Glücklich mit Karaoke

marco · April 21, 2010 · Allgemein · 0 comments

Karaoke, kennsch?
Wer schon nicht. Karaoke gehört zu Asien, wie die Aschewolke zu Europa.
Well, mit meinen 8 Monaten Peking auf dem Buckel, habe ich es quasi Jahre geschafft diesem Freizeitvertreib fern zu bleiben.
Jetzt aber, BÄM!!! Volle Wucht und gleich zweimal, an nur einem Wochenende.

Und zum ersten kam das ganze sehr unverhofft.
Am Freitag wurde ich förmlich dazu genötigt, meine leichter Siech im Kopf schamlos ausgenutzt. Ja um halb 5 in der Früh kam plötzlich diese Idee wie aus der Aschewolke vom Isländer geschossen und im nächsten Moment fand ich mich in diesem geschlossenen Raum wieder, vor mir die Zeilen von Frank Sinatras “New York, New York” und einem versifften Mikrofon in der Hand.
Mein Alkohol-Helm muss grösser gewesen sein, als da noch von mir vermutet, denn wahrhaftig ist es mir gelungen, diese Melodie, diese weltberühmte, unvergessliche, zugängliche und simple Melodie, die man heut zu Tage einfach so in den Genen parat hat um loszusingen, zu verbocken.
Start spreading the news, I’m leaving today… oh ja, bitte bitte, wir zahlen auch dass du gehst!

Am Samstag dann, immernoch heiser vom Stimmbänderstreching zur frühen Morgenstund, der zweite Anlauf.
Wo wir am Freitag noch in einem heruntergekommenen Wohnblock mit dem Namen “PartyWorld” vor uns hinsäuselten, besuchten wir am Samstag den Oberschlitten was pekinger Karaoke betrifft. Der Name davon ist mir jetzt gerad entfallen, aber der Schriftzug war pink, so sagen wir einfach, wir besuchten “Pink Karaoke”!
Beim betreten fühlte es sich eher an, wie ein Mega-Kino-Komplex. Überall futuristische Beleuchtung, der Geruch nach Popcorn und die pekinger Jugend, darauf wartend ihrem Samstagabend etwas Würze zu verleihen.
Wieso gibt es das eigentlich in der Schweiz nicht? Zum Beispiel im Westside? Oder im Ryfflihof?
Denn, man möge es kaum glauben, aber es hat was dieses Karaoke!
Okey, der eint oder andere unter euch wird nun denken, wer an ein Backstreet Boys Konzert geht, der hat sowieso ein etwas anderes … öhm… Empfinden allgemein. Und doch bin ich überzeugt, wenn die Gruppe stimmt, man diesen Raum mit der wilden Beleuchtung betritt, dass Mikrofon in die Hände gedrückt bekommt, einen Song auswählt der einigermassen im singbaren Bereich liegt (oder es erlaubt eine Oktave tiefer zu singen), die unzähligen Boxen vor einem zum Leben erweckt werden und man je nach Schnulze noch ein paar schöne Bilder der Schweizer Berge als Videoclip vorgeführt bekommt, dann würdet auch ihr eure Hemmungen frühzeitig ins Bett schicken und euch die Seele vom Leib johlen.
Aber ihr habt Angst alleine zu singen? Pah, das ist keine Ausrede. Es hat mehrere Mikrofone, und sowieso singen alle mit. In diesem Raum ist man kein Solist, sonder Mitglied eines Chors.
Die Chinesen sind übrigens Naturtalente in dem, die singen einfach und sie singen gut. Hut ab und Applaus-mässig gut.

Darum liebe Freunde, singt. Singt was das Zeug und eure Stimme aushält. Macht es wie all die unzähligen Disneyfiguren, oder wie die bereits vergessen Musicstars, oder wie die etlichen besoffenen Fans, den eines haben die alle gemeinsam, in dem Moment wo sie singen, sind sie alle glücklich.

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