Das Geschrei von einem Menschenauflauf reisst mich aus dem Schlaf. Ich bin mir gewohnt unsanft aus den Träumen gerissen zu werden, sei es von Baulärm, einem Amok gelaufenen Diebstahlalarm, oder einem Lastwagen, der sich an einem Wendemanöver das Getriebe schleisst. Diesmal aber ist der Lärm ganz anderer Natur. Er kommt von etwas, das nicht ganz typisch für China ist. Der Krach kommt von einer Menschenmasse, die sich auf die japanische Botschaft zubewegt. Eine Demonstration die mehr oder weniger vor meiner Haustür stattfindet. Zur Zeit ist nichts von Friede, Freude, Eierkuchen im Lande China. Der Disput mit Japan, wem denn nun die Diaoyu Inselgruppe zugehört, ist weitgehend ausgeartet. Aber eigentlich ist nur nichts von Friede und Freude. Der Eierkuchen klebt nämlich an der japanischen Botschaft in Peking. Diese ist von rohen Eier zugekleistert. Ich wage mich also hinaus, um dem Ursprung des Kraches auf die Sprünge zu kommen. Die etwa ein Kilometer lange Strasse vor dem Kempinski ist für Verkehr gänzlich gesperrt. Vor der Zufahrt zu meinem Gebäude stehen zirka 10 Polizisten. Über mir kreist ein immer wiederkehrender Helikopter. Das 3G Mobilfunknetz ist am Boden. Es herrschen ähnliche Gegebenheiten wie damals beim arabischen Frühling, wo die chinesische Regierung Angst hatte, ihr […]
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