Während Peking in der Pollution verstickt, hält in Shanghai der Frühling Einzug. Pulli-Wetter war angesagt, sowie frische Luft und… umziehen. Umgezogen bin nicht ich, sondern Sarah. Und ihre alte Wohnung gekündigt hat nicht sie, sondern ihre Vermieterin. In China kann das manchmal ganz schnell gehen. „Sie möchten ihren Vertrag verlängern? Sehr schön. Wir leider nicht, denn wir möchten die Wohnung renovieren.“ Da kennen sie nichts, die Landlords. Innert Wochen sieht man sich gezwungen, seine sieben Sachen zu packen, und eine neue Bleibe zu suchen. Zum Glück war Sarah das Glück hold und sie konnte sich schnell eine neue Wohnung sichern. Da in Shanghai alles Zagzag gehen muss, hat man auch entsprechend Möglichkeiten es Zagzag zu organisieren. Der Umzugswagen zum Beispiel ist schnell bestellt. Obwohl, der Ausdruck Umzugswagen gar etwas übertrieben ist. Zügelwägeli trifft vielleicht schon eher die Beschreibung dieses Wagens, der aussah, als hätte er vorher gerade noch ein paar Hühner irgendwo abgeladen. Aussteigen tut ein sympathischer Opa, mit Beret und Brille mit Gläser so dick, als müssten sie schusssicher sein. Und auf einmal ist die halbe Nachbarschaft bei der Umzugsaktion dabei. Die Wächter geben Anweisungen (die niemand braucht), ein Taxifahrer stapelt die Utensilien, der Opa wunder sich über all […]
Read More
Es ist selten, dass man heutzutage noch etwas als “perfekt” bezeichnet. Unsereiner hat ja immer etwas zu meckern. Aber unser letztes Wochenende, das war perfekt! Derjenige welche, der in der Schweiz quasi schon für den Begriff von Perfektion steht, hat am Freitag im Wimbledon Halbfinal das perfekte Wochenende mit seinem Sieg über Djokovic eingeläutet. Jubeln konnten wir in der “WoolooMooloo” Bar im Ausgangsviertel “Lan Kwai Fong”. Wo wir zuerst dachten, es könnte schwierig werden eine Live-Übertragung des Spiels zu finden, zeigte diese Bar den Sportevent auf all seinen TVs und auf einer extra dafür aufgestellten Leinwand. Kein Wunder, die Hong Kong Chinesen scheinen Roger Federer geradezu vergöttern. Jeder Punkt wurde bejubelt, als hätte die eigenen Nationalmannschaft ein WM-Final Tor geschossen. Die Federer-Mania hat Hong Kong voll im Griff. Was hingegen Hong Kong selbst voll im Griff hat, ist Lebensqualität. Am Samstag, wo das tiefe Blau den Himmel zierte, zog es uns nach der obligaten Shopping-Tour, nach draussen ans grün. Grün gemischt mit einem tiefen Blau haben wir in wässriger Form auch bald gefunden. In weniger als einer halben Stunde ist man vom Herzen der Stadt am Strand. Umgeben von grünen Hügeln, mit einer Promenade und charmanten Restaurants, kommt einem hier […]
Read More
Der Ball in Peking hatten wir ja schon, so war es an der Zeit jenen Schweizer Ball in Shanghai auszuprobieren. Die Fliege wurde abgestaubt und das Hemd, nein nicht gebügelt, sondern gleich neu massgeschneidert angefertigt. Das Motto lautete ‘The Port of Shanghai, gate to the world’. Zweifelsohne ist das auch so, Shanghai ist ein Hafen zur Welt. Am Ball kam dieses Gefühl nicht ganz auf. Ein paar wenige Utensilien aus Grossmutters Keller und eine zu laut wingestellte Band, reichen leider noch nicht aus, um internationales Flair aus dem Ärmel zu schütteln. Aber die gute Gesellschaft reichte aus um den Abend glanzvoll zu gestalten. Und die Begleitung verlieh dem Abend das märchenhafte Etwas, was man von so einem Ball erwartet.
