Letztes Wochenende war vom toten Fisch bis zu den Schnurrhaaren sehr chinesisch. Und angefangen hat alles es mit einer Katze. Nein, eigentlich nicht ganz richtig. Angefangen hat alles damit, dass man förmlich die Chemie im Wetter riechen konnte und wir eine Möglichkeiten suchten dem Labor zu trotzen. Man tut ja sonst nichts blöderes, und so landeten wir in irgendeinem Hinterquartier Pekings auf der Suche nach einem bestimmten Tierladen. Wir glaubten es selbst fast nicht, als wir unter uns anglotzenden, chinesischen Augen den auch tatsächlich fanden. Eingekerkert von Wohnblöcken an einem Ort in Peking, den wir wohl bei uns als Banlieu bezeichnen würden. Und da trafen wir ihn. Den Baron. Sein grimmiges Gesicht täuscht über seine Herzlichkeit hinweg und wir waren, obwohl eher um uns zu Beschäftigen und nicht aus Kauflust dort, versucht dieses heimatlose Findelkind sogleich als Andenken aus China mit nach Hause zu nehmen. Lange überlegten wir. Noch am Abend, im sehr der Rede wertem “Maison Boulud” gleich neben dem Platz des himmlischen Friedens, wägten wir ab, waren hin und her gerissen. Die Entscheidung lag uns schwer und wäre sie im Suff gefallen, dann hätte ich jetzt wohl einen Lord Baron von Kempinski als Mitbewohner. Doch die Vernunft hat, […]
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Peking ist zur Zeit berühmt, für was es normalerweise nicht berühmt ist. Wasser. Und zwar von oben. Die Fluten habt ihr ja wahrscheinlich mitgekriegt. Vielleicht gar besser als ich. Zu jener Zeit war ich nämlich ausgeflogen. Aber scheinbar sah es tatsächlich so aus, als wäre Beijing dem Untergang bestimmt. Die Stadt war regelrecht am versinken. Die Mehrheit kam mit einem blauen Auge davon, andere wiederum wurden auf tragische Art und Weise von den Fluten verschluckt. Viele Autofahrer wurden bei den Unterführungen von den Wassermassen überrascht und ersäuften ungewollt ihren Motor. Manche dachten darauf, sie können das Unwetter im Auto einfach abwarten. Gar als sich dieses langsam anfing mit Wasser zu füllen, blieben sie weiterhin sitzen. Oft wurden solche Leute in letzter Minute durch eingeschlagene Scheiben von Passanten aus der Falle gefischt. So geschehen bei einem vollgestopften Bus. Für andere wiederum kam jegliche Hilfe leider zu spät. Häufig dabei das Problem also etwas, dass für uns völlig unvorstellbar ist. Eine Vielzahl der Chinesen sind Nicht-Schwimmer. Was uns schon in der Grundschule aufgezwängt und als lästig empfunden wird, ist in China kein grosses Thema. Schwimmen; für uns selbstverständlich, für die Chinesen eine Weiterbildung. Die vielen Opfer des Jahrhundertsturms hat natürlich auch die […]
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