Delegation Tschuy in China

marco · May 12, 2012 · Beijing, Chineese Culture, Food · 0 comments

Es plätschern ja hin und wieder Besucher in China ein. Da war es nur eine Frage der Zeit bis meine Regierung, sprich meine Eltern, auch mal eintreffen würden. Den ältesten Bruder hatten sie gleich mit im Schlepptau und so zogen wir durchs Land.

Für mich neu diesmal war, dass ich für die Ehrengäste ein Auto organisierte. Ohne Chauffeur, denn fahren kann ich selber, auch wenn es sich beim Gefährt um eine eher klapprige “Peugeot”-Kiste handelt.
Eins ist klar, im schweizer Fahrstil käme man in China nicht weit. Da würde man irgend in einer Einfahrt alt und grau dahin vegetieren.
Die Devise im pekinesischen Strassenverkehr lautet: drängeln was das Zeug hält. Das funktioniert erstaunlich gut. Teilweise wird im Stau oder stockenden Kollonenverkehr Millimeter Arbeit verrichtet. Und für die Ultra-Drängler, von denen es ein paar Millionen gibt und sich skrupellos an den stehenden Autoschlangen über den Pannenstreifen vorbeischleichen, um dem Vordersten vor die Nase zu fahren, hat man auch ein As im Ärmel parat. Die Hupe! Wo ich in der Schweiz kaum wusste, wo sich diese befindet, wurde ich hier zum regelrechten Hupexperten.
Die Frechheit der Chinesen wurde somit gekonnt behupt. Und auch wenn die Effizienz davon in Frage gestellt ist, rein dem Gemüt tat es gut.

Irgendwie fanden wir immer einen Weg durch den Verkehr zum Ziel. Dort wurden diese Schweizer mit weisser Haut, und teils weissen Haaren, auch oft behandelt wie Stars. Nicht nur auf meiner Kamera, sondern auch auf deren von ein paar Chinesen sind nun Bilder dieser Art zu finden. Familienzuwachs à la chinoise.

Nach erklommenen Treppen zur Mauer, dem Gang in verbotene Städte, Erleuchtungen in Himmels- und Lama-Tempel und Besuch im Vogelnest ging die Reise weiter nach Shanghai. Diesmal jedoch ohne den Nervenkitzel der Strassen, mit 300 Sachen auf Schienen. Was es in Peking an Kultur gibt, findet man in Shanghai an essen. Dank dem durch viele Jahre angeeigneten Insider-Wissen von Sarah, wurden wir sprichwörtlich in kulinarische Höhen getragen. Von Essen auf ca. 300 Metern über der Stadt, bis zu den paradiesischen Geschmäckern Yunnans.
Das Tüpfelchen auf dem I lieferte das Wetter, welches stets mit uns war.

Zurück in Peking gab es auch für mich eine Neuerung. Eines der Abendprogramme gestalteten wir akrobatisch. Für was die Chinesen ja weltbekannt sind, wird in Peking jeden Tag vorgeführt. Wo wir in Europa ins Kino gehen, geht man in Peking eine Akrobatik-Show anschauen. Und wahrhaftig, zu staunen gab es viel. Jegliche Utensilien die man in einem normalen zu Hause findet, wurden verwendet und umfunktioniert zu waghalsigen Künsten. Es wurde auf Stuhltürme geklettert, etwa 15 Leute auf ein Fahrrad gedrückt, mit Schirmen jongliert und auf Treppen umher getanzt. Teilweise verrenkten sich die Akrobaten derart krass, dass man den eigenen Rücken schon nur vom zuschauen knacken hörte.
Zum grande Finale dann wurde noch die Todeskugel enthüllt. Ein enges Gittergerüst, wo anfangs ein Motorrad allein seine Loopings dreht und am Schluss deren Sechs darin ihren Weg suchen und finden.
Nehmt euch die 5 Minuten um diese abartigen Stunt mitzuerleben:

Die Delegation gab sich sehr zufrieden. Gestern, bei einem abschliessenden Drink in einer japanischen Whiskey-Bar fragte mein Bruder in die Runde, was denn in diesen zwei Wochen jedem am besten gefallen hat. Die Nummer Eins Platzierung viel bei allen etwas anders aus, aber dicht gefolgt darauf kam jeweils das Essen. Ja das stimmt, Essen kann man Querbett ausgezeichnet in China. Und das reicht von exotischen Schweinsinnereien, bis zu abgefahrenen Balsamico-Eiskrem. Allein für den Gaumen also ist es die Reise nach China wert.

Eigentlich seien sie in allen Belangen positiv überrascht worden, meinte die Delegation abschliessend. Und die Statistik zeigt doch, dass dies eigentlich allen Besuchern bisher so ergangen ist.

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