Wir sind spät. Natürlich sind wir spät. Anfangs sind wir stets gut drin im Zeitmanagement, und am Schluss verlauern wir es doch noch. Eigentlich nicht so schlimm, könnte man denken. Denn, der Film beginnt ja erst in einer halben Stunde. Nicht aber so in Paris. Da muss man gut vor dem Vorstellungsbeginn beim Kino stehen. Aber nicht etwa, weil man die 20 Minütige Werbung, oder die zahlreichen Trailer nicht verpassen möchte. Nein, weil man nicht auf den zwei letzten Plätzen unten links und unten rechts gleich vor der Leinwand enden möchte. Ja, in Paris gibt es keine Platznummerierung im Kino. Da ist es wie bei einem Rockkonzert. Es wird gedrückt, gedrängelt und geschoben. Und die ersten im Saal haben die besten Plätze. Und Leute hat es hier immer im Kino. Paris ist die absolute Kinometropole. Es scheint als sei jeder Bürger im Besitz einer dieser sensationellen “illimité” Karten, das quasi ein General Abonnement ist, um soviel und wann man auch möchte ins Kino zu gehen. Fantastisch! Resultat, die Säle stets bumsvoll, oder zumindest gut besetzt. Es sind aber harsche Kritiker, die Franzosen. Überzeugt ein Film nicht, dann verschwindet der schnell von der Bildfläche. Gewinnt man jedoch der Audienz ihre Herzen, […]
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