Vom Sofa aus in Lugnorre beobachte ich das Lichtspektakel der Sonne, die sich hinter einer Wolke am Horizont versenkt. Farben überall. Heute war der einzige Regentag in meinem ganzen, wenn auch nur kurzen, Aufenthalt in der Schweiz. Aber es fühlt sich alles andere als kurz an. Das vollgepumpte Programm liessen mir meinen Blitzbesuch erscheinen, als wäre ich einen Monat lang in der Heimat gewesen. Für vieles hat es gereicht und das meiste davon wurde noch übertroffen. So wurde zum Beispiel aus einem farbigen Armband am Coldplay Konzert ein Lichterspiel an 48’000 Handgelenken. Aus einem Grossmutter-Spaziergang wurde eine rasante Wanderung auf die Axalp. Auf eine Tennissession folgte ein Hungerrast. Aus einem Termin bei der Dental Hygienikerin resultierte ein weiterer Termin um das Loch gleich zu flicken. Aus einer Karate Lektion wurde Kampfkunst. Aus mehreren Bandproben fruchtete ein wahnsinnig nervendes Konzert mit s!Närvt. Aus dem immer wiederkehrenden Fest auf dem Hügel Lugnorre wurde eine Fete woran sich auch noch die Nachbarn daran erinnern werden. Das zu Hause Lugnorre entpuppte sich von neuem als kleines Paradies. Und die Familie und Freunde sind und bleiben unübertrefflich. Merci Helvetia! Immer wieder schön dich zu sehen.
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“2013 ist die Markthalle Geschichte” Der Titel des Artikels lässt mich erstarren und ungläubig weiterlesen. Es scheint Tatsache zu werden, in Bern sollen der allseits beliebten Markthalle die Türe verschlossen werden. Und wer wollen sie drin haben? “Einer für das Ganze”! (http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/2013-ist-die-Markthalle-Geschichte-/story/11611652) Das sind beinahe chinesische Zustände. In Peking gehen ganze Quartiere vor die Hunde, nur um einer grossen Einkaufsmeile Platz zu machen. Niedergewalzt wird Kulturgut, damit Gucci eine neue Led-Leinwand dahin platzieren kann. Erst letzthin war es mal wieder so weit und ich konnte mein Haar vom Schopf durchs Nasenloch hochziehen. Dies ist der Moment, wo ich am Morgen aufstehe und es weder Gel noch Dusche gelingt, mein konzeptloses Puff auf dem Kopf wieder zurecht zu rücken. Es war an der Zeit für den Meister der Schere. Meiner einer hat gezügelt und befindet sich in dem sehr anschaulichen Soho im Quartier Sanlitun. Vier weiss, grau geschwungene Türme, die wie horizontale Meerwellen da stehen, umringen einen einsam stehenden, kleineren roten Kegel. Ein Architekt wurde die Ehre zu Teil seine Kindheitsträume im angesagtesten Quartier Pekings auszuleben. Es ist gelungen. Das Gebilde ein Schmaus fürs Auge. Aber auch gerade nur fürs Auge. Beim betreten der Mall überkommt mich ein kalter Schauer. Stinkige […]
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Ist man eine Weile weg von der trauten Heimat, fallen automatisch Dinge auf, die einem sonst vielleicht verborgen bleiben. Hier eine kleine Sammlung davon, was einem Auslandschweizer aus China so ins Auge sticht: – Die helvetische Luft hat enorm viel Sauerstoff – Wie bisher bei jedem Besuch, sind die ÖV-Tickets schon wieder teurer geworden – Jedes zweite Geschäft ist ein Schuhladen – Um Mitternacht ist der Bahnhof voller komischer Gestalten – Parkbussen werden schnell und erbarmungslos ausgeteilt – Auch Schweizer Spuken und Rülpsen – Im Kino gibt es während dem Film eine Pause – In Grächen, Wallis, sind fast alle Serviceangestellte Deutsche – Es wird viel und lange über so manches studiert, vorallem an der Uni – Züri West kann am Tisch nebenan einen Kaffee trinken, und niemand kümmerts – Der Coop im Bahnhof ist durchgehend voller komischer Gestalten – ‘Horror’ scheint das meist gebrauchte Wort in schweizer Schlagzeilen – Jedes dritte Geschäft ist ein Kosmetikladen – Mamas und Papas Küche ist und bleibt die Beste – Man besetzt prinzipiell zwei Sitze im Zug, auch wenn man niemand sonst erwartet – Die Schweizer machen den Chinesen Konkurrenz im Drängeln – Ist da eine Migros, ist der Coop nicht weit – […]
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Gleich gleich

by marco· January 21, 2011· in Allgemein· 0 comments tags: Bern, Schnee, Schweiz
Es ist komisch hier in der Schweiz. Komisch wie alles gleich geblieben ist. Nicht dass ich was anderes erwartet hätte. Und trotzdem, jetzt bin ich da an einer Schulung (Jawohl, und schreibe Blog… Olé!) quasi an meinem Ex-Arbeitsplatz, gehe in die Kantine und dort machen immernoch die gleichen Köpfe zur gleichen Zeit Pause wie schon vor knapp anderthalb Jahren. Bedenklich und auch normal. “Komisch” bitte nicht falsch verstehen. Denn dass es mit den Freunden und der Familie läuft, als hätte ich sie gestern zum letzten mal gesehen ist herrlich, das Bern ein neues Tramsystem beherbergt ist praktisch, und dass das Wetter es nun noch schneien liess schlicht göttlich. Oder wie es der Thailänder ausdrücken würde: Gleich gleich, und doch anders!
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