Ein Scherz für Tiere

marco · June 28, 2012 · Beijing, Chineese Culture · 0 comments

Jetzt wird’s tierisch!
Das Peking durchaus seine animalischen Züge hat, ist kein Geheimnis. Doch das der Gang zur Zoohandlung mit einem Ausflug in den Zoo zur vergleichen ist, war trotzdem wider allen Erwartungen.

Auf die Idee gebracht dazu in die Zoohandlung zu gehen, hat mich nicht etwa Ruper Shrimp, denn der ist schon längst bei mir ausgezogen (keine Angst, er lebt und es geht ihm besser als je zuvor). Nein, es war dies ein Kollege, der bei sich zu Hause zwei Chamäleon hütet.

Die zwei hatten hunger. Leider sind sie sehr heikel mit den Speisen, die sie aufgetischt haben möchten und so gingen wir dahin, wo die Bewohner Pekings ihre tierischen Liebsten kaufen und verkaufen.

Wo ich eine Mall erwartete, standen wir vor einer Art neu erbautem Hutong. Über eine Brücke und unter einem Torbogen vorbei, fanden wir uns in einem Dorf wieder, wo es links und rechts kleine Läden hatte, die die wildesten Kreaturen unter dem Hammer an die Leute brachten.

Allem voran gibt es unzählige Aquarien gefüllt von Clown- bis Haifischen. Das Geschäft mit Fischen scheint besonders zu florieren und die Diversität in den Wasserbehältern reicht von der Karibik bis zum Korallentriangel in Asien.

Von den Weltmeeren stolpert man durch die nächste Tür in den Dschungel.
Hier dann eben diese Tiere, bei deren ruckeligen Bewegungen man denken könnte, sie litten unter übelsten Nervenstörungen. Chamäleon.

Gleich im Terrarium daneben, ein Dinosaurier.
In der Grösse einer Katze bewegte sich dieses Tier vor uns hin und her und verbreitete seinen Schrecken. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Geschöpf gar um einen entfernten Verwandten von Rupert Shrimp handelt.

Etwas weiter, in einem der populäreren Geschäfte, findet man Riesenratten. Ja richtig, eine übergrosse, graue Ratte mit Ohren, die selbst Dumbo hätten rot anlaufen lassen.
Chinchillas. Während die meisten zusammengekauert irgendwo in einer Ecke in ihren Käfigen vor sich hin kauerten, stolzierte die Ladenbesitzerin mit einem Chinchilla auf den Schultern durchs Geschäft.

Die Chinesen, die beim Anblick solcher Tieren dafür bekannt sind, die Augen in ihren Händen wiederzufinden, liessen keine Chance aus das arme Tier pausenlos zu berühren. Beim Selbstversuch der Streichelpartie verstand ich dann auch wieso, tatsächlich war das Tier flauschiger als viele seiner zum Verkauf gestellten Konkurrenten der anderen Spezies.

Auch flauschig und ebenso erbärmlich sah es bei den Hunden aus.
Diese kriegten nicht einmal ein eigenes Geschäft zur Verfügung gestellt und wurden aus dem Kofferraum ihrer Besitzer an die Leute gebracht.

Auch bei der Gattung Hund war alles dabei. Vom gerade mal ein paar Wochen alten Welpen, bis zum ausgewachsenen Schäfer. Alle bereit in ein neues Zuhause verschleppt und dort zum Familienspielzeug umfunktioniert zu werden.

Die angebotene Tier-Palette so divers wie ein Blumenstrauss zur Blütesaison.
An Schlangen, Spinnen, Vögel und Heuschrecken vorbei, kamen irgendwo eingepfercht zwischen Liegestühle und Vogelkäfigen ein paar zur Rettung freigegebenen, jungen Katzen zum Vorschein.
Und ja, ich habe eins gekauft. BÄM!

Nein… ich musste stark bleiben. Für umgerechnete 15 Franken hätten man ein kleines, süsses Ding im Rucksack mit nach Hause nehmen können. Aber ich habs dann sein lassen.
Seither jagt mich der gequälte Katzenjammer in meinen Träumen.

Und schlussendlich waren wir am Ziel, in einem Markt, wo sich Skorpione am Boden herum tollten. Da fanden wir eine Kisten voller Fliegen, der Leibspeise der Chamäleons.

So verliessen wir mit einer surrenden Kiste unter dem Arm den inoffiziellen Zoo Beijings wieder.
Für mich gab es nichts. Mittlerweile fühle ich mich doch etwas zu alt für Spielzeug.

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