Was haben Van De Walle, Disney, Hollande, Pharrell und Götze gemeinsam? Wäre da nicht der erste Name drin, wäre die Sache etwas einfacher, nicht? Nun, ich helfe euch auf die Sprünge: sie sind alle im Juli passiert. Mein letztes Projekt der Produktionsphase passiert als erstes. Dabei habe ich das Privileg, völlig auf eigene Faust zu agieren. Ich bin nämlich der „Making-of guy“. Also eigentlich der, der allen auf dem Set im Weg ist. Sollte allerdings die Dokumentation der Dreharbeiten gut ausfallen, wäre diese auch durchaus in der Lage, mehr Lorbeeren zu kriegen, als der eigentliche Film. In meinem Fall wage ich das jedoch zu bezweifeln, denn der Film, den ich notabene noch mitgeschrieben habe, könnte ganz gut werden. Es ist das erste Mal, wo ich an einem Set bin und das Gefühl habe, so könnte es in „echt“ aussehen. Das Team ist fokussiert und schnell, die Schauspieler perfekt besetzt und äusserst professionell. Auch wenn man das zuerst nicht so recht vermuten könnte. Ein seriöses Interview krieg ich jedenfalls mit keinem der Stars richtig hin. Die Schauspieltruppe versteht sich gut untereinander und hat ein richtiges Gaudi. Der Unterschied dann hier zu den anderen Sets, sobald es für diese Schauspieler heisst: „ready […]
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Der Nadelbaum ist schon wieder weg. Leider zu spät für diese kleine Kunstwerke von Kugeln, die man in Paris findet. War schön die Weihnachtszeit. Und die grösste Bescherung hat wohl der Storch gebracht. Jetzt bin ich doch tatsächlich Onkel geworden, gloubsch? Der kleine namens „Elio“ ist just noch vor dem Weihnachtsmann am 5. Dezember durch die Tür getreten. Geglaubt, den Weihnachtsmann höchstpersönlich zu sehen, habe ich bei einer unseren Master Klassen. Jan Harlan, der gutmütige Opa hat dabei verwechselnde Ähnlichkeit mit dem Mann vom Nordpol. Doch ich kann bestätigen, er ist es nicht. Nicht minder spektakulär ist er jedoch ein Verwandter von Stanley Kubrick, der bei einigen seinen Meisterwerken als Produzent zur Seite stand. Er hielt daher auch einen äusserst enthusiastischen Vortrag bei uns an der Schule. Gezeigt hat er uns mit diesem Film, wie simple es sein kann, eine packende Geschichte zu erzählen. Die einzige aber wichtigste Hauptzutat jeweils, eine bomben Idee (der zu hörende Fussball-Kommentar übrigens ein Original und so geschehen). Auf dem Computer-Desktop habe ich während des Vortrages auf einmal einen Ordner erblickt mit dem Titel „Mani Matter“. Ich konnte es nicht unterlassen, Jan Harlan am Ende seines Referates darauf anzusprechen. Da er deutsche Wurzeln hat, hab […]
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Die folgenden Zeilen sind wohl einige der schwersten, die je auf diesem Blog publiziert wurden. Diesmal dienen sie nicht nur der Unterhaltung, sonder dienen sie auch dem Helveten im fernen Osten, seine schweren Augenlider offen zu halten. Tscheggsch? Es lagged der Jet! Frisch gebacken, wie das Buttergipfeli in der neuen Reinhard Bäckerei im Bahnhof Bern, aus der Heimat zurückgekehrt, hat mich die chinesische Heimat wieder. Ein wunderschöner Urlaub war es. Von A wie Weihnachten, bis B wie Neujahr. In den Niederungen fühlte es sich weniger wie ein Winter-, aber wie ein Frühlingsurlaub an. Was nicht daran hinderte, trotzdem den Allerwertesten auf einen Schlitten zu setzen, und beim Kiental den Berg herunter zu rasen. Mal abgesehen vom füddlibluten Asphalt in den Waldteilen, ging das auch ganz tüchtig zur Sache, wie diese ungeschnittene, mit vom Samichlaus überreichter GoPro-Kamera erstellter Aufnahme, beweist: Wofür aber die Schweiz vor allem steht, ist Leckereien. Glaube kaum, dass ich über so kurze Zeit, je soviel Käse zu mir genommen habe. Im Durchschnitt gab es über zwei Wochen verteilt wahrscheinlich jeden zweiten Tag entweder Fondue, oder Raclette. Ist ja auch ganz gesellschaftlich, dieses gemeinsame Käsekleckern. Auf dem teils etwas aufgepimpten Schnee zu Fusse der Eigernordwand, konnte bei strahlendem […]
