In China gibt es viele Leute. Immer und fast überall. Hier funktioniert die Grundregel nicht “komm wir gehen unter der Woche da hin und das anschauen”. Nein, hier trifft man 7 Tage die Woche Menschenscharen an. Natürlich auch auf der grossen Mauer. Für einmal jedoch wollen wir, zusammen mit meinem Bruder und seiner besseren Hälfte, dieses steinige Stück für uns allein. Per Taxi kurven wir einige Stunden hinaus in die chinesische Pampas. Das Wetter spielt gut mit. Am Tag zuvor hat es geregnet und den Staub von Bäumen und Büschen weg geputzt. Die Farben knallen hervor, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Nach einer Pause bei einer Raststätte, wo wir Cailler Branchli mampfend die Attraktion des Tages darstellen, biegen wir auf eine kleine Nebenstrasse ab. Die schlängelt sich den Hang empor, und zwischendurch erhascht man in der Ferne bereits ein paar Türmchen der Mauer. Bei einer von Hügel eingeschlossenen, rustikalen Baracke halten wir an. Wir sind angekommen beim “Dong Po Inn”. Ein chinesisches Ehepaar hat hier draussen ein Guesthouse errichtet, für genau solche wie wir, die die Mauer einmal nur für sich haben wollen. Der Trick dabei, der Gastgeber späht mit seinem Feldstecher auf die Mauer und schaut, wann […]
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Und wie beinahe schon fast in alter Tradition, hier der Kurzfilm zum ruhigen Pflaster: Und der ultra Kurzfilm zum lauten Pulver: Jetzt müsst ihr euch das Geknalle und den Rauch nur noch in tausendfacher Ausführung vorstellen und ihr habt vielleicht den Hauch einer Idee davon, was in diesem Land zum chinesischen Neujahr abgeht. BÄM!
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Die folgenden Zeilen sind wohl einige der schwersten, die je auf diesem Blog publiziert wurden. Diesmal dienen sie nicht nur der Unterhaltung, sonder dienen sie auch dem Helveten im fernen Osten, seine schweren Augenlider offen zu halten. Tscheggsch? Es lagged der Jet! Frisch gebacken, wie das Buttergipfeli in der neuen Reinhard Bäckerei im Bahnhof Bern, aus der Heimat zurückgekehrt, hat mich die chinesische Heimat wieder. Ein wunderschöner Urlaub war es. Von A wie Weihnachten, bis B wie Neujahr. In den Niederungen fühlte es sich weniger wie ein Winter-, aber wie ein Frühlingsurlaub an. Was nicht daran hinderte, trotzdem den Allerwertesten auf einen Schlitten zu setzen, und beim Kiental den Berg herunter zu rasen. Mal abgesehen vom füddlibluten Asphalt in den Waldteilen, ging das auch ganz tüchtig zur Sache, wie diese ungeschnittene, mit vom Samichlaus überreichter GoPro-Kamera erstellter Aufnahme, beweist: Wofür aber die Schweiz vor allem steht, ist Leckereien. Glaube kaum, dass ich über so kurze Zeit, je soviel Käse zu mir genommen habe. Im Durchschnitt gab es über zwei Wochen verteilt wahrscheinlich jeden zweiten Tag entweder Fondue, oder Raclette. Ist ja auch ganz gesellschaftlich, dieses gemeinsame Käsekleckern. Auf dem teils etwas aufgepimpten Schnee zu Fusse der Eigernordwand, konnte bei strahlendem […]