Read More
Um 5 Uhr in der Früh aufzustehen ist kein Spass und sollte man nicht unbedingt machen. Schon gar nicht freiwillig. für gewisse Schätze macht man es aber, und für manche Schätze lohnt es sich auch durchaus. Für den nach dem Schatz benannten Haifisch, den “Treasure Shark” zum Beispiel, ist es das Weckerstellen wett. Der ist Frühaufsteher und eigentlich nur in den tiefen Gewässern zu finden. Bei Malapascua jedoch, kommt dieser seltene Gast in tauchbare Gewässer, wo er sich von den vielen Putzerfischen waschen lässt. Gross kommt er daher und seine Flosse in der Form eines Segels, lässt in noch pompöser erscheinen. Andere Schätze fielen plötzlich auch noch ins Meer. Die Spezies der “open water diver”, hat gleich drei neue Arten hervor gebracht, welche nun bereit sind sich in den Weltmeeren zu tummeln. Manche davon, die Sarah unter den frisch zertifizierten Tauchern, tun dies auch schon auf ganz natürliche Art und Weise und begeben sich bereits in etwas tiefere Gewässer auf 25m, obwohl sie ganz theoretisch gesehen nur für deren 18 Meter brevetiert wären. Für verloren gegangene Fische wie den Nemo zu finden, nimmt man diese Dehnung des Zulässigen allerdings locker in Kauf. Die Zeit auf der Insel wurde mit der […]
Read More

Raclette unter Palmen

by marco· December 25, 2011· in Travel· 1 comments tags: Philippinen, Sarah Edmonds
Nichts gegen Tradition, aber dieses Jahr werden diese von uns gänzlich in den Sand gesetzt. Wortwörtlich. Denn dieses Jahr wird unter Palmen und am Strand Weihnachten gefeiert. Die genauen Koordinaten wüsste ich nicht, aber wir sind irgendwo auf den Philippinen. Nördlich von Cebu. Malapascua der Name der Insel. Zusammen bin ich, Adam, hier, mit der Person wo man über solche Tage zusammen im Paradis sein will, mit meiner Eva „Sarah“. Um nicht ganz alle Traditionen über Bord und in das Zulu Meer zu kippen, hatten wir allerdings ein mächtiges Stück Käse im Gepäck, welches heute unter Palmen, über die Kartoffeln aus China gekleckert wurde. Raclette zu Weihnachten gefällig? Mit ein paar Rechaud-Kerzen und einem ausgewaschenen Aschenbecher als Teller, geht und passt das überall. Da geben wir doch einfach weiter, was uns hier von allen Kinder zugerufen wird: Melly Chlismaaaas!
Read More

Sie sind da!

by marco· December 07, 2011· in Beijing· 1 comments tags: Fahrrad, Juan Ly, Sael Um, Sarah Edmonds, Schnee
Es sei sehr dringend, hiess es. Ich müsse sofort ins Büro der Rezeptionistin der Botschaft! Wie sich das für einen System Administrator gehört, kam ich natürlich meiner Pflicht sogleich nach und eilte zu Hilfe. Gerade als ich in das Büro meiner Kollegin am Empfang einbiegen wollte, sehe ich dort vorne dran meine Freunde Sael Um und Juan Ly. Ah cool, denke ich so, sage denen dann später kurz Hallo! Moment… SAEL UM UND JUAN LY!!! Da habe ich es geschnallt. Mir wurde ein übler Streich gespielt, da gab es keinen Notfall, aber eine umso grössere Überraschung. Die Jungs, die sich auf ihre Sattel gesetzt haben und sich von Bern aus Richtung Peking gemacht haben, sind angekommen! BÄM! Man fieberte mit, freute sich über jede erhaltene Meldung, in Gedanken immer mit ihnen dabei, doch wirkten sie noch so unendlich fern und dann plötzlich stehen sie da, als wären sie nur von der Länggasstrasse an die Bernastrasse geradelt. Die Freude war natürlich unermesslich und dies wurde am selben Abend ganz schweizerisch, und Dank der tatkräftigen Mithilfe von S. L. aus U. (tausend Dank), mit einem Fondue besiegelt. Und Ihr Timing konnte nicht besser sein, nur ein Tag nach ihrer Ankunft kam der […]
Read More
Man nehme zwei Fahrräder. Zwei, damit man nicht so alleine ist. Rostig müssen sie sein, sonst werden sie gleich geklaut. Eine Klingel ist empfohlen, um die Fussgänger von der Strasse weg zu klingeln. Bremsen müssen nicht in top Zustand sein, denn gebremst wird hauptsächlich mit den Füssen. Eine Karte ist nicht von Nöten, man fährt nach Gefühl. Am besten durch die French Concession. Die wird ihrem Namen sehr gerecht und man fühlt sich überall anders, als in China. Da gibt es schnuckelige Cafés, schrille Restaurants, Geschäfte mit der hipsten Mode und falls der Reifen mal platt ist, gibt es daneben gleich ein Fahrrad-Mech. Anhalten darf man überall, allerdings nicht zu abrupt, sonst könnte einem das Motorrad hinten auffahren. Sollte man verregnet werden, darf man getrost auf die Ersatzkleider zurückgreifen, die überall herumhängen. Ampeln müssen nicht beachtet werden. Genau so wenig wie die Fahrradsverbotsschilder, die es bei den äusserst engen Strassen hat. Man sei aber auf der Hut vor der Polizei, denn die sind auch auf der Pirsch nach Fahrrädern. Fährt man an der “Tai kan lu” vorbei, sind sie „nicht ganz gebacken“, würde hier der Bäcker sagen, denn da würden sie auch besser anhalten. Schon nur für das blaue Pferd. […]
