Ich musste also zuerst nach China kommen, um mein allererstes Live Fussballspiel miterleben zu dürfen. Gloubsch? Und es sollte ein torreiches Spiel werden. Gespielt haben die Lokalmatadore Beijing Guoan, gegen die Hass-Rivalen aus Tianjin. Austragungsort war das berühmt, berüchtigte “Workerstadium” im Herzen der Stadt. Bereits auf dem Weg dorthin gehen mit mir zahlreiche, grün gekleidete Fans. Diese vermehren sich beim Näherkommen stets, bis ich mit meinem weissen T-Shirt der absolute Aussenseiter bin in der grünen Masse. Kurzerhand kaufe ich mir auch eines dieser knallig, grünen T-Shirts, so bin ich wenigstens nur noch der Weisse im Gesicht. Welches denn der Starspieler sei bei Beijing Guoan, frage ich den T-Shirt Verkäufer. “Kanuta”, meint er freudig. Klingt nur so halb chinesisch in meinen Ohren. Und als ich den Namen ausgeschrieben vor mir sehe, weiss ich auch warum. Der Spieler im Sturm mit der Nummer 11 ist Franzose und heisst “Kanouté”. Die chinesischen Clubs müssen sich mit den ausrangierten Spielern, wie dem 36 jährigen Kanouté begnügen. Alles andere ist entweder zu teuer, oder der chinesische Fussball schlicht für Stars zu langweilig. So packten auch die Spitzenspieler Anelka und Drogba noch vor Ablauf ihrer Verträge beim Shanghai Club Shenhua gleich wieder ihre Koffer. Wie bei […]
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In China gibt es viele Leute. Immer und fast überall. Hier funktioniert die Grundregel nicht “komm wir gehen unter der Woche da hin und das anschauen”. Nein, hier trifft man 7 Tage die Woche Menschenscharen an. Natürlich auch auf der grossen Mauer. Für einmal jedoch wollen wir, zusammen mit meinem Bruder und seiner besseren Hälfte, dieses steinige Stück für uns allein. Per Taxi kurven wir einige Stunden hinaus in die chinesische Pampas. Das Wetter spielt gut mit. Am Tag zuvor hat es geregnet und den Staub von Bäumen und Büschen weg geputzt. Die Farben knallen hervor, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Nach einer Pause bei einer Raststätte, wo wir Cailler Branchli mampfend die Attraktion des Tages darstellen, biegen wir auf eine kleine Nebenstrasse ab. Die schlängelt sich den Hang empor, und zwischendurch erhascht man in der Ferne bereits ein paar Türmchen der Mauer. Bei einer von Hügel eingeschlossenen, rustikalen Baracke halten wir an. Wir sind angekommen beim “Dong Po Inn”. Ein chinesisches Ehepaar hat hier draussen ein Guesthouse errichtet, für genau solche wie wir, die die Mauer einmal nur für sich haben wollen. Der Trick dabei, der Gastgeber späht mit seinem Feldstecher auf die Mauer und schaut, wann […]
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Und wie beinahe schon fast in alter Tradition, hier der Kurzfilm zum ruhigen Pflaster: Und der ultra Kurzfilm zum lauten Pulver: Jetzt müsst ihr euch das Geknalle und den Rauch nur noch in tausendfacher Ausführung vorstellen und ihr habt vielleicht den Hauch einer Idee davon, was in diesem Land zum chinesischen Neujahr abgeht. BÄM!
