Frischer und fauler Fisch

marco · April 07, 2011 · Allgemein, Food, Travel · 0 comments

Wenn man im Moment ein japanisches Restaurant in Peking betritt, findet man oft ein halb leeres Lokal vor.
Die Angst hier ist riesig vor kontaminiertem Fisch.

Diese Umstände, aufkumuliert durch Stimmung und Lust, sorgten dafür, dass ich letztes Wochenende den besten Fisch gegessen haben eh und je.
Und, um dem ganzen noch die Geräte zu ziehen, das ganze geschehen in Japan. Genau genommen, Osaka.
Die Bude war klassisch japanisch mit dem langen Tresen aus Holz, mit der Vitrine voll von rohem Fisch und dahinter die Meister, welche ihn zubereiten.

Bestellt man Salmon wird dieser grosszügig geschnitten, mit dem Reis präpariert, einem über den Tresen und direkt vor das Maul gelegt. Der Fisch so frisch und zart, dass er wie ein Stück Milchschokolade auf der Zunge zergeht.

Und am Abend vorher, gab es noch diese Delikatesse hier.

Das gute Stück hüpfte quasi direkt vom Meer auf den Teller und musste somit auch noch wie ein Knobelspiel auseinander genommen werden.
Dass erst anfangs Jahr wieder zwei Gäste daran glauben mussten, liess uns nicht davor zurückschrecken, doch einmal den Kugelfisch zu probieren. Diese Zeilen beweisen, dass der Koch über eine berechtigte Lizenz verfügte, diesen zu zubereiten.

Dies alles ein wenig symbolisch dafür, dass in Japan das Leben weitergeht. Wüsste man nichts von den Tragödien im Norden, würde man eigentlich nichts davon merken. Die Betroffenheit der Menschen ist gross, sogar der Bartender hat eine Büchse aufgestellt, wo er für die Opfer des Tohoku Erdbebens sammelt.
Der Fisch wird aber weiterhin frisch auf den Teller serviert.

Alles andere als frisch war die Legende, die gestern in Peking gastierte.
Die Legende namens: Bob Dylan
Leider hat er sehr schön bewiesen, dass auch Legenden irgendeinmal sich ihrem Titel fügen müss(t)en.
Mal abgesehen davon, dass er in Peking aufgetreten ist, wo es vor einem sitzenden Publikum in der Ferne und ein paar langweiligen VIPs auf den besten Plätzen vor der Nase, sicherlich schwierig ist Stimmung hervor zu kitzeln, hat er sich aber auch wirklich gar keine Mühe gegeben.
Oder nein falsch, wahrscheinlich hat er sich brutal einen abgerackert vorne auf der Bühne und seine Stimmbänder aufs brutalste strapaziert. Leider kam nicht mehr als ein krächzen einer sterbenden Krähe heraus. Er und seine Band wirkten wie eine senile Truppe voller Hobby-Musiker, welche sich einen Spass erlaubt haben und aus dem Altersheim ausgebrochen sind.
Das einzig eigentlich positive was man ab der Darbietung gewinnen konnte war die Tatsache, dass er 70 Jahre alt ist, noch auf der Bühne steht und um die Welt tourt.
Aber damit hat es sich dann auch.

Falls der Bob also bei euch aufzutreten droht, gebt das Geld lieber für richtig guten Sushi aus. Auch wenn der leicht kontaminiert sein sollte, ist er auf jeden Fall ein grösserer Genuss.

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