Ein Stück Kim

marco · May 21, 2012 · Beijing, Food · 0 comments

Nord Korea hat es im Moment fest im Griff für Lacher zu sorgen.
Es muss ja nicht immer gleich mit Raketen zu tun haben, aber kürzlich haben sie es für uns mal wieder in Peking geschafft.

Es sind ja gute Freunde, die Chinesen und die Nord-Koreaner. So wird das nordische Volk natürlich auch diskussionslos geduldet in der Stadt. Dies wiederum ermöglicht es uns ein unverfälschtes Bild deren Kultur zu erlangen und zwar da, wo man halt Kultur am besten zu Gesicht bekommt: im Restaurant.
Nur ein paar wenige Nord koreanische Restaurants gibt es in Beijing. Exklusiv sind sie. Erstaunlicherweise auch exklusiv teuer, aber sie haben auch was zu bieten diese Lokalitäten.
Erkennen tut man die Restaurants an ihren pompösen Eingängen und den Vorhängen bei den Scheiben, die wir höchstens im Winter, auf der Bergspitze im Chalet, als Decke verwenden würden.

Von in Trachten gekleidetem Service-Personal wird man in Empfang genommen und durch einen grossen Raum voller enormer runder Tische an den Platz geführt.
Das Essen ist nicht der Rede wert. All die verschiedenen Kims mögen vor allem Kim-chi.
Was sich hingegen wieder sehr sehen lässt, ist die Unterhaltung während des Essens. Die Servier-Töchter entpuppen sich als regelrechte multi-Künstler. Die singen, tanzen, spielen Gitarre, Bass, Klavier und Schlagzeug und scheinen sich überhaupt nicht daran zu stören, dass während ihrer Darbietung geschmatzt und gerülpst wird.
Zugegeben, etwas froh war ich schon, dass wir während den Karaoke-Einlagen hinter den Lautsprecher gesessen sind. Es hat gescheppert, als hätte die Sängerin den Inhalt eines Werkzeugkoffers verschluckt. Aber dann kam das Akkordeon.
Und BÄM! da war sie wieder, die Schweiz. Zumindest vor unserem inneren Auge. Hört euch das an.

Würden da anstelle der Nord Koreanischen Damen ein paar Seppen tanzen, und statt Kim-chi ein richtiges Fondue serviert werden, wäre dies doch Schweiz, nicht?
Für uns war es das. Aber vielleicht waren wir auch einfach schon zu lange nicht mehr in der Heimat. Wir kommen ja bald.
Und vielleicht muss ich dann doch auch mal bei unseren nordischen Nachbarn vorbeischauen. Die scheinen uns ähnlicher zu sein, als wir es denken würden.

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