Passioniert und scharf zur Schlange

marco · February 16, 2013 · Travel · 0 comments

Alle Jahre wieder, chinese new year.
Die weltgrösste Massenmigration, wo Millionen von Chinesen nach Hause zu ihren Familien zurückkehren, um ein paar Kracher krachen zu lassen.
Dazu wünschen sie sich alle gegenseitig ein glückliches neues Jahr und viel Geld. Rote Umschläge werden getauscht mit Geld drin. Am besten 800 Stutz, dann ist es gleich noch eine Glückszahl.

Bei diesem Cabaret müssen wir nicht unbedingt wieder dabei sein, fanden wir, zusammen mit unseren Freunden Michèle und Manu, und so fanden wir uns da wieder, wo es satte 30 bis 40 Grad wärmer ist.
In Vietnam.

Vor 6 Jahre tratt ich in Vietnam bereits eine Reise an, schaffte es jedoch damals nicht bis ganz in den Süden ins Mekong Delta. Diesmal sollte es klappen.
Der Weg dorthin führte über Saigon. Bereits vor 6 Jahren beherbergte die Stadt Motorfahrräder wie ein Imkerstock Bienen, und jetzt, jetzt sind noch ein paar Millionen mehr dazugekommen. In den frühen Morgenstunden gelandet, waren wir über die Ruhe überrascht. Doch die Ruhe war trügerisch. Mit der aufgehenden Sonne kamen die Motorfahrrädern aus ihren Löchern und flitzen durch die Strassen, das man als Fussgänger wie ein Torero vor einer Horde Stieren, umher tänzeln musste.
Auch ein paar Wolkenkratzer hat es gegeben. Aus luftigen Höhen, kann man dem Ameisentreiben weiter unten, etwas entspannter zuschauen.

Verkehr haben wir aber in China selber genug, und wir flüchteten uns auf den ruhigeren Mekong-Fluss.
Wir, zusammen mit unserer in Vietnam residierenden Freundin Jasmin, gönnten uns “das schönste Boot auf dem Mekong”, wie es angepriesen wurde und tatsächlich, sein Name kam nicht von irgendwo.
Das schöne Holzboot, mit seinen gemütlichen Kabinen, tukerlte uns quer durch die vielen Flussabzweigungen, stets der Sonne entgegen.
Wie wir dem Fluss herunter fuhren, fuhren auch wir Geist und Körper herunter und liessen uns verwöhnen. Allem voran von der vietnamesischen Küche auf dem Boot. Frittierter red snaper, zusammen mit frischer Minze und Reisnudeln, womit wir gleich selber unsere Springrolls zusammen rollen konnten.
Fisch in Zitronensauce.
Rind mit Lemongrass.
Oder die traditionelle Pho-Nuddel-Suppe.
Wir wurden dick darin bestätigt, das die vietnamesische Küche nebst jener aus Thailand, eine der attraktivsten ist aus dieser Gegend.

In Can Tho, der grössten Stadt im Mekong, gab es ein Zwischenstopp. Das neue Jahr wird auch in Vietnam eingeläutet. Hierzuland schlicht unter dem Namen ‘Tet’. Visuell weniger durch Feuerwerk markant, dafür aber sind überall auf den Strassen, an Laternen, am Töff und an Kühlerhauben, gelbe Blumen zu finden.

Von der Millionenstadt aus ging die Reise per Propellermaschine weiter auf die Insel Phu Quoc.
Das Meer hatte uns wieder.
Residieren taten wir in der Mango-Bucht. Die wurde ihrem Namen gerecht und wir kamen in den Genuss von unglaublich frischen und schmackhaften Früchten. Papaya zum Frühstück, kennsch?

Nemo haben wir auch gesucht, der hat aber leider zwischen keiner der schönen Korallen hervorgeguckt. Dafür haben wir mächtig grosse Gekkos an unseren Zimmerwänden gefunden. Aus sicherer Höhe haben die uns auf Schritt und Tritt beobachtet und jeden Morgen ein kleines, braunes Präsent auf dem Badezimmerboden hinterlassen. Ein Gagukack ganz im Verhältnis zu ihrer Körpergrösse.

Wo wir das Meer mit Taucherbrille erforschten, erkundigten wir die Insel per Motorrad.
Auf der Suche nach dem paradiesischem Strand bekamen wir auch ganz schön Farbe ab. Nicht unbedingt nur von der Sonne, sondern auch von den staubigen Strassen. Das Baden im Meer somit Pflicht, auch wenn gleich einige von uns dabei einen Stachel vom Seeigel als Souvenir abbekamen.
In der rot glühenden Abendsonne ging die Reise an der Küste entlang, zwischen Kühen und Hühner hindurch, zurück.

Das Jahr der Schlange hat für uns gut begonnen.
Wir spielten Speedminton, bis die Bälle nur noch in den Palmwipfel zu finden waren, genossen neue Drinkkreationen der Insel, mit Dragonfruit und Ingwer, der “Passion Spicy”, und tankten viel Wärme und Vitamin D.

In dem Sinne: gong xi fa cai
Oder gemäss der freien Übersetzung aus dem chinesischen: I wish you a happy new year and a lot of money!

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