Eine feine Staubbelastung

marco · September 05, 2009 · Allgemein · 1 comments


Diese Stadt, in der ich jetzt wohne, diese Stadt, welche also auch schon bald als meine zweite Heimat gelten wird, mein zweites Zuhause, und ich von euch verlange, dass ihr diese Stadt als solche akzeptiert und hinnehmt wie sie ist, ja diese Stadt, ist nicht gerade bekannt für ihre Sauberkeit.
Richtig, wir reden hier von der Feinstaubbelastung.
Nun, es ist effektiv so, dass die Regierung hier nicht alles gerne publik macht. Gerade Dinge, welche Imageschaden verursachen könnten, werden gekonnt unterdrückt. Da es aber überall Leute gibt, die lieber selbst über sich Herr und Meister sind, kommt man, wenn man ums verrecken will, quasi immer an die gewünschten Informationen ran.
Was uns hier Wunder nimmt, ist nicht der chinesisch angegebene Wert der Feinstaubbelastung in Beijing, denn der ist kreuzverfälscht, sondern den wahren Wert. Lustigerweise kommt dieser für einmal von den “U.S. of A.”.
Deren ihre Botschaft ist ein kleines Dorf, natürlich ein Hochsicherheitstrakt schlechthin, und man munkelt sogar, dass dort drin ein Starbucks vorzufinden ist. Dies kann ich allerdings sogleich wieder dementieren, denn der Verteidiguns-Attaché Assistent, ganz ein flotter Typ, bin viel mit ihm im Mittag und im Ausgang, der übrigens die deklaration UT im Militär erhalten hat, also müsst ihr euch keine Sorgen meinerseits machen, dass ich mit Bürstenschnitt und dem Komplex von vielen farbigen Nudeln an der Brust zurück kommen werde, ja dieser einer war erst gerade bei den Amis eingeladen auf der Botschaft. Kein Starbucks dort.
Wie dem auch sei, der wahre Feinstaubwert wird von den Amis geliefert. Und dieser unterscheidet sich jeweils beachtlich von dem der Chinesen.
Dieser Wert, der stündlich aktualisiert wird, ist immer noch verständlich für den Laien mit einem Wort klassiert. Dieser Wert fällt eigentlich nie unter “unhealthy”, nein, mehrheitlich ist er auf “very unhealthy” unzutreffen.
Nun zum Vergleich mit der Schweiz, damit ihr euch das ein wenig besser verbildlichen könnt. Der Grenzwert in der Schweiz liegt bei 50 µg/m³, ist dieser Wert erreicht, wird, so viel ich weiss, nur noch 80Std/h auf der Autobahn gefahren.
Jetzt wenn wir hier im Bereich “unhealthy” sind, dann liegt dieser Wert um die 200 µg/m³, was ich schon ziemlich beachtlich finde.
An einem bestimmten Tag, bei der morgendlichen Konsultation der Feinstaubwerte, war die Klassierung “hazardous” nicht zu übersehen. Und wirklich, irgendwie fühlte man sich nach nur 10 Minuten an der … ja was jetzt, “frisch” ja wohl kaum… an der “abartigen” Luft ein wenig schwindlig, was auch wieder auf Einbildung zurück zu führen sein könnte, da man ja die Klassierung “hazardous” im Kopf hat und so denkt, uiuiui, jetzt gehts mir aber, nicht an den Kragen, sondern an die Lungen.
Ja, an diesem Tag lag der Wert über 420 µg/m³ und seit her gehe ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf diese Seite der Amerikaner und füge mich dem angegebenen Wert der Chinesen.

1 Comments:
  1. Krass! Ich habe mal eine Statistik über die gesundheitlichen Folgen der Feinstaubbelastung in der Schweiz gesehen. Inklusive den tödlichen Folgen pro Jahr. Wie würde wohl eine solche Statistik bei euch aussehen?

    Remo · September 07, 2009

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