Chinesischer Schweizer Firmenausflug

marco · April 12, 2012 · Chineese Culture, Travel · 1 comments

Schon mal im Diesel Zügli durch einen Bambuswald gebraust?
Schon mal in Wein gebadet?
Schon mal schwarzer Reis gegessen?

Alles möglich in China. Aber nur dort, wo man es nicht erwartet.

Zum Osterwochenende wurde mir die Ehre zu Teil, meine Freundin auf ihrem Firmenausflug zu begleiten. Soviel ich wusste arbeitet sie für eine Schweizer Firma. Ausser dem Chef und ihr selbst, sind jedoch alle Mitarbeiter Chinesen. Da erstaunt es wenig, dass es ein sehr chinesischer Ausflug wurde.

Als erstes gab es mal wieder Bambus. Zuerst auf dem Teller, und dann noch am Berg. Da wo der Bambus am schönsten spriesst, kann man den Berg erklimmen. Jedenfalls die, die die Kraft dazu haben. Für alle anderen gibt es ein Diesel betriebenes Tschu-Tschu Bähndli, das einem zu den Gondeln tuckert, welche einem dann auf die Bergspitze gondeln.

Die Szenerie wäre unglaublich. Dichter Bambus überall. Grün. Wuchernd soweit das Auge reicht. Aber leider Wie so oft wird diese Pracht ausgemerzt und mit tausenden Besuchern überschüttet. Da ist nichts von wegen Ruhe und Idylle. Wo wir uns noch ganz schweizerisch für eine Wanderung ausrüsten wollten, mit Wasser, Brot, Banane und Schoggi, merkten wir schnell, dass dies überflüssig war. In maximalen Abständen von hundert Metern gab es jeweils ein hingestellter, chinesischer Kiosk.
Nichtsdestotrotz, der Aufstieg, schön präpariert mit mehr oder weniger gleichmässigen Treppenstufen, war harter als erwartet und die Aussicht oben dann auch ganz beachtlich. Und wo es bei uns auf der Spitze jeweils Kafi-Lutz und ein paar Pommes Frites gibt, wird auf dem Bambusberg Bier und “stinky Tofu” serviert.

Um die Beine für die paar hundert Treppen Stufen zu entlöhnen (jedenfalls jene, die sie effektiv erklommen sind), gab es danach ein Spa.
An dem See mit Namen “Tian mu hu” wurden wir im “Hentique” Hotel einquartiert. Und das hatte es durchaus in sich. Am Hang gelegen, wird man als erstes im Lift überrascht, wo man in der obersten Etage einsteigt und nur Stockwerke nach unten zur Verfügung stehen. Vor dem Hotel erstreckte sich dann auch eine elegante Aussicht auf den genannten See. Dieser von dem her auch für eine Überraschung gut, da die gegenüberliegende Küste, entgegen allen Erwartungen, null überbaut ist und man so schon fast etwas Kitsch in der Wasseroberfläche aufglitzern sah.

Jedoch die grösste Bescherung gab es eben im Spa, als wir plötzlich in unserer Badehose vor einem heissen Pool voller Wein standen. Daneben gleich noch ganz andere Aromen, wie Kirsche, Ingwer, Rosen-irgendwas und sonstiges Zeug.
Zugegeben, einen Schluck habe ich von keiner dieser Bäder genommen. So einer hätte wohl mehr als nur ein befreites Gefühl und ein wenig Schwindel ausgelöst. Allem voran wahrscheinlich auf der Toilette. Dafür haben wir die Aussicht umso mehr eingesogen, denn in einem heissen Bad zu schwadern, dazu mit Aussicht auf See und Sterne, dass lässt sich durchaus geniessen.

Das Abendessen dann eher wieder hardcore chinesisch. Das uns vertrauteste der etwa 20 Gerichte auf dem Tisch war wohl der Reis. Und auch der wurde am Schluss noch schwarz und mit Zucker serviert.
Kaum fertig gespachtelt, werden die Stäbchen hingeschmissen und ohne ein Wort zu sagen haben die chinesischen Kollegen der Raum verlassen.
An zwei grossen Tischen blieben nur wir 3 Schweizer übrig.
Wir füllten die Gläser auf ein letztes und beendete den Abend à la chinoise.
GANBEI!!!

1 Comments:
  1. …wo du doch immer wieder hinkommst…unglaublich!
    LG Trinälä

    Trinälä · April 12, 2012

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