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Vom Sofa aus in Lugnorre beobachte ich das Lichtspektakel der Sonne, die sich hinter einer Wolke am Horizont versenkt. Farben überall. Heute war der einzige Regentag in meinem ganzen, wenn auch nur kurzen, Aufenthalt in der Schweiz. Aber es fühlt sich alles andere als kurz an. Das vollgepumpte Programm liessen mir meinen Blitzbesuch erscheinen, als wäre ich einen Monat lang in der Heimat gewesen. Für vieles hat es gereicht und das meiste davon wurde noch übertroffen. So wurde zum Beispiel aus einem farbigen Armband am Coldplay Konzert ein Lichterspiel an 48’000 Handgelenken. Aus einem Grossmutter-Spaziergang wurde eine rasante Wanderung auf die Axalp. Auf eine Tennissession folgte ein Hungerrast. Aus einem Termin bei der Dental Hygienikerin resultierte ein weiterer Termin um das Loch gleich zu flicken. Aus einer Karate Lektion wurde Kampfkunst. Aus mehreren Bandproben fruchtete ein wahnsinnig nervendes Konzert mit s!Närvt. Aus dem immer wiederkehrenden Fest auf dem Hügel Lugnorre wurde eine Fete woran sich auch noch die Nachbarn daran erinnern werden. Das zu Hause Lugnorre entpuppte sich von neuem als kleines Paradies. Und die Familie und Freunde sind und bleiben unübertrefflich. Merci Helvetia! Immer wieder schön dich zu sehen.
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“2013 ist die Markthalle Geschichte” Der Titel des Artikels lässt mich erstarren und ungläubig weiterlesen. Es scheint Tatsache zu werden, in Bern sollen der allseits beliebten Markthalle die Türe verschlossen werden. Und wer wollen sie drin haben? “Einer für das Ganze”! (http://www.derbund.ch/bern/nachrichten/2013-ist-die-Markthalle-Geschichte-/story/11611652) Das sind beinahe chinesische Zustände. In Peking gehen ganze Quartiere vor die Hunde, nur um einer grossen Einkaufsmeile Platz zu machen. Niedergewalzt wird Kulturgut, damit Gucci eine neue Led-Leinwand dahin platzieren kann. Erst letzthin war es mal wieder so weit und ich konnte mein Haar vom Schopf durchs Nasenloch hochziehen. Dies ist der Moment, wo ich am Morgen aufstehe und es weder Gel noch Dusche gelingt, mein konzeptloses Puff auf dem Kopf wieder zurecht zu rücken. Es war an der Zeit für den Meister der Schere. Meiner einer hat gezügelt und befindet sich in dem sehr anschaulichen Soho im Quartier Sanlitun. Vier weiss, grau geschwungene Türme, die wie horizontale Meerwellen da stehen, umringen einen einsam stehenden, kleineren roten Kegel. Ein Architekt wurde die Ehre zu Teil seine Kindheitsträume im angesagtesten Quartier Pekings auszuleben. Es ist gelungen. Das Gebilde ein Schmaus fürs Auge. Aber auch gerade nur fürs Auge. Beim betreten der Mall überkommt mich ein kalter Schauer. Stinkige […]
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Man hat eine Reise gemacht. In die Heimat. Mit Hainan. Direkt. Einmal kurz eingenickt und BÄM, da war sie, die Schweiz. Und gezeigt hat sie sich von ihrer Schönsten und Süssesten Seite. Schön, etwa so. Und süss, etwa so. Wie paradiesisch die Schweiz ist, wissen wir ja alle. Darum verliere ich hier keine grossen Worte darüber. Ein paar Notizen habe ich mir allerdings schon gemacht, und die sollen hier unverblümt und unkorrigiert aufgeführt werden: – Der Himmel ist schon blauer – Die muhende Kuh, zusammen mit den Jodlern im Transfer-Zug am Flughafen, lässt mir jedes Mal ein bisschen Wasser in den Augen hervor quellen. Und zwar bei Abreise, wie auch bei Ankunft – Alle Autos glänzen, wie brandneu gekauft aus der Garage – Cailler ist die beste Schokolade der Welt. Da können mir die Belgier noch lange – Die Welt dreht sich hier gemütlich und entspannt. Schon nur die Sprache ist langsam – Überall tummeln sich Familien – Man kann nicht durch Bern laufen, ohne jemanden zu treffen, den man kennt (Dorf) – Null Anonymität – Schweizer sind generell freundlich (vielleicht hängt es auch vom Wetter ab) – Alles ist wirklich bunt und wirklich farbig (vielleicht hängt auch das vom […]
