Ein Tag im Mai

marco · May 10, 2010 · Allgemein · 2 comments

Heute, Montag.
Normalerweise stehen Montage ja unter einem schlechten Stern. Wenn überhaupt. Manchmal stehen sie auch nur unter bedecktem Himmel. Dies die Ansicht von vielen. Nicht für mich. Jedenfalls nicht Heute.
Heute, Montag, 10. Mai. Diesen Montag werde ich nicht so schnell vergessen.
Denn Heute war der Tag, an dem ich zur Arbeit schreitete und dabei dachte, Peking ist schon schön. Gutes Wochenende durch, es ist warm, es ist sonnig, auf, sowie neben der Arbeit läufts mehr als besser, einfach ein Tag, wo man mit den Mundwinkeln im Spagat durch die Gegend stolziert.

Heute war auch der Tag, wo ich vor der Visaabteilung bei Kollegen stand und von drinnen mir eine Kollegin zuwinkte, voller Elan auf die Tür nach draussen zuging, ja förmlich zuraste und mit einem lauten Knall voll in diese hinein prallte.
BÄM!
Aber wirklich BÄM!!!
So ein BÄM! das alle Mitarbeiter aufgeschrocken sind um zu schauen, was genau explodiert war. Die Chinesin liess sich nichts anmerken und verschwand in der Toilette.
Als ich die Abteilung betrat, grinste sie mir mit blutender Nase aus der Toilette heraus zu und begrüsste mich als wäre ihre Nase noch gerade.
An der Glastür kleppt noch jetzt ihr Gesichtsabdruck. Alles vorhanden. Von der Stirn, über die Backen, die Nase, der Mund, bis zum Kinn. Perfekt, wie in Stein gemeiselt.

Heute war ebenso der Tag, wo wir den Abschied einiger Kollegen feierten.
Feierten?
Nein, falsches Wort. Bedauerten, eigentlich.
Das komödiantische an diesem Ereignis war der Botschafter. Ich weiss nicht was er genau gemacht hat, ob er krank war, noch ein Golfball in seinem Hals stecken war, oder schlicht an zuvielen Anlässen seine Stimme abwetzte, aber er klang wie ein Luftballon, dem man die Luft abliess.
Seine Stimme schwankte von einer Oktave in die anderen und das in einer Lautstärke, dass selbst das leiseste Rascheln des Windes in den Baumkronen ihn übertönte.
In der hintersten Reihe, die Chinesin der Visaabteilung. Mit dickem Pflaster über der Nase. Das Gesicht vielleicht noch ein wenig flacher als vorher.

Und Heute war genauso der Tag, wo ich einen meiner grössten, sportlichen Erfolge hier i däm Peking feiern konnte.
Nach etlichen, harten Kämpfen auf dem Court, einigen bitteren und nicht selten sehr deutlichen Niederlagen meinerseits, ist es mir heute gelungen, diesen Diplomaten, diesen Diplomaten der Wirtschaftssektion, ja genau der, der Jahre lang im Club gespielt hat, den habe ich heute im Squash geschlagen.
2:0 hinten in den Sätzen. Und dann doch noch. Mit teils spektakulären Ballwechseln, Ballwechsel die Eintrittgeld verlangt hätten, habe ich es geschafft den König vom Platz zu stossen. Der Löwe hat gebrüllt und gekämpft. Und doch musste er die Höhle verlassen.

Heute ist der Tag, wo ich jetzt ins Bett gehe, denn morgen steht wieder vieles auf dem Programm: nämlich ein scheinbar gewöhnlicher Dienstag, 11. Mai, i däm Peking!

2 Comments:
  1. itz muesch nur no dr meischter im badmington schla, harrr harrrr harrrrrrrrrrr

    Samuel · May 10, 2010
  2. hey tai chi!
    ich gratuliere dir zu dem heldehafte mäntig. nur wer esch die person met em pflaschter? vielleicht müesst mer in china d klebfolievögel ade ennesiite vo de fenschter platziere?! denn chöntsch am mittwoch 12.05. en koschteguetsproch beaträge.. servus

    danielalalala in tanananana · May 11, 2010

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