Es ist selten, dass man heutzutage noch etwas als “perfekt” bezeichnet. Unsereiner hat ja immer etwas zu meckern. Aber unser letztes Wochenende, das war perfekt! Derjenige welche, der in der Schweiz quasi schon für den Begriff von Perfektion steht, hat am Freitag im Wimbledon Halbfinal das perfekte Wochenende mit seinem Sieg über Djokovic eingeläutet. Jubeln konnten wir in der “WoolooMooloo” Bar im Ausgangsviertel “Lan Kwai Fong”. Wo wir zuerst dachten, es könnte schwierig werden eine Live-Übertragung des Spiels zu finden, zeigte diese Bar den Sportevent auf all seinen TVs und auf einer extra dafür aufgestellten Leinwand. Kein Wunder, die Hong Kong Chinesen scheinen Roger Federer geradezu vergöttern. Jeder Punkt wurde bejubelt, als hätte die eigenen Nationalmannschaft ein WM-Final Tor geschossen. Die Federer-Mania hat Hong Kong voll im Griff. Was hingegen Hong Kong selbst voll im Griff hat, ist Lebensqualität. Am Samstag, wo das tiefe Blau den Himmel zierte, zog es uns nach der obligaten Shopping-Tour, nach draussen ans grün. Grün gemischt mit einem tiefen Blau haben wir in wässriger Form auch bald gefunden. In weniger als einer halben Stunde ist man vom Herzen der Stadt am Strand. Umgeben von grünen Hügeln, mit einer Promenade und charmanten Restaurants, kommt einem hier […]
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Gelandet auf einem aufgeschütteten Flughafen. Vorbei an einem der grössten Häfen der Welt. Hinein in den Kern von Hong Kong. Zur Zeit bin ich mal wieder auf Kosten unser aller Steuergeldern unterwegs. Aushelfen muss ich in einem Gebäude, wo man aus den Büros solche Aussichten hat. Ich glaube mich zu Wiederholen. Wenn man in diesem Blog etwas zurückblättert, stösst man früher oder später auf ähnliche Schwärmereien von mir über diese Stadt. Aber es ist nun einfach mal Fakt, Hong Kong hat es in sich. Es fängt schon genial an mit einem Zettel. Wo man bei anderen Ländern zwei, bis drei Immigrationsformulare ausfüllen muss, für Ein-, Ausreise und Rechtfertigungen von mitgeführtem Sprengmaterial, reicht ein einziger solcher Zettel aus in Hong Kong. Das vorderste Blatt druckt nämlich das Ausgefüllte gleich auf die hinteren paar Blätter ab. BÄM! Abgegeben und erledigt. Hundert Punkte! Wo Hong Kong fortschrittlich ist, mache ich eher Rückschritte. Wenn auch ganz im Sinne des Retro. Wenn die ganze Welt mittlerweile über eine digitale Spieglein Kamera des Typs „FPJ19Kz Universum“ in der Farbe pink verfügt, mit drei Milliarden Ultra-Pixel und einem Zoom der bis zum Stern reicht, bevor der explodiert, bin ich wieder bei Polaroid angelangt. Ja, wenn ich abknippse […]
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Jetzt wird’s tierisch! Das Peking durchaus seine animalischen Züge hat, ist kein Geheimnis. Doch das der Gang zur Zoohandlung mit einem Ausflug in den Zoo zur vergleichen ist, war trotzdem wider allen Erwartungen. Auf die Idee gebracht dazu in die Zoohandlung zu gehen, hat mich nicht etwa Ruper Shrimp, denn der ist schon längst bei mir ausgezogen (keine Angst, er lebt und es geht ihm besser als je zuvor). Nein, es