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Tee gehört zu China, wie die Ovo zur Schweiz. Wir nehmen die Ovo in der Beiz zu uns, und die Chinesen ihren Tee im Teehaus. Allerdings haben diese hübschen Teehäusern den massigen Büro- und Hotelgebäuden zu weichen und man muss sie suchen, um noch welche zu finden. Da mein „Bruder auf Besuch“ mit Ovo wunderbar vertraut ist, nahmen wir die Hürde und machten uns auf ins Tee-Schlaraffenland. Die Suche führt, wie so oft in Beijing, durch Stau oder stockender Kolonnenverkehr. Die Blechlawine geht im Schritttempo voran. Nur zwischendurch überholt uns auf dem Pannenstreifen ein hupender Wagen der Luxusklasse. „Regierung?“, fragen wir und zeigen mit dem Finger auf den vorbeirauschenden Bonzenwagen. „Nein, Leute mit Geld“, meint der Taxifahrer. Aus der Stadt heraus wird es staubig und Menschenleer. Zwischen den Bäumen, versteckt vor der Sonne, halten die Taxifahrer ihren Mittagsschlaf. Ich nehme mein gescheites Telefon zur Hand und kläre ab, wo wir sind. Völlig ab vom Schuss! Unser Fahrer, nachdem er unser Zielort mal angerufen hat, fährt selbstbewusst weiter. Unser Punkt auf dem GPS entfernt sich immer weiter von der Zivilisation. Gerade als ich den Fahrer darauf Aufmerksam machen will, dass er doch mal einen Blick auf mein gescheites Telefon werfen soll, […]
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Das Signal zum Start erklingt. Die Flugbegleiterin versucht uns daran zu erinnern uns anzuschnallen, wird aber vom Turbinenlärm übertönt. Der Pilot gibt Vollgas. Der Film über die Sicherheitsvorschriften wird abgebrochen, und die Bildschirme versenken sich zeitgleich in der Decke, wie der Flieger abhebt. Manchmal geht es schnell mit der Inlandflügen-Fliegerei in China. Aber meistens eigentlich nicht. Wie so oft diese Tage bin ich fürs Wochenende unterwegs nach Shanghai. Ein Tapetenwechsel der anderen Art. Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, wann zum letzten Mal ein Flieger pünktlich abgehoben ist. Anfangs erkundigte ich mich am Schalter noch, ob der Flug pünktlich sei. Die Palette an Fantasieantworten dabei jedoch beachtlich und an Akkurarität derart gleich Null, dass ich mir die Mühe nicht mehr mache. Sagen zum Beispiel die Schaltermenschen von sich aus nichts, dann ist der Flieger ziemlich sicher verspätet. Lautet die Antwort auf meine Frage, ob der Flieger pünktlich sei „ja“, ist er mit aller höchster Wahrscheinlichkeit verspätet. Geben die Angestellten von Anfang an zu, dass der Flieger verspätet ist, dann hat man die prognostizierte Verspätung auf jeden Fall noch zu verdoppeln. Und meine Lieblingsantwort ist die absolut typischste, chinesische Antwort die man in China kriegen kann. Die Chinesen, erpicht […]
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Vom Sofa aus in Lugnorre beobachte ich das Lichtspektakel der Sonne, die sich hinter einer Wolke am Horizont versenkt. Farben überall. Heute war der einzige Regentag in meinem ganzen, wenn auch nur kurzen, Aufenthalt in der Schweiz. Aber es fühlt sich alles andere als kurz an. Das vollgepumpte Programm liessen mir meinen Blitzbesuch erscheinen, als wäre ich einen Monat lang in der Heimat gewesen. Für vieles hat es gereicht und das meiste davon wurde noch übertroffen. So wurde zum Beispiel aus einem farbigen Armband am Coldplay Konzert ein Lichterspiel an 48’000 Handgelenken. Aus einem Grossmutter-Spaziergang wurde eine rasante Wanderung auf die Axalp. Auf eine Tennissession folgte ein Hungerrast. Aus einem Termin bei der Dental Hygienikerin resultierte ein weiterer Termin um das Loch gleich zu flicken. Aus einer Karate Lektion wurde Kampfkunst. Aus mehreren Bandproben fruchtete ein wahnsinnig nervendes Konzert mit s!Närvt. Aus dem immer wiederkehrenden Fest auf dem Hügel Lugnorre wurde eine Fete woran sich auch noch die Nachbarn daran erinnern werden. Das zu Hause Lugnorre entpuppte sich von neuem als kleines Paradies. Und die Familie und Freunde sind und bleiben unübertrefflich. Merci Helvetia! Immer wieder schön dich zu sehen.
