Suit up!!! (part 1)

marco · November 30, 2009 · Allgemein · 0 comments

Heute werde ich etwas saugemeines machen.
Ich werde euch vom Swiss Ball erzählen.
Ich werde euch erzählen wie lustig dass es war und wie abartig herausgeputzt wir uns dafür haben und am Schluss, werde ich euch Fotos versprechen, die aber erst morgen kommen werden.
Fies!

Eben, Swiss Ball, elegant und so, etwa die halbe schweizer Botschaft vertreten und noch 300 andere Schweizer und Nicht-Schweizer dazu.
Unser Ziel war es, einen Tisch von 10 Personen zu füllen mit Leuten die auch in einer langweiligen Umgebung Stimmung bringen können.
Es ist uns gelungen. Unser Tisch war mit Abstand der lauteste.
Ob wir so die Schweiz diplomatisch vertreten haben? Nein. Dafür war der Diplomatentisch zuständig. Wir haben die Schweiz und ihre gute Laune vertreten.
Viele revolutionäre Sprüche wurden geboten, die meisten davon von unserem Mann aus Chur, Vize-Chef der Visasektion, welcher, wo ihm am Tisch als erstes ein Glas Wasser vor die Nase gestellt wurde und er eigentlich alles andere erwartete und erhoffte in seinem Glas vorzufinden nur meinte: “Warum Wasser?”, oder wie galant er den nicht kleinen Gewürzebündel von seinem Fleisch auf den Tellerrand legte und kommentierte: “Dasch für Küngel!”
Zwischendurch gab es irgendwelche ganz formelle Ankündigungen und Vorführungen, die wir aber irgendwie ein wenig verpasst haben, zu guter Letzt waren wir die ersten und die letzten auf der Tanzfläche, wo gar der Botschafter sich vom Takt mitgerissen fühlte und einige von uns sich bis auf die Knie gehen liessen. Das ich zwischendurch gar einen Preis abgesahnt habe, wurde nebensächlich und der Abend war viel zu schnell um für den Aufwand den wir, allem voran die Frauen (4 Wochen vorher Kleid finden, 3 Wochen vorher mit Kleid zum Schneider zum anpassen, 2 Wochen vorher erneut Kleid anpassen, 1 Woche vorher letzter feinschliff am Kleid, 2 Tage vorher Kleid abholen, am Tag des Geschehens 3 Stunden Coiffure und Schminken), gehabt haben.
Aber es hat sich gelohnt und unsere Frauen waren dann auch wirklich die Schönsten.

Und mit diesem Satz ende ich die Berichterstattung des Balles.

Zur Auflockerung und zum zeigen, dass ich nicht nur am festen bin, mal wieder ein richtig chinesisches Erlebniss.
Am Sonntag bei einem Spaziergang durch den Park just hinter der verbotenen Stadt, war plötzlich ein Chor zu hören.
Aber so richtig!
Viele Stimmen, tiefe Stimmen, schöne Stimmen, es klang wie eine Oper, oder die Proben zu einem neuen chinesischen Filmepos.
Es zeigte sich, dass es die chinesische Version der Heilsarmee war, mit dem Unterschied, dass alle mitsingen, das noch beeindruckend gut und es scheinbar das ganze Jahr über praktiziert wird.

der Dirigent

der Männerchor /der Frauenchor

Ohne Probleme konnten wir uns in die Menschenmassen hineinmischen und der Gesangsqualität lauschen.
Die Chinesen scheinen auch die Gabe zu haben, sich nicht einsingen zu müssen. Nicht nur einmal erschrack ich wie plötzlich ein Chinese hinter mir stand und der ohne Vorankündung und Stimmbandeindehnung inbrünstig anfing zu singen.

Etwas weiter im Park wurde, nebst den Gesängen, noch getanzt und einmal mehr war bewiesen, in Peking muss man nur ein paar wenige Schritte vor die Haustüre machen und man läuft in eine Überraschung nach der anderen.

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