Der Film zum Blog

by marco· February 21, 2013· in Travel· 3 comments tags: GoPro, Vietnam
Wir präsentieren den Film zum Blog: “Passioniert und scharf zur Schlange” Gefilmt mit der GoPro. Mit der Musik von “Bombay Bicycle Club: How can you swallow so much sleep”
Read More
Alle Jahre wieder, chinese new year. Die weltgrösste Massenmigration, wo Millionen von Chinesen nach Hause zu ihren Familien zurückkehren, um ein paar Kracher krachen zu lassen. Dazu wünschen sie sich alle gegenseitig ein glückliches neues Jahr und viel Geld. Rote Umschläge werden getauscht mit Geld drin. Am besten 800 Stutz, dann ist es gleich noch eine Glückszahl. Bei diesem Cabaret müssen wir nicht unbedingt wieder dabei sein, fanden wir, zusammen mit unseren Freunden Michèle und Manu, und so fanden wir uns da wieder, wo es satte 30 bis 40 Grad wärmer ist. In Vietnam. Vor 6 Jahre tratt ich in Vietnam bereits eine Reise an, schaffte es jedoch damals nicht bis ganz in den Süden ins Mekong Delta. Diesmal sollte es klappen. Der Weg dorthin führte über Saigon. Bereits vor 6 Jahren beherbergte die Stadt Motorfahrräder wie ein Imkerstock Bienen, und jetzt, jetzt sind noch ein paar Millionen mehr dazugekommen. In den frühen Morgenstunden gelandet, waren wir über die Ruhe überrascht. Doch die Ruhe war trügerisch. Mit der aufgehenden Sonne kamen die Motorfahrrädern aus ihren Löchern und flitzen durch die Strassen, das man als Fussgänger wie ein Torero vor einer Horde Stieren, umher tänzeln musste. Auch ein paar Wolkenkratzer hat […]
Read More
Während Peking in der Pollution verstickt, hält in Shanghai der Frühling Einzug. Pulli-Wetter war angesagt, sowie frische Luft und… umziehen. Umgezogen bin nicht ich, sondern Sarah. Und ihre alte Wohnung gekündigt hat nicht sie, sondern ihre Vermieterin. In China kann das manchmal ganz schnell gehen. „Sie möchten ihren Vertrag verlängern? Sehr schön. Wir leider nicht, denn wir möchten die Wohnung renovieren.“ Da kennen sie nichts, die Landlords. Innert Wochen sieht man sich gezwungen, seine sieben Sachen zu packen, und eine neue Bleibe zu suchen. Zum Glück war Sarah das Glück hold und sie konnte sich schnell eine neue Wohnung sichern. Da in Shanghai alles Zagzag gehen muss, hat man auch entsprechend Möglichkeiten es Zagzag zu organisieren. Der Umzugswagen zum Beispiel ist schnell bestellt. Obwohl, der Ausdruck Umzugswagen gar etwas übertrieben ist. Zügelwägeli trifft vielleicht schon eher die Beschreibung dieses Wagens, der aussah, als hätte er vorher gerade noch ein paar Hühner irgendwo abgeladen. Aussteigen tut ein sympathischer Opa, mit Beret und Brille mit Gläser so dick, als müssten sie schusssicher sein. Und auf einmal ist die halbe Nachbarschaft bei der Umzugsaktion dabei. Die Wächter geben Anweisungen (die niemand braucht), ein Taxifahrer stapelt die Utensilien, der Opa wunder sich über all […]
Read More
Auf dem Dach von meinem Gebäude steht neu eine chinesische Skulptur. Diese hält ein Schild hoch, das sagt: “ich sehe nichts!” Dieser Spruch traff nie so gut zu, wie letzten Samstag, denn man sah die Skulptur vom Boden aus kaum mehr. Da vermutete ich schon, dass es ganz übel sein müsse mit der Luftverschmutzung. Als ich jedoch die Werte überprüfte, blieb mir fast die Luft weg: Dabei war ich immer der Annahem, dass die Messung bei 500 aufhört! Und wieso zwei Werte? Berechtigte Frage. Der erste Wert, ist derjenige von der US-Botschaft, und der zweite jener der Chinesen. Man sieht, sie sind sich kaum einig. Um euch klar zu machen, wie dramatisch diese Zahl ist, hier ein Vergleich: Wenn in Deutschland eine Stadt über 2 mal im Jahr den Feinstaubwert 50 überschreitet, dann bekommt sie von der Regierung vorgeschrieben, Massnahmen zu treffen. Anderes Beispiel, wenn in der Schweiz der Wert über 50 steigt, ist das bereits alarmierend und konsequenterweise dürfen dann die Autos auf der Autobahn nur noch mit 80 Kmh fahren. Samstag Nachmittag hatten wir also bereits das 10 fache davon überschritten, mit dem Unterschied, dass die Autos auf pekinger Strassen getrost weiter kutschierten. Das wiederum führte dazu, dass […]
Read More
Die folgenden Zeilen sind wohl einige der schwersten, die je auf diesem Blog publiziert wurden. Diesmal dienen sie nicht nur der Unterhaltung, sonder dienen sie auch dem Helveten im fernen Osten, seine schweren Augenlider offen zu halten. Tscheggsch? Es lagged der Jet! Frisch gebacken, wie das Buttergipfeli in der neuen Reinhard Bäckerei im Bahnhof Bern, aus der Heimat zurückgekehrt, hat mich die chinesische Heimat wieder. Ein wunderschöner Urlaub war es. Von A wie Weihnachten, bis B wie Neujahr. In den Niederungen fühlte es sich weniger wie ein Winter-, aber wie ein Frühlingsurlaub an. Was nicht daran hinderte, trotzdem den Allerwertesten auf einen Schlitten zu setzen, und beim Kiental den Berg herunter zu rasen. Mal abgesehen vom füddlibluten Asphalt in den Waldteilen, ging das auch ganz tüchtig zur Sache, wie diese ungeschnittene, mit vom Samichlaus überreichter GoPro-Kamera erstellter Aufnahme, beweist: Wofür aber die Schweiz vor allem steht, ist Leckereien. Glaube kaum, dass ich über so kurze Zeit, je soviel Käse zu mir genommen habe. Im Durchschnitt gab es über zwei Wochen verteilt wahrscheinlich jeden zweiten Tag entweder Fondue, oder Raclette. Ist ja auch ganz gesellschaftlich, dieses gemeinsame Käsekleckern. Auf dem teils etwas aufgepimpten Schnee zu Fusse der Eigernordwand, konnte bei strahlendem […]
Read More
Es schneit in Peking. So richtig! Seit ein paar Tagen wollen die weissen Flocken hier im Norden, nicht mehr aufhören zu frohlocken. Das hebt natürlich die Weihnachtsstimmung und die Vorfreude auf den baldigen Urlaub in der Schweiz. Bis dahin hilft das Kempinski die Zeit zu überbrücken. Die haben hunderte Tannenbäume in jeder erdenklichen Ecke aufgestellt. Wo das Hotel Westin neben an einen hässlichen Baum in der Form eines Trichters aus Plastik hat, beherbergt das Kempinski buschige Tannen aus der Inneren Mongolei. Übrigens sind auch die gelungenen roten Männer weiter oben auf dem Bild vom Kempi, die fördern nämlich auch Kunst. Kempinski 1, Westin 0. Und es geht noch weiter, jeden Adventssonntag lädt das Kempi kleine Engel ein, die unter dem Tannenbaum “Stille Nacht” singen. Ohne verachtend zu klingen muss ich aber gestehen, dass ich bis heute nicht sicher bin, ob sie es in einem unverständlichen Deutsch, oder auf chinesisch trällern. Ist ja auch egal, dafür gibt es warmen “Glue Wine”. Herrlich klebt der auch tatsächlich, dank dem vielen Zucker. Die Deutschen also Meister in der Verbreitung vom Weihnachtsgefühl in China. In Shanghai dann ist es der Paulaner, der tatkräftig mithilft. Der stampft für ein Wochenende einen “Christkindlmart” aus dem Boden, […]
Read More

