Getting Chinese

marco · August 21, 2009 · Allgemein · 2 comments

Ich hab zwei, nein, drei gute und keine schlechte Neuigkeit.
Also erstens: die Schokolade aus der Schweiz ist angekommen.
Gott! Einfach göttlich!
Ich hoffe ich beleidige niemanden wenn ich sage, ja, die Schokolade habe ich bisher am meisten vermisst.

Zweitens (und auf diese zweitens bin ich ganz schön stolz): ich bin den gefälschten Hunderter losgeworden. HA!
Ich war auf dem Schwarzmarkt Schuhe kaufen, und diese Abzocker dort gaben wirklich einen absoluten Abzockerpreis für das Paar Schuhe an, welches ich wollte. Da dachte ich, euch „Schlawiner“ zeig ichs, hab gefeilscht wie ein König, einigermassen meinen Preis hingekriegt, 300 Yuan, und dann beim zahlen ganz geschickt ein Bündel Hunderter gegeben und in der Mitte eingeklemmt den Falschen. Und weg war er!
Im Nachhinein musste ich von meinen Kollegen auf der Botschaft erfahren, dass man für solche Schuhe maximal 100 Yuan bezahlt. Aber trotzdem, ich bin die falsche Sau los und darauf bin ich stolz!

Drittens: Nach langer Sucherei habe ich eine Wohnung gefunden.
Die Suche war schlussendlich doch noch anstrengender, als es am Anfang den Anschein gemacht hat. Anfangs hatte ich noch eine Agentin, welche für mich auf Wohnungssuche ging (soviel zum Thema Selbständigkeit), diese hat auch wirklich etwas tolles gefunden, im 26. Stock, Aussicht auf einen Park, riesengross. Ich wollte es, der Landlord war einverstanden. Vertrag wurde geschickt, es gab ein paar Anpassungen zu machen, so zum Beispiel die „diplomatisch Klausel“ welche rein musste, es ging ein paarmal hin und her, was bei den Chinesen normal ist, weil man immer das Gefühl hat, doch jetzt hat er es verstanden, und am Schluss ist alles noch genau gleich falsch, nur einfach anders formuliert, und dann plötzlich fand der Landlord, nein, er will jetzt nicht mehr, er hat jetzt jemanden der mehr bezahlt.
Vielen Dank für nichts, Kommunist!

Die Suche ging weiter und mir wurde es immer wohler im Apartment vom Hotel. So kam mir die Idee, warum nicht das Hotel fragen ob sie ein Plätzchen haben?
Nein, sorry, kein Platz oder zu teuer.
Das war aber der Startschuss zu einer neuen Idee. Im Moment gibt es in Beijing viel zu viele Hotels, welche wirklich um ihre Kunden kämpfen. Jedes dieser Hotels bietet auch „longstay“ Apartments an. So kam just an diesem Tag ein wunderschöner Flyer mit einem luxusapartment Angebot vom „The Ascott“ rein.
Einmal per Mail kontaktiert, hatte ich 5 Minuten später schon das Telefon für den Termin beim „luxury homestay“, wie sie es so schön genannt haben. Angekündigt wurde mir ein „Penthouse“ auf zwei Stockwerken.
Ich war noch nie vorher in einem Penthouse, wusste aber, dass es schon noch so berüchtigt ist.
Beim The Ascott angekommen, mussten ich erfahren, dass dieses Luxusding nicht beim The Ascott ist. Ooookeeeey, wo denn? Nur etwas weiter „10 Minutes by Taxi“. Hier muss erwähnt werden, dass in Beijing aus „10 Minutes by Taxi“ glatt ein Tagesausflug werden kann.
Glücklicherweise war das Luxuryblablateil wirklich nur 10 Minuten weiter weg, aber schon von Aussen wurde klar, so Luxus ist das nicht.
Von „Vincent Li“ wurde ich in Empfang genommen und zum Lift geführt. Es riechte etwas geschimmelt und der Teppich hätte auch mal wieder ein Schamponierung vertragen. Lustigerweise war Mister Li sehr stolz auf den Business-Bereich, ja welcher sogar „with Fax“ daherkam.
Jede Türe die wir passierten musste mit einer Karte geöffnet, und auch nur so konnte der Lift in Betrieb genommen werden. So waren wir also im Lift und Mister Li machte sich an diesem Kartenschlitz zu schaffen. Einmal durch und ein rotes Lämpchen leuchtet “Piep”, zweimal durch “Piep”, dreimal durch “Piep”, das zog sich gemütlich so weiter und beim 25 Mal ganz schnell und zackig durchgezogen wollte der Lift dann auch.

Nun das Penthouse: beim Eintreten hat es bereits gestunken. Die Putzfrau war gerade noch daran, das Schlimmste zu kaschieren, aber der beissende Geruch nach irgendwelchem Leben in der Küche konnte sie nicht verbergen. Das Gästeschlafzimmer hatte einen Balkon, welcher aber zu verglast war und zwar von allen Seiten, also auch von der Zimmerseite her und man so diesen nicht betreten konnte, das war also einfach… nichts.
Im Masterbedroom (ich liebe diesen Ausdruck: „Masterbedroom“) hatte es so eine kleine Tür beim Fenster, welches aber nicht wie ein Schrank aussah. Ich fragte Mister Li „What’s this?“ „Oh…“ meinte Mister Li, offensichtlich auch unwissend, und öffnete die Tür. Auch da, nichts, es war nichteinmal genügend Raum da um Etwas zu verstauen. „Maybe if you open, it’s more bright!“ Meinte Li. Hmmmm.
Dann bekam ich noch den richtigen Stauraum, einen begehbaren Schrank zu Gesicht, dieser war aber der absolute Panikraum, mit losen Rohren die an der Decke hingen, eingetrockneten Blutlachen am Boden und kratzspuren an den Wänden…
Natürlich nicht, aber es hätte schon gut gepasst.

Zwischenzeitlich meldete sich ganz Überraschend das Kempinski, in welchem ich ja jetzt wohne und unterbreitete mir ein Hammerangebot. Ja und die Wohnung welche mir da vorgeführt wurde war alles andere als übel.

Jedenfalls, so in dem Stil habe ich einiges gesehen, vieles davon in Hotels. Es war auch schönes darunter, so zum Beispiel gestern ein Apartment im richtigen The Ascott. Als ich Vincent klar gemacht habe, dass dieses „Penthouse“ nicht wirklich nach meinem Geschmack war, setzte der plötzlich alles in Gang für mich etwas passendes zu finden.
Er kam mir überall entgegen, ich wurde abgeholt, mehrere Stunden durchs Hotel begleitet, mir wurde alles gezeigt und erklärt und nochmals durfte ich eine noch bessere Wohnung anschauen, zu noch besseren Konditionen, wenn ich meinte, uh der Teppich gefällt mir aber nicht, hiess es gleich „no problem, we take it out“, und so wirkte irgendwie alles sehr verzweifelt.
Und ist es nicht auch so mit den Frauen, wenn sie zuerst bocken, macht es sie nur noch interessanter?
Bei mir ist es jedenfalls so, und deshalb habe ich mich entschieden bei der Zicke Kempinski einzuziehen.

Ps: Fotos gibt es nicht, wer diese Wohnung gern einmal sehen möchte, muss schon selber vorbeikommen!

2 Comments:
  1. du züglisch jetzt definitiv is Kepinski? dude…u gotta be kidding me right? was kenni föteli…coooome on:-) talk to u soon on the phone, schöns WE flo

    Anonymous · August 21, 2009
  2. HOI MIRGI
    guete entscheid¨!

    jonas · August 22, 2009

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