Beijing, Zai Jian

by marco· August 30, 2013· in Beijing· 1 comments tags: Beijing
Nun ist es also Wahrheit, meine Zeit in China ist um. Die letzten paar Tage in Beijing zeigten sich noch von der allerbesten Seite. Angenehme Temperaturen bei Sonnenschein und blauem Himmel. Ein schönes Geschenk von dieser Stadt, die mir doch sehr ans Herz gewachsen ist. Um den Abschiedsschmerz zu schmälern, und das Feier zu vergrössern, kamen noch Freunde von uns aus Shanghai zu Besuch. Mit ihnen begannen wir dann die nostalgisch, letzte Tour durch die Strassen. Dabei durfte natürlich eine meiner Lieblingsecken der Stadt nicht fehlen: das Künstlerviertel “798”, das auch stets zu guten Fotosujets zu anregen vermag: Natürlich lag ein letzter Besuch in der japanischen Bar “Glen” auch drin. Das die Bar, die kaum einer finden würde, wenn er nicht wüsste, dass sie sich in einem stinknormalen Wohnhaus versteckt. Die Weltklasse Drinks bleiben aber im Gedächtnis haften und Qualität spricht sich schnell rum. Das letzte Mahl nahmen wir dann in einem zum Restaurant umfunktioniertem Tempel ein, das sich schlicht auch “The Tempel” nennt. Eingequetscht zwischen den tiefgelegenen Hutongs, ist das zur Zeit der leckerste Geheimtipp, der Beijing zu bieten hat. Und zu guter Letzt liessen wir auf dem Tian’anmen die Korken knallen. Wahrhaftig. Zuerst mussten wir noch biebern, ob […]
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Fertig Botschaft

by marco· July 25, 2013· in Beijing, Botschaft· 1 comments tags: karaoke, Kempinski
4 Jahre Botschaft vorbei! BÄM! Und wir sitzen in einer leeren Wohnung. Die Wohnung wurde rasant und mit voller Manneskraft leer geräumt. Etwa 10 Chinesen kamen vorbei und haben im Eilzug alles in Kisten verpackt. Dabei haben sie teilweise regelrechte Karton-Kunstwerke errichtet, die schon an sich als Möbel durchgehen würden. Absolut surreal dann der Abschied auf der Botschaft. 4 Jahre? So ein Quatsch, das waren doch niemals 4 Jahre. Und doch, die Jahreszahlen täuschen nicht. Als wäre ich erst gestern als unerfahrener Schnösel auf das Gelände spaziert. Unglaublich. Zur Feier des Abschieds, durfte natürlich das obligate Karaokee nicht fehlen. So landeten wir genau in dem Schuppen, der Quasi gegenüber meine Zuhause ist, ich aber zuvor noch nie einen Schritt hinein wagte. Wir waren eine gemischte Gruppe aus Chinesen und Schweizer, und diesen Unterschied hat man frapant bemerkt. Die Schweizer eher auf Songs bedacht, die irgendwie jeder mitjohlen kann, die Chinesen hingegen ganz ernst und seriös und jeder mit seinem eigenen Liedchen. Auch rhythmisch stets ganz was anderes. Wo wir tanzbares auswählten, fiel die Wahl der Chinesen eher auf ganz dramatische Liebeslieder. Singen jedoch tuen sie allemal besser als wir. Und heute dann war es an mir, meinen Kopf in jede […]
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Wir brechen langsam die Zelte ab. Die Schränke leeren, und die Müllsäcke füllen sich. Bald schon ist das Kempinski Apartment 422 Geschichte. Um den Kopf von dem ganzen Umzugs-Tumult zu lüften, verschlägt es meine zwei Turnschuhe in letzter Zeit öfters hinaus in die Natur zum joggen. Die letzten paar Wochen, ziehen vor meinem inneren Auge vorbei. Shanghai haben wir schon verabschiedet. Am letzten Wochenende zeigt es sich von allen möglichen Seiten. Regnerisch, gewitterig, heiss, schmackhaft. Uns bleiben wird vor allem: der pompöse Abschied. Ganz traditionell, gibt es beim Rückflug die obligate Flugverspätung von nur ein paar Stunden. Und der Pilot dreht zur Feier des Tages auch noch gleich ein paar Ehrenrunden. In Beijing zur Zeit absolute Frischluft-Galore. So kriege ich bei meinem sportlichen