war dies ein Kollege, der bei sich zu Hause zwei Chamäleon hütet. Die zwei hatten hunger. Leider sind sie sehr heikel mit den Speisen, die sie aufgetischt haben möchten und so gingen wir dahin, wo die Bewohner Pekings ihre tierischen Liebsten kaufen und verkaufen. Wo ich eine Mall erwartete, standen wir vor einer Art neu erbautem Hutong. Über eine Brücke und unter einem Torbogen vorbei, fanden wir uns in einem Dorf wieder, wo es links und rechts kleine Läden hatte, die die wildesten Kreaturen unter dem Hammer an die Leute brachten. Allem voran gibt es unzählige Aquarien gefüllt von Clown- bis Haifischen. Das Geschäft mit Fischen scheint besonders zu florieren und die Diversität in den Wasserbehältern reicht von der Karibik bis zum Korallentriangel in Asien. Von den Weltmeeren stolpert […]
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Banane mit Stil

by marco· June 19, 2012· in Beijing, Food· 1 comments tags: Eis, Pool, Sommer
Achtung, jetzt kommt er, der letzte Schrei aus Asien. Sommer. Der ist zwar nicht der letzte Schrei, aber zum Schreien ist er. Zum Schreien heiss. Mit voller Wucht hat er Peking im Griff. Letztes Wochenende knackten wir zum ersten Mal die 40 Grad Marke und schmolzen dahin. Da gibt es nur noch eins. Die Flucht ins Wasser. Wer nicht über die Verwöhntheit von Botschaftsangestellten mit ihrem eigenen Pool verfügt, der sucht sich einfach das nächste schwimmbare Gewässer. Da ist man nicht wählerisch. Wo im Winter eine Kloake, eine inoffizielle Pilzzucht und ein Paradies für Parasiten-Forscher gelegen hat, ist jetzt eine Badeanstalt für chinesische Senoren. Ungeniert schwimmen sie in dem dünnflüssigen Sumpf ihre Längen. Das herunterhängende Stromkabel, das beim nächsten Windstoss Touchdown auf dem Wasser feiert, scheint sie dabei kaum aus dem Rhythmus zu bringen. Wo die Senoren die Flucht ins Wasser nehmen, wählt die jüngere Generation die Flucht zur Wasserglacé. Und jetzt wären wir da, beim letzten Schrei aus Asien. Dem Knüller auf allen Schulhöfen. Der Lacher in jedem Büro. Da schmelzt sie dahin, die Banane am Stiel. Dieses schälbare Eis am Stiel, das, im Gegensatz zur Banane, über keine Vitaminen verfügt, man aber dafür die Schale gleich mitessen kann, […]
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Nord Korea hat sich endlich mal an das heikle Thema heran gewagt und hat eine Rangliste erstellt von den glücklichsten Ländern auf Erden. Dabei haben sie gemäss einer Umfrage herausgefunden: in China lebt es sich am glücklichsten. Darauf kommt auf Rang zwei dann auch sogleich Nord Korea selbst, gefolgt von Kuba, Iran und Venezuela. Rang 152 besetzt Süd Korea. Und auf dem letzten Platz, mit dem unglücklichsten Volk überhaupt, stehen die vereinigten Staaten von Amerika. Gerne hätte ich mit einem Nord Koreaner über diese Rangliste diskutiert. Doch es war mir verboten. Genau gleich war es mir untersagt die Einwohner Pjöngjangs zu fotografieren. Ausser den Verkehrsdamen, das ist ein Nationalstolz der bis über die Grenze getragen werden darf. Ansonsten ist das schiessen von Fotos nicht erlaubt, wird aber je nach Sujet geduldet. So habe ich ganz gute Fotos gemacht vom grössten Stadion der Welt, welches unglaubliche 150’000 Sitzplätze beherbergt. Auch ein anschauliches Bild habe ich vom Nord Koreanischen “Arc de Triumph” gemacht, der wahrhaftig 4 Meter höher ist als das Original. Als ich jedoch ein Foto machen wollte von mir zusammen mit zwei massiven Statuen der verstorbenen Führer Kim und Kim und ich dazu noch die gleich stramme Haltung wie die […]