Das Leben im Kino

by marco· November 30, 2012· in Chineese Culture· 2 comments tags: Cinema, Müll, Shanghai
Ich hätte kaum erwartet, dass für mich eins der intensivsten, soziokulturellen Erlebnissen in China, an meinem Lieblingsort stattfinden würde: im Kino. Auf dem Program stand der neue Film von Ang Lee: Life of Pi. Das Buch habe ich geliebt. In der Vorproduktion zum Film musste ich aber ein paar mal Bibern, wem die Rolle des Regisseurs zugetragen werden sollte (M. Night Shiamalan, bitte was?!?!?), und schlussendlich schaute ich etwas nüchtern auf die Entwicklung des Filmes. Nun war es aber soweit, der Film lief an und dass er auch in China gross angepriesen wurde, erstaunt nicht. Ang Lee wird gross gefeiert hier zu Lande. Dass er eigentlich aus Taiwan stammt, ist ein Detail. Der Andrang beim Kino in Shanghai ist entsprechend gross. Eine lange Schlange führt zur Kasse. Beim anstehen für Tickets, kommt ein schmuddeliger Verkäufer auf uns zu und hält uns ein Programm vors Gesicht. Scheinbar kann er noch Tickets, für die mehrheitlich ausverkauften Vorstellungen besorgen. Sehr schön. Ganz wie Touri-anfänger bezahlen wir beinahe das Doppelte für unsere Kinotickets, jedoch ohne Anstehen und mit einigermassen guten Plätzen. Dafür verzichten wir aufs Popcorn, da gibt es sowieso nur übersüss, karamellisierte. In China fangen die Filme etwa 5 Minuten vor dem eigentlichen […]
Read More
Beijing und die Jahreszeiten, das ist wie Bern und ein richtiger Sommer; nur ansatzweise vorhanden. So ging auch dieses Jahr der Wechsel von Sommer auf Winter ziemlich rasant über die Bühne. Die Bäume hatten kaum angefangen ihre Blätter abzuwerfen, schon wurden sie bereits von Schnee überfallen. Da läuft natürlich die jüngste, chinesische Generation Gefahr die Jahreszeiten Frühling und Herbst vollends zu vergessen. Da spielt es keine Rolle mehr, wann im Frühling das Bienenspiel anfängt und die Hasen rallig werden. Oder wann im Herbst Frau Holle schon mal die Bettwäsche aus dem Schrank nimmt und sich Rupert Shrimp parat für seinen Winterschlaft macht. Nun denn, wenn die Natur nicht mehr natürlich will, muss man halt etwas nachhelfen. So gesehen letzthin, als wir einen wunderschönen Herbstbaum begegneten. Solch eine Blätterpracht bringt die Chinesen immer wieder dazu, sich in die graziösesten Posen davor zu schmeissen. Wir kamen dem Drang der grossen Masse nach und lichteten ebenfalls, von der Abendsonne getränkt, ein Foto ab. Bezaubernd! Doch was macht der Typ da hinten in den Büschen? Der verrichtet doch nicht etwa sein Geschäft vor knipsenden Kameras? Er verrichtete ein Geschäft, aber dasjenige für was er auch bezahlt wurde. Er schmückte den Baum wie ein Weihnachtsbaum, […]
Read More

