In 2 Wochen ist es soweit und die Dreharbeiten zu meinem Filmprojekt beginnen. 3 Drehtage werden es sein. Und diese 3 Tage sollen gut geplant werden. Wir sind also voll in der Produktionsphase angelangt. Für mein Projekt adaptiere ich eine chinesische Legende. Diese spielt in einem Künstler-Atelier und bringt irgendwo im Höhepunkt noch ein Drache mit sich. Diese Geschichte sorgt dafür, dass das Team rund um den Film momentan gut beschäftigt ist. Von Anfang an war uns bewusst, zur Realisierung des 5 minütigen Kurzfilms, werden wir ein paar grosse Hürden nehmen müssen. Die 3 Grössten hierfür sind: ein passender Schauplatz finden, ein weiser alter Chinese für die Hauptrolle besetzen und ein riesiges Gemälde mit Drachen herstellen lassen. Paris ist ja nicht gerade dafür bekannt, dass es freie Räumlichkeiten aus dem Boden spriesst, wie Pilze im Wald. Nein, es ist ein kahler, unfruchtbarer Boden. Und ausgerechnet hier suchen wir ein grosses Atelier. Klar, wir wollen es nur für 4 Tage buchen, 3 Tage drehen und 1 Tag vorbereiten, das sollte die Sache doch vereinfachen. Falsch gedacht, für einige Lokalitäten wollen uns Vermieter 1000 Euro pro Tag (!!!) aus der Tasche ziehen. Das würde das geplante Budget für den Kurzstreifen schlicht sprengen. […]
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Vom Sofa aus in Lugnorre beobachte ich das Lichtspektakel der Sonne, die sich hinter einer Wolke am Horizont versenkt. Farben überall. Heute war der einzige Regentag in meinem ganzen, wenn auch nur kurzen, Aufenthalt in der Schweiz. Aber es fühlt sich alles andere als kurz an. Das vollgepumpte Programm liessen mir meinen Blitzbesuch erscheinen, als wäre ich einen Monat lang in der Heimat gewesen. Für vieles hat es gereicht und das meiste davon wurde noch übertroffen. So wurde zum Beispiel aus einem farbigen Armband am Coldplay Konzert ein Lichterspiel an 48’000 Handgelenken. Aus einem Grossmutter-Spaziergang wurde eine rasante Wanderung auf die Axalp. Auf eine Tennissession folgte ein Hungerrast. Aus einem Termin bei der Dental Hygienikerin resultierte ein weiterer Termin um das Loch gleich zu flicken. Aus einer Karate Lektion wurde Kampfkunst. Aus mehreren Bandproben fruchtete ein wahnsinnig nervendes Konzert mit s!Närvt. Aus dem immer wiederkehrenden Fest auf dem Hügel Lugnorre wurde eine Fete woran sich auch noch die Nachbarn daran erinnern werden. Das zu Hause Lugnorre entpuppte sich von neuem als kleines Paradies. Und die Familie und Freunde sind und bleiben unübertrefflich. Merci Helvetia! Immer wieder schön dich zu sehen.
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Metamorphose

by marco· December 18, 2011· in Travel· 0 comments tags: Juan Ly, Sael Um
Ich habe mir nur mal kurz die Haare gefaerbt. Ich bin um ein paar Zentimeter in die Hoehe geschossen, lache ein bisschen mehr – und vor allem lauter. Ich bin ploetzlich wichtig, habe naemlich die Funktion eines Eidgenoessischen botschaftlichen Systemadministrators inne. Ich bin Marco Tschuy. Und er ist zur Zeit ich. Vielleicht ist er momentan gerade als ich unterwegs, in der digitalen Welt der Blogs, spinnt Geschichten weiter, die sein neu erworbenes Ich zusammen mit seinem Freund zwischen der Schweiz und China auf dem Zweiraeder erlebt hat. Einige Male wurden die Radler auf diesem Blog von dem, der ich momentan bin, als „Helden“betitelt. So ehren- und schmeichelhaft diese Betitelung auch ist, an dieser Stelle muss dennoch auf Einstein zurueckgegriffen, die ganze Sache etwas relativiert werden. Natuerlich: Sieben Monate lang auf dem Rad sitzen kann nicht jeder. Weder der opulenten Oma noch dem mageren Metrosexuellen sei ein solches Projekt nahe gelegt. Doch wer Sport nicht fuer Mord haelt, Freude an Freiheit und Fremdem hat, Unvorhergesehenes liebt und den Lebensstandard gerne mal auf ein Minimum reduziert, dem wird fuer eine eine laengere Radreise nichts im Wege stehen. Unterwegs traf man auf Rentner, Kettenraucher, Familien mit Kleinkindern und Liegefahrraedern. Und wenn auch mit […]
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Sie sind da!

