Plötzlich rattert und pfeift die Kamera und dann wird es gespenstisch still auf dem Set. Es ist klar, da ist was schief gelaufen. Der Blick des Kameramannes ist besorgniserregend. Der Regisseur verliert seine Farbe, und fängt an zu schwitzen. Es ist ein spezielles Set, denn der Film den wir drehen, drehen wir nicht digital, sondern auf dem immer seltener gesehenen Medium Film. 35mm soll es sein. Alte Schule. Die Kamera so alt wie ich. Ein Prachtstück, dass als unzerstörbar gilt. Die Stimmung auf dem Set: konzentriert und fokussiert. Für jede Szene haben wir nur etwa einen Versuch, den der Vorrat an Film ist abgezählt. Die Schauspieler dürfen sich nicht verplappern, eine unscharfes Bild auf Grund eines misslungenen Fokus wäre verheerend, ein Fehler in der Kontinuität unverzeihbar. Und das ist mein Job hier. Ich bin der sogenannte „Script Consultant“. Meine Verantwortung liegt darin, sicher zu stellen, dass der Film zusammen geschnitten werden kann, dass die vorangegangene Szene auf die nächste passt, dass beim Schauspieler von der ersten bis zur letzten Szene gleich viele Hemdknöpfe zu sind. Eine etwas unterschätze Position, gerade speziell wenn wir auf Film drehen. Für jede Szene muss ich haargenau die Zeit nehmen, denn das Museumsstück von einer […]
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