Von Fukushima liesst man nichts mehr. Der Zündstoff ist ausgegangen, obwohl die Lunte eigentlich noch brennt. Wie berichtet, hat diese Geschichte ja auch bei uns auf der Botschaft ihre Wellen geschlagen. Vor allem bei den Chinesen war halt die Angst vor einer atomaren Katastrophe, die bis ins Land der Mitte reichen könnte, gross. So begegnete ich einmal auf dem Nachhauseweg einer unserer Lokalangestellten. Es war ein von Smog durchzogener Tag. Der Himmel leicht bedeckt, aber kein Regen in Sicht. Meine Kollegin hatte ihren Kopf, wie eine Rupert Shrimp in ihrem Panzer, dicht unter ihrer Kapuze versteckt. Wovor sie sich denn verstecke, fragte ich mehr zum Spass. Vor den radioaktiven Teilchen die auf sie herunterfallen, meinte sie voll im Ernst. Da sie nicht die einzige zu sein Schien, die davor Angst hatte verstrahlt zu werden, wurde entschieden bei uns auf der Botschaft Messungen aufzustellen. Nicht, dass es nicht schon Messungen der Regierung gäbe. Aber dass ist eben so eine Sache mit den offiziellen Angaben und wie viel Vertrauen man diesen entgegenbringen kann. So werden jetzt wöchentlich bei uns auf Botschaft Messungen nach Radioaktivität durchgeführt. Aufgetragen wurde uns dies von der Zentrale in Bern, ist also nicht auf unserem Mist gewachsen. Und […]
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Den Blog brauche ich jetzt kurz als Ventil, denn ich muss mal ein wenig Dampf ablassen. Die Situation in Japan hält uns weiterhin auf Trab. Mittlerweile ist das auch auf China übergeschwappt. Irgendein Idiot bei der Presse hat in die Welt gesetzt, dass Salz eine gute Wirkung gegen radioaktiv verseuchte Angelegenheiten hätte. Nun sind die Chinesen völlig am durchdrehen und kaufen ganze Geschäfte leer. Dies alles andere als so diszipliniert wie die Japaner. Hier wird geschubst und gedrängt, gebissen und geklemmt. Jeder schaut für sich. Dies die Grundhaltung. In solchen Momenten verfluche ich die Chinesen. Dann plötzlich war überall das Salz ausverkauft. So sind sie dann auf Soya-Sauce umgestiegen, da diese sehr salzhaltig sei. Und mittlerweile machen einige im Internet ein riesen Geschäft, indem sie Salz teilweise zum hundertfachen vom Originalpreis verkaufen. Die Angst ist also gross. Vorallem auch bei den Schweizern. Etliche besorgte Anrufe gehen auf der Botschaft in Peking ein, ob man sich schon mit Jod eindecken soll, wie sieht es mit Flügen aus, ob die Kolonie in China gar Evakuiert würde? Komplett gaga! Die Distanz zwischen Beijing und Fukushima beträgt über 2000 Km. Mehr als damals Tschernobyl zur Schweiz. Einen Vorwurf kann man den Leuten kaum machen. […]
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Erschütternd

by marco· March 13, 2011· in Allgemein· 1 comments tags: Erdbeben, Japan, Osaka, Reisen
Um es vorne weg zu nehmen, nein, wir haben das Erdbeben hier in Beijing nicht gespürt. Was wir jedoch jetzt spüren, ist die gespannte und Besorgnis erweckende Situation in Japan. Am Freitag erhielt ich eine Nachricht aus Japan “we had earthquake…”. Das ist an und für sich nichts spezielles in diesem Land, welches auf sehr belebten Boden lebt. Schon nur daher war die Meldung beunruhigend, denn wäre es ein Routine Erdbeben gewesen, so wie zum Beispiel jenes am Mittwoch davor, hätte es keinen Grund gegeben, mir dies überhaupt mitzuteilen. Die Japaner sagen ja, dass es ca. alle hundert Jahre ein enormes Erdbeben gibt. Das Erdbeben von letzten Freitag war so gesehen überfällig und wurde erwartet. Alles was jeweils bleibt ist, zu hoffen, dass die Sache einigermassen glimpflich verläuft. So makaber es auch klingen mag, war bei diesem Jahrhundertbeben auch Glück im Spiel. Nicht auszudenken wäre das Ausmass der Katastrophe gewesen, wenn das Epizentrum 400 Kilometer weiter westlich, mitten in Tokio, gelegen hätte. Leider kommen jedoch jetzt noch ganz andere verheerende Faktoren dazu. Auch von unserer Botschaft hier in Beijing wurden deshalb die Krisenspezialisten entsandt, um unsere Kollegen vor Ort in Japan zu unterstützen. Zufall oder nicht, meine zwei nächsten geplanten […]
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