Heisser Topf und chinesisches Fondue

marco · December 20, 2010 · Chineese Culture, Food · 0 comments

Dieser Blog schreibe ich aus zwei Gründen.
Erstens, ich möchte eine Aussage aus dem letzten Blog revidieren.

Zweitens, geht es um den heissen Topf.
Um den “huoguo”.
Den Hot Pot!

Wer ihn nicht kennt, der wird sich denken, wahrscheinlich wieder so ein abartig, chinesisches Ding, mit lauter Schlangen, Hunden und herumkullernden Augen drin.
Um ganz ehrlich zu sein, kann ich die genannten Zutaten nicht einmal ganz in jeder Ecke Chinas ausschliessen. Aber mit ziemlicher Sicherheit behaupte ich nun, dass jeder schon mal so ein Gericht probiert hat.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit nämlich äusserst populär: das “Fondue chinoise”.
Der Hot Pot an und für sich nichts anderes. Nur vielleicht dass das “hot” in seinem Namen nicht unbedingt nur für seine Temperatur stehen muss.
So probiert letztes Wochenende. Wir besuchten die bekannteste Bude die Hot Pot serviert, und es klingt ausgesprochen fast ein wenig schweizerisch. Wir besuchten das “Haidilau”.
Reservationen werden nur bis 6 Uhr angenommen, danach ist das Restaurant auf 3 Stockwerken hoffnungslos ausgebucht.
Gäste warten bis zu einer Stunde, oder wenn sie Pech haben noch um einiges länger. Dies nehmen sie aber nicht nur wegen dem tollen Essen einfach so hin, sondern weil ihre Wartezeit auch schön überbrückt wird. Denn ihnen werden diverse soziale Spiele mit einem kleinen Apéro vorgesetzt.

Am pinkig, flauschigen Geländer entlang wurden wir also zu unserem Tisch im dritten Stock geleitet. In das Loch in der Mitte des Tisches wird ein in zwei Partien geteilten Topf gestellt. Eine hälfte Hot, dass gar ein Drache eine Gurke neben dem Teller bereit legt und die andere Hälfte sanft um die Engel singen zu lassen.
Es folgen unzählige Zutaten. Gemüse, Nudeln, FleischFleischFleisch, Tofuhaut (erstaunlich lecker), Pilze und unbekanntes Zeugs.
Die Nudeln werden übrigens von einem Nudel-Meister direkt vor dem Tisch vorgefertigt. Wie ein Pizzaiolo schwingt er den Teig durch die Lüfte, tanzt mit der Nudel bis sie am Schluss so lang ist, dass er damit Seilspringen könnte. Was er auch fast macht und wenn er dürfte machen würde. Mit all den aufgelesenen Zutaten vom Boden allerdings, wäre die Nudel dann wohl gar für den Chinesen zu würzig.

Doch das Highlight in diesem Heidi-Land (aha!), ein Buffet, wo man sich seine eigene Sauce zusammenstellen kann.

Das lässt noch dem grössten Fondue-Chinoise Fanatiker ein Sabertröpfchen den Kinn hinunter kullern.
Wer also gedacht hat, wenn man im Coop eine fertig Packung Fleisch kauft, zu Hause ein bisschen Wasser warm macht und dort dann das soeben aus dem Plastik gehüllte Fleisch drin badet, das sei nun sehr chinesisch gewesen, der… nein, das klingt sehr klugscheisserisch. Fondue-chinoise ist toll.
Aber trotzdem, Hot Pot ist was ganz anderes. Und im Haidiland eh Heidilau (so, jetzt hat es auch der letzte begriffen), nochmals ganz anders als es schon anders ist.

Und auch sehr zu hervorheben im Haidilau: die Bedienung.
Nirgends in Peking wird man freundlicher und zuvorkommender serviert als in diesem Restaurant. Die nächste Stufe wäre, dass sie einem an der Hand durchs Restaurant führen und noch jemand speziell da ist, um mit einer Serviette die scharfe Sauce aus dem Bart zu tupfen. Aber nid spinne! Bereits so ists grandios.
Deshalb, Monty Python war wahrscheinlich einfach im Haidilau und besingt somit die nette Bedienung von dort.

Frohes Hot Pot!

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