Doktorspiele

marco · March 03, 2011 · Botschaft · 3 comments

Wir feiern Premiere.
Dies soll der erste Blog über meine Arbeit sein.

Jawohl, viele scheinen das oft zu vergessen, aber eigentlich bin ich ja hier in Beijing am arbeiten. Mir ist es dann aber doch zuwider in meiner Freizeit auf dem Blog dem Lesern einen Bericht über meine Arbeit abzustatten. Würdet ihr doch auch nicht, nehme ich mal an. Oder ist einem von euch schon mal durch den Kopf geblitzt einen Bericht über seine Arbeit im Web zu veröffentlichen?
Nicht dass ihr langweilige Arbeit verichten würdet, ganz im Gegenteil. Aber trotzdem, das wäre zu viel Alltag.
Da bei mir die Anfrage für so einen Bericht jedoch stetig angestiegen ist, habe ich nun einen Grund gefunden mal über meinen Job hier auf der Botschaft zu berichten.

Schon mal ging es mir durch den Kopf und heute habe ich es einmal mehr gedacht:
Ich bin kein Informatiker, ich bin Doktor.
Dies schoss mir durch meine hohlen Gehirnhöhlen, als ich von einer Notoperation an einem Drucker zurück kam und mir die von Toner verspritzten Hände gewaschen habe. In dem Moment kam ein äusserst verzweifelter Patient auf mich zugestürmt, sein Computer habe eine Datei verschluckt. Mit Skalpel und Menoskop musste diese aus den tiefsten Innereien des Systems wieder herausgeschnitten werden.
Das geht nicht immer gut, manchmal ist der Fall einfach auch hoffnungslos und nicht Wiederbelebbares muss aufgegeben werden. An dem Punkt werde ich auch noch Psychiater.
Darauf kam auch noch der Chefarzt und verkündete verwirrt, dass sein Assistent komische Töne von sich gebe. Diesem wurden dann kurzerhand von mir die Stimmbänder abgeschnitten und so auf lautlos gestellt.

In letzter Zeit war einiges los auf der Praxis. Unsere Systeme wurden aufdatiert und auf die neue Windows 7 Oberfläche migriert.
Dies nahm einiges an Überstunden in Anspruch, verlief aber schlussendlich reibungslos.
Damit die User auch mit der neuen Umgebung vertraut gemacht werden konnten, versuchte ich für den Bund etwas ganz ungewöhnliches. Nämlich: etwas Neues!
Anstelle einer langweiligen Präsentation, wo der Botschafter einschlafen und alle anderen spätestens einen halben Tag später auf dem gleichen Stand wären wie der Botschafter der nie aufgepasst hat, nämlich bei Null, kreierte ich eine Video-Schulung.

Hier ein auflockerndes Exempel davon:

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19 weitere solche Schulungsvideos wurden bei uns geboren. Manche so kahl wie das Beispiel, andere etwas haariger.
Angekommen sind sie gut und werden jetzt noch weiter an unsere kleineren Stellen in China zur Adoption freigegeben.
Jetzt muss ich aber. Die Arbeit ruft. Das Internet hat Herzrythmusstörungen!

3 Comments:
  1. Hey Schlittä
    Super Artikel……geniales Filmchen……ich muss sagen, fast schade das ich nicht mehr in der Botschaft arbiete, denn nun verpasse ich all die oscarverdächtigen Blockbuster!
    Liebe Grüsse aus dem verregneten und kalten Kalifornien,
    Schlittä-Schwoscht

    Trinälä · March 03, 2011
  2. yo! läck isch ja dr füdleblutt wahnsinn, gits di nöigeborne o uf franzöisch? würd grad e par adoptiere, hätt pflegöutere en masse hie in abidjan… 🙂
    cheers vome möchtegärn-schlitte!

    schägu · March 04, 2011
  3. sind das die, die in zürich gezeugt wurden? 19 babys in 6 wochen – strubi mueter! Congrats!

    james · March 09, 2011

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