Intro(ducing)

marco · May 26, 2010 · Allgemein · 0 comments
Wie feiern Chinesen Pfingsten?
Wahrscheinlich gar nicht.
Diejenigen die es jedoch feiern, machen es so:
Sie nehmen ein lahmgelegtes Industriegebiet, funktionieren es zu einem Elekto-Festival um und benennen es INTRO.

Rechtzeitig dazu, traff aus der Schweiz Besuch ein.
Let me INTROduce to you…


…mit ausgetüftelten chinesischen Namen: Lafeia and Koulin!

Die tüchtigen Leser von diesem Blog mögen sich vielleicht an die Beiträge übers Künstlerviertel 798 erinnern (alle anderen sollen sich bitte kurz schämen). Und genau in diesem Quartier, fand dieses Festival statt.

Den Sommer haben wir ja schon lange Willkommen geheissen hier in der Stadt, in der Mitte des Landes, im Zentrum der Welt. Wetter stimmte also perfekt.
An der Musik, von namhaften chinesischen, japanischen und allerwelts DJs aufgelegt, war ebenfalls nichts auszusetzen.
Jedoch das tüpfelchen auf dem i, lieferte das multi-linguale und-kulturelle Publikum. Selten konnte ich so ein wilder, wie aus dem Schüttelbecher kommender, Mix von Leuten auf einem Haufen beobachten. Die türkische Gruppe, die umher tanzte, als hätte sie die Schweiz aus der EM hinaus geworfen. Dänen, welche sich den Oberkörper vollgeschmiert haben mit “Intro” in allen Schreibvariationen. Die amerikanische Familie, die zum farbigen Schriftzug “Vision” sich in Pose setzte und diverse Chinesen mit dem Kleber “I Love Techno” auf der Brust.

Was bei allen fehlte, war das für Festival so typische Bier in der Hand.
Dafür gab es Eiscrème grosse Becher, gefüllt mit irgendeinem Vodka-Sirup Gesöff. Da die Musik nicht sonderlich laut war, sorgte schlussendlich der Vodka Fusel von diesem Becher dafür, dass uns am nächsten Tag der Kopf weiter dröhnte.

Und das alles in mitten von rostigen Röhren, schwindelerregend hohen Schornsteinen und zwischen lahmgelegten Bahngeleisen.

Die Szenerie einmalig, die Überraschung einmal mehr perfekt.

Zum Abendessen gab es später ein saftig, medium gebratenes Stück Fleisch auf der Terrasse von Bleu Marine, darauf ein Mojito auf dem Dach des Beachclubs mit richtigem Sand zwischen den Zähen und zu guter Letzt, um ein wenig Boden unter das ganze zu legen und nicht ganz zu versumpfen, Barbecue beim Koreaner.

So kann also ein Tag am Pfingstwochenende aussehen.
Und da soll noch einer kommen und behaupten Beijing sei nicht international.

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