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Es plätschern ja hin und wieder Besucher in China ein. Da war es nur eine Frage der Zeit bis meine Regierung, sprich meine Eltern, auch mal eintreffen würden. Den ältesten Bruder hatten sie gleich mit im Schlepptau und so zogen wir durchs Land. Für mich neu diesmal war, dass ich für die Ehrengäste ein Auto organisierte. Ohne Chauffeur, denn fahren kann ich selber, auch wenn es sich beim Gefährt um eine eher klapprige “Peugeot”-Kiste handelt. Eins ist klar, im schweizer Fahrstil käme man in China nicht weit. Da würde man irgend in einer Einfahrt alt und grau dahin vegetieren. Die Devise im pekinesischen Strassenverkehr lautet: drängeln was das Zeug hält. Das funktioniert erstaunlich gut. Teilweise wird im Stau oder stockenden Kollonenverkehr Millimeter Arbeit verrichtet. Und für die Ultra-Drängler, von denen es ein paar Millionen gibt und sich skrupellos an den stehenden Autoschlangen über den Pannenstreifen vorbeischleichen, um dem Vordersten vor die Nase zu fahren, hat man auch ein As im Ärmel parat. Die Hupe! Wo ich in der Schweiz kaum wusste, wo sich diese befindet, wurde ich hier zum regelrechten Hupexperten. Die Frechheit der Chinesen wurde somit gekonnt behupt. Und auch wenn die Effizienz davon in Frage gestellt ist, rein […]
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Man hat eine Reise gemacht. In die Heimat. Mit Hainan. Direkt. Einmal kurz eingenickt und BÄM, da war sie, die Schweiz. Und gezeigt hat sie sich von ihrer Schönsten und Süssesten Seite. Schön, etwa so. Und süss, etwa so. Wie paradiesisch die Schweiz ist, wissen wir ja alle. Darum verliere ich hier keine grossen Worte darüber. Ein paar Notizen habe ich mir allerdings schon gemacht, und die sollen hier unverblümt und unkorrigiert aufgeführt werden: – Der Himmel ist schon blauer – Die muhende Kuh, zusammen mit den Jodlern im Transfer-Zug am Flughafen, lässt mir jedes Mal ein bisschen Wasser in den Augen hervor quellen. Und zwar bei Abreise, wie auch bei Ankunft – Alle Autos glänzen, wie brandneu gekauft aus der Garage – Cailler ist die beste Schokolade der Welt. Da können mir die Belgier noch lange – Die Welt dreht sich hier gemütlich und entspannt. Schon nur die Sprache ist langsam – Überall tummeln sich Familien – Man kann nicht durch Bern laufen, ohne jemanden zu treffen, den man kennt (Dorf) – Null Anonymität – Schweizer sind generell freundlich (vielleicht hängt es auch vom Wetter ab) – Alles ist wirklich bunt und wirklich farbig (vielleicht hängt auch das vom […]
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Bule!!! Zuerst begriffen wir nicht so recht, was die Kinder in einem Dorf am Rande unserer Insel in Lembeh damit meinten. Wir verstanden nur “Poulet” wie Huhn, und begriffen erst später, dass wir eierweissen Touristen damit gemeint waren. In vielerlei Hinsicht waren wir in diesen Ferien fremde Besucher. Allem voran unter Wasser, wo uns einmal mehr das unglaubliche und unfassbare Spektrum des Meeres präsentiert wurde. In der ersten Woche, brachte uns die “Expressair”, mit einem Airbus aus der ersten Generation, mit ein paar Zwischenstopps verteilt über ganz Indonesien, nach Sorong. Von dort aus stiegen wir um auf ein hobbymässig, zusammengeflicktes Boot und dieses brachte uns mitten ins Paradies. Ist ja mittlerweile ein bisschen ein in die Jahre gekommener und oft missbrauchter Begriff: das Paradies. Aber ich wage jetzt zu behaupten, dass diese Insel mit Namen Kri, im Gebiet Raja Ampat, dieser Bezeichnung ganz nahe kommt, wenn nicht sogar voll ins Schwarze trifft. Die Gegend absolut unberührt. An der Grenze zu Papua Neu Guinea, nur ein paar hundert Kilometer von Australien entfernt, eine Inselgruppe am Arsch der Welt. Vereinzelt ein paar Dörfer mit Einheimischen, und irgendwo zwischen Meer und Dschungel, wir. Das Meer in einem blau, das man von dessen Anblick […]
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Vor mir steht ein kühles Bintang Bier. Ferien! Ein paar Vögel haben mich nach Jakarta, Indonesien getragen, wo ich nun auf die Ankunft von Bluts- und sonstigen Brüdern warte. Der Flug bot teilweise spektakuläre Sichten auf scheinbar willkürlich zusammen gewürfelte Wolkenformationen. Schön wieder auf Reisen zu sein. So durfte ich bereits die korrupte Art Indonesiens miterleben. Man muss wissen, hier gibt es sogenannte “Visa on arrival”. Praktisch und unkompliziert. Dieses Visa kostet auch was. Einen Betrag, den man vor dem Zoll zu bezahlen hat, und dann mit dessen Quittung den Visasticker in den Pass bekommt. Ein Chinese hat es leider verpasst, diesen Betrag zu begleichen. Um nicht nochmals die ganze Runde anstehen zu müssen, welche doch etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, entschied er sich dem Zöllner einen roten 100 Hong Kong Dollarschein entgegen zu strecken. Er verbarg es nicht einmal gross, die ganze Schlange konnte bei dem Schauspiel ungeniert zuschauen. Der Zöllner winkte im ersten Moment noch ab. Da zückte der Chinese einen zweiten roten Schein. Der Zöllner bliebt hart und schickte den Chinesen zur Kasse. Dieser jedoch blieb ebenfalls arrogant, hartnäckig und nahm also das ganze Bündel Scheine aus seiner Hosentasche. Er blätterte etwa 5 weitere Rote auf […]
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