Spaziergang viel Grünes zu Gesicht, im selbsternannten zweitgrössten Park, der überhaupt je in irgendeiner Stadt Platz gefunden hat: dem Chaoyang. Der Chaoyang Park hat einiges zu bieten. Eine seit 2010 eingestellte Baustelle für das selbsternannt grösste Riesenrad. Ein Luna-Park mit verrosteten Achterbahn-Schienen und patentlos herumstehenden Disneyfiguren. Ein Notunterstand für unvorhergesehen Gewitterstürme, natürlich aus Metal. Ein Seilpark, der mit morschen Latten ein unvergleichbar neverkitzelndes Erlebnis bietet. Ein gut besuchtes Swimmingpool, wo man vor lauter Leute das Wasser nicht […]
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Ich musste also zuerst nach China kommen, um mein allererstes Live Fussballspiel miterleben zu dürfen. Gloubsch? Und es sollte ein torreiches Spiel werden. Gespielt haben die Lokalmatadore Beijing Guoan, gegen die Hass-Rivalen aus Tianjin. Austragungsort war das berühmt, berüchtigte “Workerstadium” im Herzen der Stadt. Bereits auf dem Weg dorthin gehen mit mir zahlreiche, grün gekleidete Fans. Diese vermehren sich beim Näherkommen stets, bis ich mit meinem weissen T-Shirt der absolute Aussenseiter bin in der grünen Masse. Kurzerhand kaufe ich mir auch eines dieser knallig, grünen T-Shirts, so bin ich wenigstens nur noch der Weisse im Gesicht. Welches denn der Starspieler sei bei Beijing Guoan, frage ich den T-Shirt Verkäufer. “Kanuta”, meint er freudig. Klingt nur so halb chinesisch in meinen Ohren. Und als ich den Namen ausgeschrieben vor mir sehe, weiss ich auch warum. Der Spieler im Sturm mit der Nummer 11 ist Franzose und heisst “Kanouté”. Die chinesischen Clubs müssen sich mit den ausrangierten Spielern, wie dem 36 jährigen Kanouté begnügen. Alles andere ist entweder zu teuer, oder der chinesische Fussball schlicht für Stars zu langweilig. So packten auch die Spitzenspieler Anelka und Drogba noch vor Ablauf ihrer Verträge beim Shanghai Club Shenhua gleich wieder ihre Koffer. Wie bei […]
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In China gibt es viele Leute. Immer und fast überall. Hier funktioniert die Grundregel nicht “komm wir gehen unter der Woche da hin und das anschauen”. Nein, hier trifft man 7 Tage die Woche Menschenscharen an. Natürlich auch auf der grossen Mauer. Für einmal jedoch wollen wir, zusammen mit meinem Bruder und seiner besseren Hälfte, dieses steinige Stück für uns allein. Per Taxi kurven wir einige Stunden hinaus in die chinesische Pampas. Das Wetter spielt gut mit. Am Tag zuvor hat es geregnet und den Staub von Bäumen und Büschen weg geputzt. Die Farben knallen hervor, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Nach einer Pause bei einer Raststätte, wo wir Cailler Branchli mampfend die Attraktion des Tages darstellen, biegen wir auf eine kleine Nebenstrasse ab. Die schlängelt sich den Hang empor, und zwischendurch erhascht man in der Ferne bereits ein paar Türmchen der Mauer. Bei einer von Hügel eingeschlossenen, rustikalen Baracke halten wir an. Wir sind angekommen beim “Dong Po Inn”. Ein chinesisches Ehepaar hat hier draussen ein Guesthouse errichtet, für genau solche wie wir, die die Mauer einmal nur für sich haben wollen. Der Trick dabei, der Gastgeber späht mit seinem Feldstecher auf die Mauer und schaut, wann […]
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Und wie beinahe schon fast in alter Tradition, hier der Kurzfilm zum ruhigen Pflaster: Und der ultra Kurzfilm zum lauten Pulver: Jetzt müsst ihr euch das Geknalle und den Rauch nur noch in tausendfacher Ausführung vorstellen und ihr habt vielleicht den Hauch einer Idee davon, was in diesem Land zum chinesischen Neujahr abgeht. BÄM!