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Dddddrrriiiinnnnnngggg!!! Rüttelte mich ein Wecker aus dem Schlaf! Es klangt wie jener aus der Küche, der daran erinnert, dass die Eier parat sind. Doch ich war nicht zu Hause, und schon gar nicht in einer Küche. Ich war in einer alten Ilyushin Il-62. Zum 112. Mal mache er nun diese Reise, erklärte mir ein Tour-Guide, aber diese alte Klapperkiste habe er nur wenige male gehabt. Normalerweise verwende die Fluggesellschaft Koryo modernere Flugzeuge auf der Strecke Beijing – Pyongyang. Aus der Schweiz angekommen reichte es für mich gerade mal unter die Dusche zu hüpfen und etwas Gepäck-Balast abzuwerfen und schon war ich wieder unterwegs. Diesmal sollte es nach Nord-Korea gehen. Informatik-Hilfe auf dem Kooperationsbüro, einem sogenannte KoBü, ist gefragt. Und es begann abenteuerlich in dieser Ilyushin. Am Eingang schnappte ich mir eine der Propaganda Zeitungen, “the Pyongyang times”, und schlenderte ins Flugzeug. Dieses war tapeziert wie die Küche meiner Grossmutter. Es roch streng, mich erinnerte der Geruch an einen Zoo. Zudem lief ein russischer Polka, der in mir das Gefühl erweckte, einen Zirkus betreten zu haben. Dieser Zirkus hatte in der Mitte dann tatsächlich eine Küche. Mit Herdplatte, Pfannen, hübschen Schränken und Teekannen. Als ich davon ein Foto nehmen wollte hiess […]
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Vom Sofa aus in Lugnorre beobachte ich das Lichtspektakel der Sonne, die sich hinter einer Wolke am Horizont versenkt. Farben überall. Heute war der einzige Regentag in meinem ganzen, wenn auch nur kurzen, Aufenthalt in der Schweiz. Aber es fühlt sich alles andere als kurz an. Das vollgepumpte Programm liessen mir meinen Blitzbesuch erscheinen, als wäre ich einen Monat lang in der Heimat gewesen. Für vieles hat es gereicht und das meiste davon wurde noch übertroffen. So wurde zum Beispiel aus einem farbigen Armband am Coldplay Konzert ein Lichterspiel an 48’000 Handgelenken. Aus einem Grossmutter-Spaziergang wurde eine rasante Wanderung auf die Axalp. Auf eine Tennissession folgte ein Hungerrast. Aus einem Termin bei der Dental Hygienikerin resultierte ein weiterer Termin um das Loch gleich zu flicken. Aus einer Karate Lektion wurde Kampfkunst. Aus mehreren Bandproben fruchtete ein wahnsinnig nervendes Konzert mit s!Närvt. Aus dem immer wiederkehrenden Fest auf dem Hügel Lugnorre wurde eine Fete woran sich auch noch die Nachbarn daran erinnern werden. Das zu Hause Lugnorre entpuppte sich von neuem als kleines Paradies. Und die Familie und Freunde sind und bleiben unübertrefflich. Merci Helvetia! Immer wieder schön dich zu sehen.