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Dank modernster und neuster Technik ist es nun möglich, dass ich euch endlich einmal präsentieren kann, von was ich hier ständig predige. Ich liefere euch den Beweis, dass ich weder ein Gaukler noch und eine Märchentante bin. Keiner, der nur von Wasser predigt, dabei sich in Wein ersäuft. Jetzt, ja jetzt kommt ihr auf eure Kosten. Satte 20 Minuten lang ist der neuest Film aus meiner kleiner Werkstatt geworden. Also nix für während der Arbeit und langsame Internetleitungen. Vorhang auf für den Film zu “Gepustete Luftblasen unter Palau”
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Nicht zur Feier des Tages, aber zum Feiertag, gleich zwei neue Blogs, gloubsch?! Heute habe ich von einem Kollegen ein Auto ausgeliehen. Dieses Auto trägt keine Plakette von Beijing, sondern eine aus Shandong. Fragt mich nicht warum. Das jedoch bedingt, dass man mit diesem Auto zu gewissen Zeiten auf Beijinger Strassen nicht fahren darf. So eben genau dann, wann ich damit fahren will. Ich denke mir, halb so wild, von der Botschaft nach Hause zum Kempinski ist es nur gerade ein vergrösserter Katzensprung und werde jetzt wohl unterwegs keine Polizei antreffen. Ich setze mich hinters Steuer und fahre los. An der grossen Kreuzung zu meinem Zuhause springt die Ampel auf Rot, als ich passieren will. Ich bin prominent an zweit vorderster Stelle. Und da sehe ich es: Die Kreuzung ist bumsvoll Polizei! Ein Verkehrsregler fuchtelt wild umher vor uns, er scheint die Lage nicht recht im Griff zu haben. Aber welche Lage denn überhaupt? Ich krieg langsam schweissige Hände und fahre etwas näher an das Auto vor mir auf, um meine Plakette zu verstecken. Ich sehe mein Zuhause vor meiner Windschutzscheibe. Ein paar hundert Meter weiter und ich hätte es geschafft. Aber nein, die Ampel bleibt rot, ewig, und die […]
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Es ist endlich soweit. Der Film zum Blog “Auf steile Art fantastisch” feiert Premiere. Die Kritiker meinen, er unterscheide sich markant zu seinem Vorgänger “Passioniert und scharf zur Schlange”. Der rasante Schnitt und die rhythmische Musik verliehen einen gänzlich anderen Touch. Die teils schwindelerregenden Kameraeinstellungen und wilden Kamerafahrten seien adrenalintreibend wie ein Achterbahnerlebniss. Von verträumter Romanze zu schonungsloser Action also. Obs gefällt ist natürlich wiederum Geschmacksache. Aber bitte, macht euch doch selbst ein bewegtes Bild:
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Ding ding ding Der Divemaster hämmert mit seinem Metalstab gegen seinen Tank. Das Zeichen, dass sich etwas aussergewöhnliches in unmittelbarer Nähe befindet. Und warhaftig, ober uns im Gegenlicht der Sonne zeichnen sich die grossen, geschmeidigen Silhouetten zweier der graziösesten Geschöpfe ab. Wir sind draussen im Pazifik, nähe Koror in der Republik Palau. Zur sich weit hinstreckenden Inselgruppe gehört auch das zur Zeit besser bekannte Guam. Nur wenige Fluggesellschaften bringen einem hierher. Bei uns ging es per eleganter Korean Air über Seoul hinaus aufs Meer. Buse, geschweige denn was auf Schienen, sucht man in Palau am Flughafen vergebens. Taxi ist hier das öffentliche Verkehrsmittel. Und das muss im vornerein bestellt sein, sonst steht man spät Nachst alleine am Flughafen. Und sie fahren lustig. Steuer rechts, genau gleich wie die Strassenseite. Die spinnen die Paulaner. Unser Hotel war so frei und hat uns einen Abholdienst organisiert. Für uns zwei kleine Schweizer kommen sie mit einem Ford Club Waggon XXXXL. Der ist, so könnte man vermuten, in seiner Grösse an die mehrheitlich Amerikanischen Touristen angepasst. Der amerikanische Einfuss ist auf den Strassen unverkennbar. Strip-malls ziehen an uns vorbei. Nach einem kleinen, funktionalen Auto hält man vergebens ausschau. Alles Staatskarosen. Size does matter. Vorteile […]
