Wie der Name schon verspricht, wird auch dieser Blog krass effizient verfasst. Ich befinde mich jetzt gerade irgendwo in der Tropopause zwischen Shanghai und Peking. Irgendwo zwischen aufgestanden und vor der Arbeit. Links und rechts an meiner Schulter, dösende Chinesen, die sich vom Krach meiner Tastenanschläge nicht stören lassen. Nachdem der letzte Besuch abgezischt war, empfand ich es für mehr als nur richtig, ebenfalls gleich abzufliegen. In dieser Stadt namens Shanghai, die derart vom westlichen Virus geprägt ist, dass man kaum mehr von China sprechen kann, wurde mir eben diese chinesische Effizienz einmal mehr vor Augen geführt. Schlüssel gefällig? Beinahe beängstigend ist es, mit wie wenig Aufwand innerhalb der chinesischen Grenzen, die Kopie eines Schlüssels hergestellt ist. Ein grosser, roter Schlüssel weist auf einem Schild den Weg zu dem unscheinbaren Geschäft. Irgendwo eingeklemmt zwischen zwei Wohnblöcken, gedeckt von einem Plastikdach, wo junge Katzen und das Ungeziefer der Gassen noch nebeneinander leben, sitzt ein Chinese im mittleren Alter auf einem kleinen Plastikhocker. Ob er eine Kopie dieses Schlüssels machen könne? Ohne etwas zu sagen, nimmt er den Schlüssel in seine schmutzigen Hände, dreht und begutachtet ihn von allen Seiten und meint: „mh, hao.“ Der Schlüssel wird in einen Schraubstock eingeklemmt, daneben […]
Read More
Um es vorne weg zu nehmen, nein, wir haben das Erdbeben hier in Beijing nicht gespürt. Was wir jedoch jetzt spüren, ist die gespannte und Besorgnis erweckende Situation in Japan. Am Freitag erhielt ich eine Nachricht aus Japan “we had earthquake…”. Das ist an und für sich nichts spezielles in diesem Land, welches auf sehr belebten Boden lebt. Schon nur daher war die Meldung beunruhigend, denn wäre es ein Routine Erdbeben gewesen, so wie zum Beispiel jenes am Mittwoch davor, hätte es keinen Grund gegeben, mir dies überhaupt mitzuteilen. Die Japaner sagen ja, dass es ca. alle hundert Jahre ein enormes Erdbeben gibt. Das Erdbeben von letzten Freitag war so gesehen überfällig und wurde erwartet. Alles was jeweils bleibt ist, zu hoffen, dass die Sache einigermassen glimpflich verläuft. So makaber es auch klingen mag, war bei diesem Jahrhundertbeben auch Glück im Spiel. Nicht auszudenken wäre das Ausmass der Katastrophe gewesen, wenn das Epizentrum 400 Kilometer weiter westlich, mitten in Tokio, gelegen hätte. Leider kommen jedoch jetzt noch ganz andere verheerende Faktoren dazu. Auch von unserer Botschaft hier in Beijing wurden deshalb die Krisenspezialisten entsandt, um unsere Kollegen vor Ort in Japan zu unterstützen. Zufall oder nicht, meine zwei nächsten geplanten […]
Read More