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Ein Stück Kim

by marco· May 21, 2012· in Beijing, Food· 0 comments tags: Kim, Korea, Show
Nord Korea hat es im Moment fest im Griff für Lacher zu sorgen. Es muss ja nicht immer gleich mit Raketen zu tun haben, aber kürzlich haben sie es für uns mal wieder in Peking geschafft. Es sind ja gute Freunde, die Chinesen und die Nord-Koreaner. So wird das nordische Volk natürlich auch diskussionslos geduldet in der Stadt. Dies wiederum ermöglicht es uns ein unverfälschtes Bild deren Kultur zu erlangen und zwar da, wo man halt Kultur am besten zu Gesicht bekommt: im Restaurant. Nur ein paar wenige Nord koreanische Restaurants gibt es in Beijing. Exklusiv sind sie. Erstaunlicherweise auch exklusiv teuer, aber sie haben auch was zu bieten diese Lokalitäten. Erkennen tut man die Restaurants an ihren pompösen Eingängen und den Vorhängen bei den Scheiben, die wir höchstens im Winter, auf der Bergspitze im Chalet, als Decke verwenden würden. Von in Trachten gekleidetem Service-Personal wird man in Empfang genommen und durch einen grossen Raum voller enormer runder Tische an den Platz geführt. Das Essen ist nicht der Rede wert. All die verschiedenen Kims mögen vor allem Kim-chi. Was sich hingegen wieder sehr sehen lässt, ist die Unterhaltung während des Essens. Die Servier-Töchter entpuppen sich als regelrechte multi-Künstler. Die singen, […]
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Es plätschern ja hin und wieder Besucher in China ein. Da war es nur eine Frage der Zeit bis meine Regierung, sprich meine Eltern, auch mal eintreffen würden. Den ältesten Bruder hatten sie gleich mit im Schlepptau und so zogen wir durchs Land. Für mich neu diesmal war, dass ich für die Ehrengäste ein Auto organisierte. Ohne Chauffeur, denn fahren kann ich selber, auch wenn es sich beim Gefährt um eine eher klapprige “Peugeot”-Kiste handelt. Eins ist klar, im schweizer Fahrstil käme man in China nicht weit. Da würde man irgend in einer Einfahrt alt und grau dahin vegetieren. Die Devise im pekinesischen Strassenverkehr lautet: drängeln was das Zeug hält. Das funktioniert erstaunlich gut. Teilweise wird im Stau oder stockenden Kollonenverkehr Millimeter Arbeit verrichtet. Und für die Ultra-Drängler, von denen es ein paar Millionen gibt und sich skrupellos an den stehenden Autoschlangen über den Pannenstreifen vorbeischleichen, um dem Vordersten vor die Nase zu fahren, hat man auch ein As im Ärmel parat. Die Hupe! Wo ich in der Schweiz kaum wusste, wo sich diese befindet, wurde ich hier zum regelrechten Hupexperten. Die Frechheit der Chinesen wurde somit gekonnt behupt. Und auch wenn die Effizienz davon in Frage gestellt ist, rein […]
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Die Chinesen mögen es durchaus mal gern brasilianisch. Obwohl, meist kommt es einem dann doch etwas spanisch vor. Es herrscht grosses Kommen und Gehen auf der Botschaft zur Zeit. Auch mein Bürokumpane hat seinen Job an den Nagel gehängt. Zu diesem Anlass wurden wir von einem chinesischen Kollegen zum brasilianischen Barbecue ausgeführt. Als erstes packte der auch gleich eine Flasche “Bai jiu” aus. Dies das nationale Alkoholgesöff, welches einem drei Tage danach noch Magenbrennen verursacht. Diesmal jedoch war ich um das Getränk dankbar, denn irgendwie verlieh es mir das Gefühl, dass es all die Bakterien, die ich übers Essen einnahm, auch gleich wieder verätzte. Was genau an dem brasilianischen Barbecue hätte brasilianisch sein sollen, ist mir jetzt noch nicht klar. Das Buffet, das voll gestopft war mit der billigsten zu findenden Ware, breit gefächert von Pommes Frites bis Salat mit French Dressing, kann es nicht gewesen sein. Mit aller höchster Wahrscheinlichkeit waren es die enormen Spiesse, mit aufgestochenen Hühnern bis Rindszungen daran, die uns alle paar Minuten auf den Tisch geknallt wurden. Das Fleisch daran roch allesamt gleich nach den Überresten vom Fisch auf dessen Grill es gebraten wurde. Sowieso schien das Restaurant vor allem für seine Fischspeisen beliebt zu […]
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