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Wir sind an einem fantastischen Ort. Avatar, der Film, kennsch? Wir sind genau da, wo sie im Film auf ihren Flugesel zwischen den Pinnacles umher kurven. Die Inspiration zu jener Szene hat James Cameron in China erlangt, auf dem gelben berg, dem Huangshan. Und hier haben wir angefangen, zu glauben. Simon ist zu Besuch. In Shanghai empfangen und gebührend Willkommen geheissen, sind wir fürs Osterwochenende in die Berge verschwunden. Der Flieger bringt uns vorerst nach Tunxi. Süsses dörfchen am Fluss. Wo andere ihr Wahrzeichen nur beleuchten, haben sie hier auf dem Stadtturm gleich einen Laser montiert. Es flitzen im Sekundentakt hellgrüne Strahlen über den Tunxiner Nachthimmel und sorgen für ein modernes Spektakel. Modern trifft klassisch durch die Mitte der Stadt, wo sich die “Lao Jie”, eine alte Strasse zieht. Die kann sich sehen lassen. Für einmal haben sie hier nicht übertrieben mit Kitsch und die Strasse idylisch im alten Stil erhalten. Da zeichnet der Opa seine Zeichen, das Kind spielt mit dem Hund bis der knurrt und die Mama mantscht den Chili zu Mus. Die Gassen sind von charmanten Beizen geziert und die Leute lauschen dem Strassenmusikanten auf dem Platz. Ein unterschätzter Transit auf dem Weg zum Huangshan. In aller […]
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Eins können die Chinesen saugut: den Spagat. Mal wieder vorgeführt haben sie uns das in Moganshan. Genau, Moganshan. Klingelt da was? Wir waren schon zweimal da, das klingelt. Und aus zwei wurden drei. Es hat sich halt gerade so praktisch ergeben. Und es war noch Rabatt. Und es ist nahe. Und Wochenende. Und, und, und. Und wenn wir schon da sind, warum nicht in eine Villa bei Hanglage. Das Wetter hat zwar diesmal nicht ganz auf die Stimmung mit eingestimmt, doch bei wolkenverhangenen Bambuswäldern in der Badewanne zu dümpeln, ist auch nicht gerade ohne Badehose. Aber wo machen sie ihn den nun, den Spagat? Den machen sie gleich neben den Pferdeställen. Da wo Sarah elegant auf Pixie durch die Prärie zieht, ihre Galoppübungen vorführt, und die Nichtreiter daneben Speed-minton spielen können. Hier gilt zu erwähnen, dass sich das sogenannte “naked stables resort” selbst als öko bezeichnet. Ein prämiertes Eco-resort also. Da werden Erneuerbare Energien eingesetzt, um Wasser zu heizen, Biogas, um zu kochen und Pet-Flaschen, um zu recyclen. So sagen sie es. Alles im Namen der Natur und aus Liebe zu den Pferden. Jetzt kommt der Spagat, und zwar von den Pferden zu Pferdestärken. Neben dem Ponyhof nämlich findet sich […]
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Auf meiner “zu tun” Liste für Beijing, steht ganz oben “Skifahren mit Chinesen”. Und tatsächlich habe ich dass, jetzt wo der Winter langsam ausklingt, letztes Wochenende noch geschafft. Es war ein Wochenende voller Überraschungen. Nach 3 Stunden Fahrt durch chinesische Einöde und Industrie (ein Atmoreaktor nach dem anderen), kommen wir in Wanglong an. Wanglong, das grösste Skigebiet Chinas, das St. Moritz Asiens. So in etwa lautet die Werbung. Allerdings sind sie noch nicht ganz bereit das Paradies zu eröffnen. Auf dem Weg zu unserem Hotel passieren wir Baustelle an Baustelle. Da muss noch etwas gefeilt werden, um die Ortschaft idyllisch zu gestalten. Wir beziehen unser Hotel. Es liegt direkt an der Piste. Wahrhaftig. Eine Brücke, die von der Piste abzweigt, führt direkt in das Hotel hinein. Die Pisten, die den Hang von 2000 Metern Höhe zieren, sehen aus, wie mit dem Rasierapparat einrasierte Kerben ins Haar. Was wir natürlich noch brauchen, ist Material. Dabei sind wir bei weitem nicht die einzigen. Das System um Material zu kriegen, demnach etwas kompliziert. Am Ticketschalter kauft man zuerst einmal das Abo. Dann geht man Schuhe anprobieren. Wenn man welche findet, die passen, werden die notiert und auf die Seite gestellt. Zurück am Ticketschalter […]
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