Ich wurde beschenkt.
Und obwohl mir beigebracht wurde, dass man ein Geschenk immer dankend annimmt, war ich diesmal kurz davor alle Höflichkeit über Bord zu werfen.
Denn man hat mir eine Schildkröte geschenkt!
DANKE! Brüllte ich vor Freude und… Übermut!
Was zur Schildkröte soll ich mit diesem gepanzerten Tier?!
Bereits jede einzelne Pflanze in meinem Besitz ist kläglich eingegangen, wie soll das denn mit einer Schildkröte gehen?

Ein wunderschönes Exempel von chinesischer Tierhaltung. Dies ein Thema für sich und Neuland pur für die Chinesen.
Schon nur die Art und Weise, wie ich die Schildkröte erhalten haben. In einer kleiner Kaffeeschachtel, musste das arme Tier eine 3 stündige Reise aushalten. Demnach lädiert und voller Blessuren kam sie bei mir an.
Was sie denn isst? Wunderte es mich.
Ach, bisher habe die Kröte noch nichts zu essen bekommen.
Und, wenn ich ihr jetzt was zu essen geben würde, wieviel isst sie denn so im Tag?
Ja, gibt ihr einfach so ein bisschen, dann überlebt die sicher ne Woche!
Aha… Und wo stell ich die jetzt hin? Kann sie ja nicht gut in der Kaffeeschachtel lassen.
Hm, hast du irgendeine Pfanne oder so?
Also keine Ahnung von Schildkröten.
Diese Haltung übrigens nicht nur mit dieser Art von Tier so. Auch Hunde werden hier einfach mal gekauft. Nachdem dieser allerdings zum ersten Mal “Poopoo” ins Wohnzimmer gemacht hat, wird er höflichst gebeten dies nicht mehr zu machen. Beim zweiten mal Poopoo in die Zimmerecke, landet er auf der Strasse.

Da mir aber diese Verantwortung auferlegt wurde, machte ich mich also Richtung “Zoohandlung”. Dort wurden mir Baby Shrimps als Futter empfohlen und ein Glasbehälter mit ein paar Steinen drin aufgebrummt. Kostenpunkt, etwa 10 Franken. Wer sich also überlegt ein Aquarium zu ergattern, sollte dies vielleicht in China tun. Kostet aber auch gar nichts hier. Und man rettet erst noch ein paar Fische vor einem erbärmlichen Leben.
Die Tierhaltung in diesem Geschäft alles andere als WWF tauglich. Buchstäblich liegen die Tiere da nur so rum. Aufeinander getürmt, übereinander, untereinander und von ahnungslosen Verkäufern, an noch ahnungslosere Käufer weitergegeben.

Zu dieser ahnungslosen Sparte möchte ich eigentlich nicht gehören. So bin ich mich nun am schlau machen über die Haltung von diesen Panzer-Tieren.
Als erstes musste er getauft werden. Da ich für meine kreativen Namensgebungen bekannt bin, und die Schildkröte mir übergeben wurde, damit sie mich beschützt, kam ich mit dem einmaligen Namen “Tördl” daher.

Tördl krabbelt jetzt hier gemütlich zwischen den Stühlen umher.
Heute, als ich beim Innenhof am Teich vorbei gelaufen bin, dachte ich kurz, ich könnte den Tördl doch da aussetzen. Die Überlebenschancen wären wohl etwa die gleichen, wie bei mir in der Wohnung.
Aber nein, irgendwie hat mit der Ehrgeiz gepackt. Tördl und ich, das packen wir jetzt an. Wir kämpfen ums überleben!
Wo ist es eigentlich jetzt hingekrabbelt dieses doofe Viech!?
Tördl hat schon mal in die Wohnzimmerecke geschissen!
Cowabunga!!!