Momente

marco · May 17, 2011 · Travel · 0 comments

Irgendwo habe ich einmal gelesen, das Leben werde in Momenten gemessen.
Irgendwie stimme ich mit dem überein.
Sie sind selten. Sie können nicht voraus gesagt werden, und auch nicht wiederhergestellt. Auch schwierig zu definieren ist es, wie sie ausgelöst werden. Aber wenn ich solch einen Moment erlebe, weiss ich es immer sofort. BÄM!!!

In den letzten zwei Wochen, hatte ich gleich mehrere solcher Momente.
Der erste war in Japan.
Es war im Swissotel, gerade beim Zimmer beziehen. Das Zimmer war in einer der oberen Etagen und vor mir erstreckte sich Osaka. Die Luft war klar, die Sicht unendlich weit und die Stimmung perfekt. BÄM!!!

Meine Reise führte ja dann in den Süden Chinas. Wie geschildert, spielte das Wetter nicht ganz mit. Trotzdem konnten wir uns vom Fluss von Guilin nach Yangshuo treiben lassen. Obwohl das Bambusboot aus Plastik war und es immer wieder in Strömen regnete, war die Flussfahrt gemütlich. Wir gleiteten in die Landschaft der Hügel über. Diese schiessen willkürlich zum Boden heraus, wie Finger von einem Riesen der versucht aus der Erde zu kommen. Und trotz einer Armada von Booten und etlichen Paaren, die an der steinigen Bucht ihre Hochzeitsfotos schossen, war es eindrücklich durch diese Hügelformationen zu fliessen.

Eine höllische Busfahrt brachte uns dann vom Fluss ins nächste Dorf. Es war ein besseres Golfmobil, mit Reifen knapp etwas dicker als diese von Mountainbikes. Dies alles hielt den Fahrer nicht davon ab, im strömenden Regen, durch metertiefe Pfützen mit gegen 80 Sachen zu brettern. Das wir hinten ohne Gurten und Türen beinahe aus dem Bus fielen und in den Kurven ganz selbstverständlich unser Gewicht einsetzten mussten, dass der Wagen nicht kippt, fiel dem Fahrer gar nicht auf.
Darauf stiegen wir in eine etwas komfortablere Busvariante um, der uns nach Yangshuo brachte.
Dieses Dorf, werte Damen und Herren, möchte ich allen zukünftigen Visitoren Chinas ganz fest ans Herz legen. Eingeklemmt von mehreren dieser grünbewachsenen Hügel, gleich am Fluss, voller Beizen und Bars und netter Leute, ist es schlicht ein einzigartiger Fleck Erde.

Per Fahrrad wurde die Gegend erkundet. Da keine gute Karte vorhanden war, geschweige denn eine verständliche Beschilderung, fuhren wir planlos durchs Zeug. Dies brachte uns über Stock und Stein, Fluss und Sumpf, Städtchen und arme Dörfchen, wo einem noch die Hühner um die Speichen tanzen. Wie so oft in den abgelegenen Orten, die Leute herzlich und hilfsbereit. Da konnte ich mit meinem holprigen chinesisch daherkommen, und die Lokalen hiessen uns immer mit einem Lächeln willkommen.

So richtig durchnässt und aufgeweicht, liessen wir es uns jedoch nicht nehmen, noch den Mondhügel zu besteigen. Dies einer der Hügel, wo mitten hindurch ein Loch geht, in der Form wie ein Halbmond.
Dort oben dann, ein Moment. BÄM!!!
Die tief fliegenden Wolken, welche an den saftigen grünen Hügeln entlang streichten, liessen die Landschaft märchenhafte erscheinen. Mit den Kilometern in den Waddli und den Regentropfen in den Kleidern ein atemberaubender Anblick.

Nach einer kurzen Nacht, den in Yangshuo, unter den beleuchteten Hügeln, lässt es sich auch gut feiern, flogen wir dann zurück nach Peking.

So wurde ich also in meinen Ferien gleich mit mehreren Momenten verwöhnt. Dies jeweils unbezahlbare und unvergessliche Erinnerungen vom Reisen.

Viele Momente werden meine beiden Freunde, Samuel Anrig und Julian Zahnd, in den nächsten paar Monaten erleben dürfen. Sie haben ihr Projekt gestartet von Bern nach Beijing zu ziehen. Auf zwei Rädern.
Geht mit auf ihre Reise und verfolgt ihre Abenteuer auf folgender Adresse:
http://2wheelsblog.wordpress.com/

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