Ich musste also zuerst nach China kommen, um mein allererstes Live Fussballspiel miterleben zu dürfen. Gloubsch? Und es sollte ein torreiches Spiel werden. Gespielt haben die Lokalmatadore Beijing Guoan, gegen die Hass-Rivalen aus Tianjin. Austragungsort war das berühmt, berüchtigte “Workerstadium” im Herzen der Stadt. Bereits auf dem Weg dorthin gehen mit mir zahlreiche, grün gekleidete Fans. Diese vermehren sich beim Näherkommen stets, bis ich mit meinem weissen T-Shirt der absolute Aussenseiter bin in der grünen Masse. Kurzerhand kaufe ich mir auch eines dieser knallig, grünen T-Shirts, so bin ich wenigstens nur noch der Weisse im Gesicht. Welches denn der Starspieler sei bei Beijing Guoan, frage ich den T-Shirt Verkäufer. “Kanuta”, meint er freudig. Klingt nur so halb chinesisch in meinen Ohren. Und als ich den Namen ausgeschrieben vor mir sehe, weiss ich auch warum. Der Spieler im Sturm mit der Nummer 11 ist Franzose und heisst “Kanouté”. Die chinesischen Clubs müssen sich mit den ausrangierten Spielern, wie dem 36 jährigen Kanouté begnügen. Alles andere ist entweder zu teuer, oder der chinesische Fussball schlicht für Stars zu langweilig. So packten auch die Spitzenspieler Anelka und Drogba noch vor Ablauf ihrer Verträge beim Shanghai Club Shenhua gleich wieder ihre Koffer. Wie bei […]
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