Pick Pocket à la Maroni

marco · November 29, 2010 · Allgemein · 0 comments
Es geht heiss zu und her in Peking.
Und der Titel ist eine wilde Mischung davon, aus zwei unmischbaren Themen.
Ich hab mich ja immer gross eingesetzt, dass Peking wirklich, aber wirklich wirklich, und sehr ziemlich sicher, eine sichere Stadt ist. Bei 16 Millionen Einwohnern (oder sind es jetzt schon deren 17) verdient das Respekt.
Heute dann. Mein lieber Bürokollege kommt mit einer Miene auf die Arbeit spaziert, als wäre über bestimmte Initiativen nicht wunschgemäss Abgestummen worden.
Dann hält er mir seine weissen Iphone Kopfhörer vors Gesicht. Diese bambeln ohne Energiequelle vor mir hin und her.
Sein brandneues Iphone sei gestohlen worden.
Das kann es ja geben. Aber das eigentlich spektakuläre daran ist, dass er mit dem Iphone am Musikhören war (!!!) und es ihm WÄHREND dem Musikhören gestohlen wurde! Gloubsch?
Das ganze geschah bei der U-Bahn Station. Er, des Montag morgens ganz verträumt am Musik hören, plötzlich hört die Musik auf, der Griff zur Manteltasche und Iphone nicht mehr da.
Den Täter auszumachen chancenlos. Keiner rannte davon, keiner blickte verdächtig, oder verlegen drein. Das Iphone mit einem der tausenden Chinesen verschwunden.
Dies kein Einzelfall. Bereits drei genau gleiche Storys, wurde im näheren Umfeld berichtet.
Halt eben doch Grossstadtleben.
Ajajajaj!
Alles andere als heiss scheint es in der Schweiz zu sein.
Die letzten paar Tage erhalte ich lauter Nachrichten aus der Heimat, das der Nikolaus sein Puderdöschen über der Schweiz verschüttet habe.
Das ist natürlich schön und ist euch zu gönnen.
Hier mittlerweile auch A… aha, sehr kalt. Die Teiche sind gefroren und die gelben Bäckchen der Chinesen gerötet.
Trotzdem komme ich nicht in winterliche Stimmung. Da fehlt was. Es zu definieren ist schwer. Irgendwie fehlts in der Luft. Es riecht einfach nicht nach Winter hier. Trotz Nasenhaar zusammen frierender Kälte, riesigen Tannenbäumen aus Plastik und dicken Samichlöisen in jeder Ecke, funktioniert es nicht.
Aber ich bin der Sache schon näher gekommen.
Bei unserem Trip in das staubige Äussere von Peking, wurden wir zum Schluss natürlich auch noch mit Geschenken überhäuft. Dabei war eine Kiste voller “lokaler Dateln”, wie sie es so schön beschrieben haben.
Mit aus Erfahrung berechtigter Skepsis, liess ich diese Kiste vorläufig einfach mal liegen. Es braucht jeweils eine gewisse Zeit, bis Stimmung und Mut stimmen, um einen Biss in unbekannte chinesische Spezialitäten zu wagen.
Ich wurde jedoch vorzüglich belohnt. Denn ich zerbiss ein… Maroni.
Ja wirklich!
Genau so solche, wie sie am Zytglogge vom mürrischen Päpu mit Bart verkauft werden.
Göttlich!
Ich hab jetzt also zu Hause eine Kiste Maroni stehen, die unromantisch mit der Mikrowelle erhitzt, mir ein bisschen schweizer Winter in die gute Stube bringen.
Und wer weiss, vielleicht patzt ja mal wieder einer beim Wetterministerium hier in Beijing, und dann klappts ja vielleicht auch noch mit dem Schnee.

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