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Nicht zur Feier des Tages, aber zum Feiertag, gleich zwei neue Blogs, gloubsch?! Heute habe ich von einem Kollegen ein Auto ausgeliehen. Dieses Auto trägt keine Plakette von Beijing, sondern eine aus Shandong. Fragt mich nicht warum. Das jedoch bedingt, dass man mit diesem Auto zu gewissen Zeiten auf Beijinger Strassen nicht fahren darf. So eben genau dann, wann ich damit fahren will. Ich denke mir, halb so wild, von der Botschaft nach Hause zum Kempinski ist es nur gerade ein vergrösserter Katzensprung und werde jetzt wohl unterwegs keine Polizei antreffen. Ich setze mich hinters Steuer und fahre los. An der grossen Kreuzung zu meinem Zuhause springt die Ampel auf Rot, als ich passieren will. Ich bin prominent an zweit vorderster Stelle. Und da sehe ich es: Die Kreuzung ist bumsvoll Polizei! Ein Verkehrsregler fuchtelt wild umher vor uns, er scheint die Lage nicht recht im Griff zu haben. Aber welche Lage denn überhaupt? Ich krieg langsam schweissige Hände und fahre etwas näher an das Auto vor mir auf, um meine Plakette zu verstecken. Ich sehe mein Zuhause vor meiner Windschutzscheibe. Ein paar hundert Meter weiter und ich hätte es geschafft. Aber nein, die Ampel bleibt rot, ewig, und die […]
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Auf meiner “zu tun” Liste für Beijing, steht ganz oben “Skifahren mit Chinesen”. Und tatsächlich habe ich dass, jetzt wo der Winter langsam ausklingt, letztes Wochenende noch geschafft. Es war ein Wochenende voller Überraschungen. Nach 3 Stunden Fahrt durch chinesische Einöde und Industrie (ein Atmoreaktor nach dem anderen), kommen wir in Wanglong an. Wanglong, das grösste Skigebiet Chinas, das St. Moritz Asiens. So in etwa lautet die Werbung. Allerdings sind sie noch nicht ganz bereit das Paradies zu eröffnen. Auf dem Weg zu unserem Hotel passieren wir Baustelle an Baustelle. Da muss noch etwas gefeilt werden, um die Ortschaft idyllisch zu gestalten. Wir beziehen unser Hotel. Es liegt direkt an der Piste. Wahrhaftig. Eine Brücke, die von der Piste abzweigt, führt direkt in das Hotel hinein. Die Pisten, die den Hang von 2000 Metern Höhe zieren, sehen aus, wie mit dem Rasierapparat einrasierte Kerben ins Haar. Was wir natürlich noch brauchen, ist Material. Dabei sind wir bei weitem nicht die einzigen. Das System um Material zu kriegen, demnach etwas kompliziert. Am Ticketschalter kauft man zuerst einmal das Abo. Dann geht man Schuhe anprobieren. Wenn man welche findet, die passen, werden die notiert und auf die Seite gestellt. Zurück am Ticketschalter […]
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Auf dem Dach von meinem Gebäude steht neu eine chinesische Skulptur. Diese hält ein Schild hoch, das sagt: “ich sehe nichts!” Dieser Spruch traff nie so gut zu, wie letzten Samstag, denn man sah die Skulptur vom Boden aus kaum mehr. Da vermutete ich schon, dass es ganz übel sein müsse mit der Luftverschmutzung. Als ich jedoch die Werte überprüfte, blieb mir fast die Luft weg: Dabei war ich immer der Annahem, dass die Messung bei 500 aufhört! Und wieso zwei Werte? Berechtigte Frage. Der erste Wert, ist derjenige von der US-Botschaft, und der zweite jener der Chinesen. Man sieht, sie sind sich kaum einig. Um euch klar zu machen, wie dramatisch diese Zahl ist, hier ein Vergleich: Wenn in Deutschland eine Stadt über 2 mal im Jahr den Feinstaubwert 50 überschreitet, dann bekommt sie von der Regierung vorgeschrieben, Massnahmen zu treffen. Anderes Beispiel, wenn in der Schweiz der Wert über 50 steigt, ist das bereits alarmierend und konsequenterweise dürfen dann die Autos auf der Autobahn nur noch mit 80 Kmh fahren. Samstag Nachmittag hatten wir also bereits das 10 fache davon überschritten, mit dem Unterschied, dass die Autos auf pekinger Strassen getrost weiter kutschierten. Das wiederum führte dazu, dass […]
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Es schneit in Peking. So richtig! Seit ein paar Tagen wollen die weissen Flocken hier im Norden, nicht mehr aufhören zu frohlocken. Das hebt natürlich die Weihnachtsstimmung und die Vorfreude auf den baldigen Urlaub in der Schweiz. Bis dahin hilft das Kempinski die Zeit zu überbrücken. Die haben hunderte Tannenbäume in jeder erdenklichen Ecke aufgestellt. Wo das Hotel Westin neben an einen hässlichen Baum in der Form eines Trichters aus Plastik hat, beherbergt das Kempinski buschige Tannen aus der Inneren Mongolei. Übrigens sind auch die gelungenen roten Männer weiter oben auf dem Bild vom Kempi, die fördern nämlich auch Kunst. Kempinski 1, Westin 0. Und es geht noch weiter, jeden Adventssonntag lädt das Kempi kleine Engel ein, die unter dem Tannenbaum “Stille Nacht” singen. Ohne verachtend zu klingen muss ich aber gestehen, dass ich bis heute nicht sicher bin, ob sie es in einem unverständlichen Deutsch, oder auf chinesisch trällern. Ist ja auch egal, dafür gibt es warmen “Glue Wine”. Herrlich klebt der auch tatsächlich, dank dem vielen Zucker. Die Deutschen also Meister in der Verbreitung vom Weihnachtsgefühl in China. In Shanghai dann ist es der Paulaner, der tatkräftig mithilft. Der stampft für ein Wochenende einen “Christkindlmart” aus dem Boden, […]
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