Ich möchte kurz ein wenig blöffen, denn wenn verdient, dann darf blöffen erlaubt sein.
Lassen wir das Bild, welcher Grund zum Blöff ist sprechen:


Jawohl, eines unserer Staatsoberhäupter war bei uns zu Besuch.
Die Frau Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Sie war zu Besuch mit ihrer Delegation und wurde Anlass auf der Botschaft mal die (Wein)Korken knallen zu lassen. Alle in Beijing, oder waren es jetzt ganz China… hmmm, jedenfalls etliche Schweizer wurden eingeladen, und die Landeswehr aus Freiburg, samt Trompeten, Trommeln, Fahnenschwinger und Alphörnern, kam gleich mit.
Mein Ziel des Abends war ein Foto mit der Bundesrätin. So fragte ich einmal scheu bei unserer Ministerin von der Botschaft nach, ob denn dies möglich sei, ob das im Vornherein abgeklärt werde müsse, Bewilligung einholen, Pass zeigen, Fieber messen, oder ob ich da sogar selbst hingehen und frage dürfe, ohne gleich von den Leibwächtern abgeknallt zu werden.
Sie werde schauen hiess es. Zwei Minuten später kam sie zurück und fragte, ob ich den Föteler parat habe, claro que si, der war ready.
Just bevor es losging, konnte ich die Ministerin gerade noch fragen, ob man die Frau Bundesrätin, mit Frau Bundesrätin ansprechen müsse, ihr reichte es knapp dies mit einem Kopfnicken zu bestätigen, als Frau Widmer-Schlumpf vor mir stand.
Ich “Grüessäch Frau Bundesrätin”
W-S “Grüessäch…”
Irgendeiner, hab nicht gesehen wer, ging alles so schnell “Das isch der Herr Tschuy, ä Botschaftsagsteutä”
W-S “Freut mi, was hättet dir gärn?”
Dann folgt der Dialog mit der Frage fürs Foto, klar kein Problem, Foto wurde vorbereitet, da kam die Anweisung vom Fotografen “Chöit dr no chli zämerücke?”
Da fragt mein Kollege Links auf dem Foto, Endre Adorjani, ein Visaangestellter, die Bundesrätin “Ja, isches erlaubt?” und deutete darauf etwas näher zusammenzurücken.
W-S “Ah ja sicher, gar ke Problem!”
BLING, Foto gemacht, Vielen Dank, Bitteeeee Adeeeeee

Aber wirklich, Frau Widmer-Schlumpf war extrem sympathisch, sehr unkompliziert, absolut menschlich, es wäre gar nicht nötig gewesen im Vorfeld abzuklären für ein Foto, die hat sowieso ständig mit allen geredet und posiert für Erinnerungsbilder. Leibwächter gab es keine auffällige, ein paar Leute waren immer mit ihr, aber ich glaube das waren eher Kollegen.
Als dann eine Kollegin, wo ich für sie das Foto mit der Bundesrätin schiessen musste, Frau Widmer-Schlumpf fragte, ob das hier nicht enorm der Stress sei für sie, meinte diese nur, nein, dass sei alles halb so wild.

Nach diesem Treffen bin ich noch eine Spur patriotischer geworden und als die Landswehr die Schweizer Hymne anstimmte, da spürte ich wie meine Rechte Hand leicht in Richtung Herz zuckte und sich da rauf schleichen wollte.