban · March 14, 2012

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