Pekinesische Diven

marco · March 19, 2012 · Beijing · 0 comments

Mit etwas kann Beijing mächtig auftrumpfen: Diven.

Wir warten hier ja schon einige Wochen sehnlichst auf den Frühling. Schliesslich ist das Frühlings-Neujahrs-Fest vorbei und diese Diva von einem Frühling könnte jetzt endlich den Vorhang lichten. Und tatsächlich, letzte Woche gab es erste An- und vor allem Sonnenscheine danach.
Die Temperaturen kletterten nach oben in den Zweistelligen Bereich. Die Ohrenwärmer durften in der Tasche bleiben und das Mittagessen bereits draussen zu einem genommen werden. Die Heizung dürfe getrost, wie von der Regierung geplant, am 15. März ausgeschaltet werden. Wir hatten ihn, den Frühling.
So dachten wir jedenfalls.

Es folgte eine Information der Stadtregierung, dass wegen eines bevorstehenden Kälteeinbruchs die “Heiztage” noch um 3 erweitert wurden. Diese 3 Bonustage kosteten die Stadt übrigens 33 Millionen Yuan, also rund 5 Millionen Schweizer Franken. Man rechne sich dies einmal auf einen ganzen Winter aus. Jedenfalls, unsere Hoffnung auf Wärme wurde vorerst etwas abgekühlt.
Und wir sollten auch nicht enttäuscht werden.

Am Samstag kam leider noch nicht der Frühling, aber eine andere Diva zu Besuch. Der deutsche Superstar DJ, Paul Kalkbrenner. Als Diva wird er hier einmal so bezeichnet, weil er sein Publikum, aha, da die Parallele, saumässig lange auf sich hat warten lassen. Seine etwas laschen Beats liessen dies nur teilweise, aber seine Steigerung zum Ende dann doch noch ganz vergessen.

Der Pöile jedoch war nichts im Vergleich zur Frühlings-Diva.
Einen Schritt aus dem Club, zog ich sogleich einen Schuh voll Schnee raus. Während dem wir die eine Diva auf der Bühne begrüssten, hatte sich die andere vorerst einmal gleich ganz abgemeldet. Nix mehr Frühling. Der Winter war zurück.

Beijing im Schnee. Innert Kürze hatte es in ein paar Stunden mehrere Zentimeter Schnee hingeworfen und die Stadt darunter vergraben. Was sonst keiner Regel gelingt, ist dem Schnee auf Anhieb gelungen und er hat die Strassen leergefegt. Die Tempelanlagen kriegten ein weisses Kränzchen verpasst. Die Bäume eine flaumige Pracht. Und die Stadt war still.
Magische Momente.

Danke liebe Winter-Diva für die Zugabe, war wirklich schön.
Aber jetzt aus, fertig und Bühne frei für andere.

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