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Manch einer von euch erinnert sich vielleicht noch an unseren Ausflug letztes Jahr, ins Hinterland Chinas, nach Zunhua (siehe Rural China). Diese kleine Reise ging letzte Woche in die zweite Runde. Denn wir Schweizer halten ja, was wir versprechen. NB: merkt man mir eigentlich an, dass ich auch Opfer davon werde und im Ausland weiter und weiter in die patriotisch, rot-weisse Abteilung rutsche? Eben, wir halten was wir versprechen und somit statteten wir Zunhua einen weiteren Besuch ab. Im Gepäck: 23 Computer zur Spende. Empfangen wurden wir, als hätten wir den ganzen Staat gerettet. Alle Lehrer der kleinen Schule standen erneut Spalier und applaudierten bei unserer Ankunft. Im Schulhof liefen wir zu Marschmusik ein und nahmen an einem langen Tisch, aufgestellt wie an einer Pressekonferenz vor der ganze Schule, Platz. Darauf kamen die Schüler. Militärisch liefen sie ein, jeder mit seinem Holzstühlchen unter dem Arm. Wer ein bisschen aus der Reihe tanzte, wurde von der Lehrerschaft unsanft zurück befohlen. Die Übergage-Zeremonie begann. Hände wurden geschüttelt, erneut Musik eingespielt, symbolisch wurde ein Computer, fälschlicherweise von mir in einem Druckerkarton verpackt, übergeben, jeder hielt eine kleine Rede, die von unserer Dolmetscherin übersetzt wurde, unser Diplomat verlass ebenfalls noch ein paar gut und […]
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Der Frühling hält ja mittlerweile mancherorts Einzug. So auch in Peking. Nein, Moment. Der Frühling ist hier schon wieder vorbei. Wahrhaftig, vom einten Tag auf den anderen blühten plötzlich die Bäume, die Sprossen platzten auf und in wenigen Tagen war alles farbig. Farbig ist vielleicht auch ein etwas übertriebener Ausdruck, denn in dieser staubigen Stadt bekommt nichts wirklich satte Farben ab. Aber trotzdem, es wurde farbiger. Und jetzt, sind wir grosszügig und sagen wir, 2 Wochen später, ist der Frühling vorbei und morgen sind 28 Grad vorhergesagt. BÄM!!! Dies geht ja bei weitem nicht so schnell in der Schweiz. Wie alles andere auch dort, kommt der Sommer gemütlich anmarschiert. Nun, wo sich sicherlich alles farbenprächtig präsentiert, die Vöglein zwitschern, wieder etwas weniger Stoff aus dem Kleiderschrank genommen wird und die vom Winter unterkühlten Gemüter sich erwärmen lassen, ist es an der Zeit in die Luft zu gehen. Bei meinem letzten Aufenthalt in der Schweiz, der im Januar stattfand und leider keinen Blogeintrag abbekommen hat, wurde mir diese Ehre erwiesen. Ich durfte per Gleitschirm in die Lüfte. Der Mensch geht ja dem Traum vom Fliegen sehr enthusiastisch nach und der wird ausgemerzt wo es nur geht. Aber von all den Methoden […]
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Ist man eine Weile weg von der trauten Heimat, fallen automatisch Dinge auf, die einem sonst vielleicht verborgen bleiben. Hier eine kleine Sammlung davon, was einem Auslandschweizer aus China so ins Auge sticht: – Die helvetische Luft hat enorm viel Sauerstoff – Wie bisher bei jedem Besuch, sind die ÖV-Tickets schon wieder teurer geworden – Jedes zweite Geschäft ist ein Schuhladen – Um Mitternacht ist der Bahnhof voller komischer Gestalten – Parkbussen werden schnell und erbarmungslos ausgeteilt – Auch Schweizer Spuken und Rülpsen – Im Kino gibt es während dem Film eine Pause – In Grächen, Wallis, sind fast alle Serviceangestellte Deutsche – Es wird viel und lange über so manches studiert, vorallem an der Uni – Züri West kann am Tisch nebenan einen Kaffee trinken, und niemand kümmerts – Der Coop im Bahnhof ist durchgehend voller komischer Gestalten – ‘Horror’ scheint das meist gebrauchte Wort in schweizer Schlagzeilen – Jedes dritte Geschäft ist ein Kosmetikladen – Mamas und Papas Küche ist und bleibt die Beste – Man besetzt prinzipiell zwei Sitze im Zug, auch wenn man niemand sonst erwartet – Die Schweizer machen den Chinesen Konkurrenz im Drängeln – Ist da eine Migros, ist der Coop nicht weit – […]
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