Der Tigerochse Ypsilon

by marco· November 17, 2012· in Allgemein, Beijing· 0 comments tags: Blog, Deutsch, Lesung
Es gibt tatsächlich noch andere, die aus China bloggen. Unglaublich! So zum Beispiel der Herr Christian Ypsilon Schmidt aus Deutschland. Der Journalist und einstige Redakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“ hat mich dazu motiviert, mich an meine allererste Lesung, der ich je beiwohnte, zu bewegen. Und schlecht hat er seine Sache wirklich nicht gemacht. Vorgestellt hat er sein neues Buch „im Jahr des Tigerochsen“, welches eine Sammlung darstellt aus seinen auf dem Web veröffentlichen Beiträgen. Wo ich mir wirklich nie was interessantes ab der Vorstellung, dass einer sein Buch vorliest, abgewinnen konnte, hatte der Y. Schmid, der übrigens mit dem ausgesprochenen Ypsilon vorgestellt wurde, durchaus einen hohen Unterhaltungswert. Sehr amüsant vor allem war sein Aspekt, weshalb er nicht mehr in der Lage sein wird, jemals zurück nach Deutschland zu kehren. Nämlich weil er, bei einer allfälligen Rückkehr riskieren würde, der totalen Völlerei zu erliegen. Obwohl er dabei sämtliche deutsche Gerichte aufzählte, erkannte ich mich gerade in dieser Rolle wieder und sehe mich bereits zu einem Kugelfisch anschwellen, in Mitten von den Cailler Branchli, Zweifel Chips, Caraque, Spitzbuben, Nuddeln an Rahmsauce und dem typischsten aller Schweizer Gerichte, dem Döner. (http://www.taz.de/Die-Wahrheit/!105071/) Tatsächlich traf der Y. Schmidt, den Ton sehr gut und ich erkannte mich […]
Read More
Beijing versinkt im Schnee und in Moganshan kriegt man weisse Socken. Pünktlich zum Wintereinbruch sind wir ein weiteres mal in die Hügel in der Nähe von Hangzhou aufgebrochen, um ein paar Tage im abgelegenen Resort „Naked Retreats“ zu verbringen. Diesmal allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, eingeladen worden zu sein. Das ganze hat natürlich eine Vorgeschichte: Das „Naked“-Resort, von der Presse aus Allerwelt zu einem der top Reisepunkte 2012 erkoren, steckt noch in Kinderschuhen. Bei unserem ersten Besuch im Frühling zeigte sich das in Form von ein paar nennenswerten Mängel. Unsere Freundin Michèle, die die gleichen Erfahrungen gemacht hat mit ihrem Ehemann, nahm sich darauf die Zeit einen mehrseitigen Bericht zu verfassen, den von Sarah revidieren zu lassen, und so an das Management von “Naked” zu schicken. Tatsächlich landete es bei dem CEO auf dem Tisch, der sich davon sehr angetan fühlte und uns sogleich für ein Wochenende einlud, um zu beweisen, dass es jetzt anders läuft. Dem Resort hätte es wahrscheinlich mehr gedient, wenn wir als anonyme Gäste angekommen wären. Aber im Gegenteil, die ganze Heerschar weiss von unserem Kommen und, ganz zu unserem Vergnügen, wir werden behandelt wie Königinnen und Könige. Uns, zusammen mit unseren Freunden, wird eine ganze […]
Read More