Rostiger Elektro und chinesische Hochzeit

marco · May 23, 2011 · Beijing, Travel · 0 comments

Mein Besuch ist wieder abgezischt.
Dies natürlich nicht ohne grande Finale. Und dieses kam in Form eines Elektro-Festivals. Bereits letztes Jahr ein Renner und so auch dieses Jahr wieder elektrisierend. In mitten rostiger Rohre und verrussten Kaminen durfte zu Musik der DJ Garde Chinas getanzt werden, was die Beine tragen konnten.
Der Nemeth aus der Schweiz also mittendrin im Intro 2011 von Peking.

War nicht das einzige Mal, dass er getanzt hat dieser Nemeth. Peking bekam ihm sehr. Wie jeder Besuch bisher, war auch er positiv überrascht. Ja, die Stadt ist gross. Sie hat kulturell was auf dem Kasten, genauso wie kulinarisch. Hier besucht man den himmlischen Tempel, und lässt sich danach auf ähnliche Höhen tragen mit ein paar von Hand zubereiteten Jiaozi (dumplings). Man salutiert dem Chinesen Mao beim Platz des himmlischen Friedens, gratuliert dem japanischen Sensei in der Küche zum gelungenen Essen und feuert den englischen DJ im Club Suzie Wong an.
Das ist Peking!

Da ja quasi nebenan, brachte mich ein Vogel der China Eastern darauf in die entfernte Nachbarstadt Shanghai.
Grund, Kilian und Iris Entschluss zum Bund der Ehe.
Da habe ich also bis 27 keine einzige Hochzeit erlebt und jetzt innerhalb von einem Monat gleich zwei. Gloubsch?
Und sie hätten verschiedener nicht sein können.
Diesmal ging es etwas chinesisch zu und her. Bei der Zeremonie zum Beispiel, hatte es quasi zwei Entertainer. Die haben dem “Publikum” jeweils signalisiert, wann man nun klatschen und aufstehen darf. Da war auch ein DJ im Hintergrund, welche die Stimmung jeweils passend unterlegt hat. Streicher bei den jeweiligen Ansprachen, Boccelli bei der Ringübergabe und Celine Dion beim zelebrierenden Füllen der Champagner-Gläser. Kein echter Champagner übrigens.

Beim Essen musste das Paar dann mit einem Schwert, dass am Ende mit einer Kerze bestückt war, zwei andere Kerzen anzünden, um diese gleich wieder auszublasen und sich was zu wünschen.
Kurz nach dieser letzten Geste, warteten die Angestellten nicht lange und fingen bereits während die Mehrheit noch am Essen war damit an, die Dekoration zu demontieren. Bei über einer Milliarde Leute muss es bei den Chinesen halt zackzack gehen, sonst kommen die nie alle durch mit heiraten.
Alles etwas ungewohnt, aber natürlich ein sehr gelungener Anlass. Schon nur für die mehreren Kleider und Frisuren der Braut zu sehen und die treffenden Trinksprüche des Bräutigam zu hören, eine Reise wert.
Auch Shanghai, obwohl bei den Pekinesen verpönt, wie Zürich bei den Bernern, durchaus immer wieder attraktiv und einfach irgendwie… anders.
Das ist Shanghai!

Und das ist mein Sechser in der Lotterie, dass ich hier gelandet bin. Und das ist der Vorteil, wenn Besuch da ist, der einem immer wieder vor Augen führt, was für eine aussergewöhnliche Diversität China hervorbringt.
Mir ist bewusst, dass es aus der Ferne sehr schwer ist mir Glauben zu schenken. Gerade da quasi täglich etwas in der Presse steht über China, wo jeden denken lässt “die Spinnen die Chinesen”.
Zugegeben, sie spinnen auch irgendwie die Chinesen. Aber genau das macht es interessant und die Reise hier hin allemal wert.

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