Grosser Mann aller Zeiten

marco · February 16, 2012 · Botschaft · 1 comments

Es war wieder so weit. Einmal im Monat gibt es einen Tag auf der Botschaft, auf den ich mich besonders freue. Ein Tag, an dem mein Horizont jeweils um Meilen erweitert wird und ich mich auf einer ganz anderen Ebene politisch weiterbilde.

Es ist der Tag, an dem der Botschaft die neuste Ausgabe des offiziellen Magazins aus der demokratischen Volksrepublik Koreas zugestellt wird.

Die letzte Ausgabe jedoch, war alles andere als lustig:

„The whole land of Korea was plunged into a sea of tears of blood as if the sky collapsed and the sun fell.”
Ein Zitat aus dem Magazin von diesem Monat.

Eine Nation trauert um ihren grossen Führer. Und sie trauert, dass man das Wort „Trauer“ neu definieren müsste.
Die starken, weiblichen Soldaten liegen sich in den Armen und weinen, die Kinder der Schule sind am schreien, als wären ihre Eltern gestorben, die Seniorinnen und Senioren erliegen beinahe ihrer Qual des Verlustes und die Teenager zeichnet ein von Schmerz gezeichnetes Gesicht. Und wer nicht mitmacht, der wird kurzerhand in ein Erziehungslager gesteckt, wo der/dem Unwissenden erklärt wird, wie man gefälligst zu trauern hat.

Ja, die dramatischen Bilder, sie gingen um die Welt. Aber längst nicht alle Ausgaben dieses Magazins waren so herzzerreissend wie die letzte.

Noch in der letzten Ausgabe sah man den Kim quick lebendig herum spazieren. So wie er es immer tut, mit Sonnenbrille und stets mit dem Finger auf etwas zeigend.

Auf etwas zeigen tun sie gerne die Nord-Koreaner. Und den Leuten, denen etwas gezeigt wird, machen sich dazu auch immer brav Notizen. Dabei Lächeln sie, als würde die Welt bereits der Volksrepublik gehören. Pflicht also auf den Bildern ist lächeln und sich Notizen machen. Auf jedem Bild.

Das Magazin zeigt allerdings nicht nur, auf was alles in Nord-Korea gezeigt werden kann. Nein, ebenfalls auf eine sehr anmachende Art wird einem vorgeführt, wie wunderschön das Land doch ist.

Da hat es Vögel, farbig, blühende Blumen und eins, zwei, drei, sogar vier haargenau gleich ins Bild hineinkopierte Traktoren.
Photoshop scheint also auf den alten Computern im Land zu laufen. Vielleicht nicht die jüngste Version, aber doch eine ausreichende, um aus Plakaten heraus den Inhalt zu retuschieren und einen anderen, gefälschten hinein zu pflanzen. Auf der letzten Seite des Magazins wird dieses Beispiel immer hübsch vorgeführt, wo die bösen, bösen Süd-Koreaner immerzu am demonstrieren gezeigt werden. Dazu halten sie ganz üble, natürlich gefälschte, Plakate in die Höhe, welche die DPRK blamieren und damit nur eines möchten, nämlich die gänzlich unschuldigen Nord-Koreaner provozieren.

Nun ist aber der „Grosser Mann aller Zeiten“ von dannen (Quelle http://www.naenara.com.kp/de/event/2012-02-16/, wo es übrigens auch vieles mehr zu finden gibt) und wir werden sehen, wie sehr sich der kleine Dicke mit seinen Schweizerdeutschkenntnissen provozieren lässt.

Eines jedoch kann er bereits ganz gut, und das führt er auch gleich in der letzten Sonderedition des Magazins gekonnt vor: mit dem Finger auf was zeigen!
Wie zum Bespiel hier auf den… du meine Güte ja, er zeigt auf: den Boden!

Dabei verdrücke ich noch meine letzte Träne, allerdings nicht der Trauer und möchte damit betonen, dass es kein Zufall ist, dass ich diesen Beitrag mit „Monthy Python“ markiert habe.

1 Comments:
  1. die site ( u bsungers das hie : http://www.naenara.com.kp/de/book/download.php?5+5001) mueschdr auso mau uf dr zunge la vergaa!
    toblerone isch drgäge wie ne schnure vou wäschpi
    ;-))

    ich · February 16, 2012

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