by marco· December 07, 2011· in Beijing· 1 comments tags: Fahrrad, Juan Ly, Sael Um, Sarah Edmonds, Schnee
Es sei sehr dringend, hiess es. Ich müsse sofort ins Büro der Rezeptionistin der Botschaft! Wie sich das für einen System Administrator gehört, kam ich natürlich meiner Pflicht sogleich nach und eilte zu Hilfe. Gerade als ich in das Büro meiner Kollegin am Empfang einbiegen wollte, sehe ich dort vorne dran meine Freunde Sael Um und Juan Ly. Ah cool, denke ich so, sage denen dann später kurz Hallo! Moment… SAEL UM UND JUAN LY!!! Da habe ich es geschnallt. Mir wurde ein übler Streich gespielt, da gab es keinen Notfall, aber eine umso grössere Überraschung. Die Jungs, die sich auf ihre Sattel gesetzt haben und sich von Bern aus Richtung Peking gemacht haben, sind angekommen! BÄM! Man fieberte mit, freute sich über jede erhaltene Meldung, in Gedanken immer mit ihnen dabei, doch wirkten sie noch so unendlich fern und dann plötzlich stehen sie da, als wären sie nur von der Länggasstrasse an die Bernastrasse geradelt. Die Freude war natürlich unermesslich und dies wurde am selben Abend ganz schweizerisch, und Dank der tatkräftigen Mithilfe von S. L. aus U. (tausend Dank), mit einem Fondue besiegelt. Und Ihr Timing konnte nicht besser sein, nur ein Tag nach ihrer Ankunft kam der […]
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Als er vor mir stand, hatte ich das Gefühl, es sei ein Minenarbeiter. Von Kopf bis Fuss von Kohlenstaub bedeckt. Die Taschen Russ übersät. Die Fahrräder unter dem Schmutz kaum zu erkennen. Es regne halt und da würde der Dreck der Kohlekraftwerke auf den Strassen zu groben Schlack geknetet, der sich überall dran haftet. Dies sagte Juan Ly etwa im gleich unspektakulären Ton, wie ich sagen würde „schmeckt gut dieser Kräutertee“. Ja richtig, ich hab sie also getroffen, die zwei Helden Juan Ly und Sael Um, die gleich noch mit dem Frutiger Fred daher kamen. Seit Monaten suchen sie sich auf der Seidenstrasse ihren Weg von Bern nach Peking. Wer diese Geschichte verpasst hat, kann sie hier nachlesen und weiterverfolgen: http://2wheelsblog.wordpress.com/ Unsere Wege haben sich in der Stadt Xi’an programmiert gekreuzt. Diese Stadt, vor allem bekannt durch die Terrakotta Armee, erstaunte mich aber als aller erstes durch ihre Entwicklung… ja Shoppingmöglichkeiten. An einer Strasse, der Hauptachse von Süd nach Nord, war Gucci neben Louis Vuitton, der vis à vis vom Hotel Ritz stand. Einmal mehr habe ich selbst wieder vergessen, dass ich in China bin und es hier keine sogenannten „kleine Städtchen“ gibt. Auch die Arschbacken eines jeden Fahrradfahrers, gerade […]
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