Tee gehört zu China, wie die Ovo zur Schweiz. Wir nehmen die Ovo in der Beiz zu uns, und die Chinesen ihren Tee im Teehaus. Allerdings haben diese hübschen Teehäusern den massigen Büro- und Hotelgebäuden zu weichen und man muss sie suchen, um noch welche zu finden. Da mein „Bruder auf Besuch“ mit Ovo wunderbar vertraut ist, nahmen wir die Hürde und machten uns auf ins Tee-Schlaraffenland. Die Suche führt, wie so oft in Beijing, durch Stau oder stockender Kolonnenverkehr. Die Blechlawine geht im Schritttempo voran. Nur zwischendurch überholt uns auf dem Pannenstreifen ein hupender Wagen der Luxusklasse. „Regierung?“, fragen wir und zeigen mit dem Finger auf den vorbeirauschenden Bonzenwagen. „Nein, Leute mit Geld“, meint der Taxifahrer. Aus der Stadt heraus wird es staubig und Menschenleer. Zwischen den Bäumen, versteckt vor der Sonne, halten die Taxifahrer ihren Mittagsschlaf. Ich nehme mein gescheites Telefon zur Hand und kläre ab, wo wir sind. Völlig ab vom Schuss! Unser Fahrer, nachdem er unser Zielort mal angerufen hat, fährt selbstbewusst weiter. Unser Punkt auf dem GPS entfernt sich immer weiter von der Zivilisation. Gerade als ich den Fahrer darauf Aufmerksam machen will, dass er doch mal einen Blick auf mein gescheites Telefon werfen soll, […]
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Es plätschern ja hin und wieder Besucher in China ein. Da war es nur eine Frage der Zeit bis meine Regierung, sprich meine Eltern, auch mal eintreffen würden. Den ältesten Bruder hatten sie gleich mit im Schlepptau und so zogen wir durchs Land. Für mich neu diesmal war, dass ich für die Ehrengäste ein Auto organisierte. Ohne Chauffeur, denn fahren kann ich selber, auch wenn es sich beim Gefährt um eine eher klapprige “Peugeot”-Kiste handelt. Eins ist klar, im schweizer Fahrstil käme man in China nicht weit. Da würde man irgend in einer Einfahrt alt und grau dahin vegetieren. Die Devise im pekinesischen Strassenverkehr lautet: drängeln was das Zeug hält. Das funktioniert erstaunlich gut. Teilweise wird im Stau oder stockenden Kollonenverkehr Millimeter Arbeit verrichtet. Und für die Ultra-Drängler, von denen es ein paar Millionen gibt und sich skrupellos an den stehenden Autoschlangen über den Pannenstreifen vorbeischleichen, um dem Vordersten vor die Nase zu fahren, hat man auch ein As im Ärmel parat. Die Hupe! Wo ich in der Schweiz kaum wusste, wo sich diese befindet, wurde ich hier zum regelrechten Hupexperten. Die Frechheit der Chinesen wurde somit gekonnt behupt. Und auch wenn die Effizienz davon in Frage gestellt ist, rein […]
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Spesen für T8

by marco· August 23, 2011· in Botschaft, Travel· 2 comments tags: Delikatesse, Shanghai
Zirp, zirp. Es zirpte neben mir. Obwohl mir Indonesien immer noch in Gedanken hängt, war mir eigentlich bewusst, dass ich nicht mehr im Dschungel bin. Doch es zirpte weiter. Mitten auf der Strasse. Also doch wahrscheinlich einfach die Geräusche des Grossstadtdschungels Shanghai, dachte ich mir. Da sah ich neben mir, eine Karre voller Tiere. Es war eine Zoohandlung auf Rädern, mit sämtlichen Tieren zum Verkauf. Ich entdeckte Hasen und Mäuse, Bibilis sowie Rupert Shrimps, aber woher das zirpen kam, blieb ein Rätsel. Vorerst. An einer Metalstange angemacht, ortete ich kleine, geflochtene Kuben. Und darin, je eine riesen Zikade, die verzweifelt und eingepfercht vor sich hin zirpte. Als ich proklamierte, dass ich dies noch nie gesehen hätte, wurde mir vorgeworfen, mit geschlossenen Augen durch die Gegend zu stolzieren. Dies gäbe es nun aber wirklich überall in China, ganz sicher auch in Peking. Also gut, “Augen auf” die Devise. Was es aber in Peking definitiv nicht gibt, ist eine derart breitgefächerte Palette an stylischen Lokalitäten wie in Shanghai. In dieser Stadt scheint regelrecht ein Wettbewerb losgebrochen zu sein, wer das genialste Restaurant hinzaubern, oder die ausserordentlichste Bar hinpflanzen kann. Mit Namen wie “Waterhouse”, “Dr. Wine” oder “Cocktail” trumpfen die Bars auf und […]
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Dieser Blog schreibe ich aus zwei Gründen. Erstens, ich möchte eine Aussage aus dem letzten Blog revidieren. Zweitens, geht es um den heissen Topf. Um den “huoguo”. Den Hot Pot! Wer ihn nicht kennt, der wird sich denken, wahrscheinlich wieder so ein abartig, chinesisches Ding, mit lauter Schlangen, Hunden und herumkullernden Augen drin. Um ganz ehrlich zu sein, kann ich die genannten Zutaten nicht einmal ganz in jeder Ecke Chinas ausschliessen. Aber mit ziemlicher Sicherheit behaupte ich nun, dass jeder schon mal so ein Gericht probiert hat. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit nämlich äusserst populär: das “Fondue chinoise”. Der Hot Pot an und für sich nichts anderes. Nur vielleicht dass das “hot” in seinem Namen nicht unbedingt nur für seine Temperatur stehen muss. So probiert letztes Wochenende. Wir besuchten die bekannteste Bude die Hot Pot serviert, und es klingt ausgesprochen fast ein wenig schweizerisch. Wir besuchten das “Haidilau”. Reservationen werden nur bis 6 Uhr angenommen, danach ist das Restaurant auf 3 Stockwerken hoffnungslos ausgebucht. Gäste warten bis zu einer Stunde, oder wenn sie Pech haben noch um einiges länger. Dies nehmen sie aber nicht nur wegen dem tollen Essen einfach so hin, sondern weil ihre Wartezeit auch schön überbrückt wird. Denn […]
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