Brasilien, ich muss mal

marco · April 28, 2012 · Beijing, Chineese Culture, Food · 0 comments

Die Chinesen mögen es durchaus mal gern brasilianisch. Obwohl, meist kommt es einem dann doch etwas spanisch vor.

Es herrscht grosses Kommen und Gehen auf der Botschaft zur Zeit. Auch mein Bürokumpane hat seinen Job an den Nagel gehängt. Zu diesem Anlass wurden wir von einem chinesischen Kollegen zum brasilianischen Barbecue ausgeführt.
Als erstes packte der auch gleich eine Flasche “Bai jiu” aus. Dies das nationale Alkoholgesöff, welches einem drei Tage danach noch Magenbrennen verursacht. Diesmal jedoch war ich um das Getränk dankbar, denn irgendwie verlieh es mir das Gefühl, dass es all die Bakterien, die ich übers Essen einnahm, auch gleich wieder verätzte.
Was genau an dem brasilianischen Barbecue hätte brasilianisch sein sollen, ist mir jetzt noch nicht klar. Das Buffet, das voll gestopft war mit der billigsten zu findenden Ware, breit gefächert von Pommes Frites bis Salat mit French Dressing, kann es nicht gewesen sein. Mit aller höchster Wahrscheinlichkeit waren es die enormen Spiesse, mit aufgestochenen Hühnern bis Rindszungen daran, die uns alle paar Minuten auf den Tisch geknallt wurden. Das Fleisch daran roch allesamt gleich nach den Überresten vom Fisch auf dessen Grill es gebraten wurde.
Sowieso schien das Restaurant vor allem für seine Fischspeisen beliebt zu sein. Ein Tisch voller Chinesen hatte alle knallig, pinkigen (!!!) Krevetten die es zu finden gab beschlagnahmt und verschlangen diese animalisch. Und nur die Shrimps.

Zum Glück gab es nebst den etwas daneben gegriffenen Speisen noch das altbewährte “Qing dao” Bier abzuzapfen. Und da auch dies wie alles andere à discretion zur Verfügung stand, war es bald einmal egal, ob es nun ein chinesisch brasilianisches, oder ein brasilianisch chinesisches Barbecue war.
Der Blick in die putzbedürftige Küche auf dem Weg zur Toilette möchte ich auch nicht in nüchternem Zustand wiederholen müssen.
Das Buffet mag nicht der Hit gewesen sein, aber das Erlebnis war einmal mehr perfekt, und das danken wir in Ehren unserem Gastgeber.

Gar nicht erst auf den Weg zur Toilette machte sich dieser junge Herr.

In einem Elektrogeschäft sind Toiletten auch sehr dürftig gesät. Da sind leere CD-Spindeln schon viel eher anzutreffen und die tun es auch, solange nicht noch Nummer 2 nach rutscht.
Auch wenn dieser Akt in unserer Verständniskategorie keinen Platz findet, habe es durchaus seine Vorteile, wurde mir erklärt. Chinesische Kinder lernen so, im Gegensatz zu unsereins, um einiges früher den Gang zur Toilette.
Eines glaube ich sofort, mir hätte es als Kind eine Heidenfreude gemacht in einem Supermarkt in einen Plastikbecher pisseln zu dürfen.

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