Dreckexempel

marco · April 21, 2011 · Beijing · 0 comments

Der Segen vom Regen ist in Beijing ja selten.
Das letzte mal, wo ich mich dran erinnern kann, dass es richtig geregnet hat, kann ich mich gar nicht wirklich daran erinnern.
Heute dann, einer dieser raren Tage.
Wie mir bei meiner Ankunft geraten wurde, verzichtete ich nicht auf die morgendliche Dusche, um ganz nackig mich vom Regen waschen zu lassen, sondern spannte den Schirm über mir auf.
Saurer Regen, sagten sie. Nur Dreck falle da vom Himmel, behaupteten die bösen Zungen.
In meiner jugendlichen Besserwisserei, glaubte ich ihnen natürlich nicht.
Heute wurde ich eines Besseren belehrt.

Was der Schirm nach fünf Minuten am trockenen zeigte, sollte ein kleines Beispiel dafür geben, was wirklich hier so in der Luft herum schwirrt. Der wasserabweisende Stoff sah aus, als hätte ich in als Schaufel gebraucht um ein bisschen in aufgeweichtem Morast nach alten Knochen zu graben.
Schmutzig wie ein Waschlappen, der für die Toilette gedacht ist, staubig wie ein vergessener Pullover in der Wüste.
Natürlich, ich übertreibe.
Und trotzdem gab der Schirm ein gutes Exempel davon ab, was wir hier tagaus tagein unseren Lungen antun.
Zum Glück hat es jetzt für die nächsten paar Monate ausgeregnet, sonst werden wir uns dem Dreck in der Luft noch viel zu sehr bewusst.

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