Read More
Was für ein Theater bis man da mal eine Braut gefunden hat. Suchen, gefunden, zusammen, glücklich, dann doch nicht die richtige, Trennung, unglücklich und wieder suchen. In einer Gesellschaft die rennt und rennt, hat man doch eigentlich gar keine Zeit zu suchen. Da gibt es viel Wichtigeres wie zum Beispiel Karriere und Geld. Eine Zwickmühle, denn Familie ist wichtig, gerade die Kinder sollen den Wohlstand der älteren Generation sichern. Was machen also die in die Jahre gekommenen Eltern von alleinstehenden Kindern in Shanghai? Sie schnappen sich das schönste Foto ihrer Liebsten und gehen damit auf den Hochzeitsmarkt. „Mein Sohn ist mega gut mit Computer und arbeitet für eine amerikanische Firma. Er verdient 6000 RMB (ca. 600 Euro) pro Monat, kommt aus einer guten Familie und hat nichts Schlechtes gemacht“, wird zum Beispiel ein Chinese mit Jahrgang 1982 von seiner Mutter mit Inserat zum „Verkauf“ gestellt. Wenn allerdings Eltern für ihre Töchter einen Mann suchen, läuft es gerade umgekehrt. Es werden Ansprüche gestellt. Auf einen am Boden stehenden Regenschirm angeklebt, die Bedingungen, manchmal mit Foto, manchmal aber auch nicht. Und da klingt es dann schon eher wie bei einer Stellenausschreibung: „Junger Mann gesucht. Hochschulabschluss verlangt. Lukratives Einkommen ein Muss. Keine begangene […]
Read More
Seit kurzem weiss ich, wie es sich im Zoo anfühlen muss. Und zwar als Tier. Die Nationalfeiertage Chinas gehen heute zu Ende. Dies die Zeit, wo fast das ganze Land Ferien hat. Das hat zur Folge, dass das ganze Land unterwegs ist. Ein paar hundert Millionen Chinesen auf Reisen, und mittendrin: wir! Ein Abstecher nach Pingyao war unsere Route. Und da wir bereits grosse Beiträge für den CO2 Ausstoss in der Tropopause geleistet haben dieses Jahr, entschieden wir uns für die Schienen. Am Bahnhof war es wie nach Konzertschluss an einem Open-Air Festival. Unzählige Leute drängten sich vor dem Bahnsteig. Allesamt ausgestattet mit einem Proviant-Sack, der für manche eine Woche gereicht hätte. Der absolute Renner darunter, statt Koffer zu packen, einfach alles in einen leeren Farbeimer zu stecken. Wieso auch Geld ausgeben für teuere Gepäckstücke. Unser Weg führte über Taiyuan. Eine Stadt wie jede andere in China, ausgestattet mit mehr Baukränen als Mülleimer. Bereits da glänzten wir in der Menschenmasse auf, wie Diamanten in der Tropfsteinhöhle und zogen auch demnach die Blicke auf uns. Ankunft Pingyao. Eine der wenige Altstädte Chinas und träger eines Unesco Welterbe Titels. Dank deren Bekannheitsgrad, waren wir bei weiten auch nicht die einzigen Gäste. Eine […]
Read More
Dieser Eintrag wird gestopft wie kein Zweiter. Denn die letzte Woche war vollgepackt, wie der Sack nach dem Einkauf zum BBQ. Als erstes war mal wieder Besuch da. Dieser erwähnenswerte Besuch mit Namen Sarah Edmonds, befand dann auch gleich, dass also die Tördl doch einen etwas schöneren Namen verdient hat. Ist ja schliesslich auch eine Kröte. Nach ein paar Apéros, trugen wir unsere Ideen zusammen und daraus wurde: Rupert Shrimp! Dem Rupert Shrimp geht es mittlerweile ganz gut. Zwar plagt ihn zur Zeit den “Pfnüsel”, denn seine Nase rotzt, was ich irgendwie noch erstaunlich finde bei einem Tier, dass quasi die Nase ständig unter Wasser hält, aber sonst fühlt er sich langsam zu Hause. Immer mehr zu Hause fühle auch ich mich hier in Beijing. Dies nicht unbedingt nur, weil es schon bald zwei Jahre sind, die ich meiner Zeit hier verbracht habe, sondern weil es immer schweizerischer wird. So ist es also keine Seltenheit mehr, in den Supermärkten, in den Restaurants und an Musikfestivals (siehe unten) auf Rivella zu stossen. Dazu gibt es eine Bröschüre. Und in dieser Broschüre haben etliche Rivella-Fans ihr Statement gelassen. So auch ein gewisser Schuppisser. Jawohl, richtig gelesen: Schuppisser! Also ich hätte nicht in […]
Read More