Welcome to the unreality! Mit diesem Schild wurden wir auf dem uns fremden Planeten begrüsst. Einberufen, um in den Kampf zu ziehen. Der weit entfernte Planet, befand sich im Keller eines Blockhauses des Quartiers Wangjing. Die Herrscher dieses Sternes waren zwei Holländer, die nicht mehr Freak hätten sein können. Bleich, als hätten sie seit Jahren kein Tageslicht mehr gesehen, ungepflegter Bart, als wäre der Barttrimmer nie erfunden worden und angezogen, als gäbe es keinen Unterschied, zwischen Pyjamas und Kleider. Unsere Mission: den Praktikanten, die immerhin 6 Monate ihrer Zeit uns als billige Arbeitskraft zur Seite standen, würdig zu verabschieden. Von Freak 1 wurden wir instruiert. Lasertag der Name des Spiels. Eine Weste, ähnlich überzuziehen wie eine Schwimmweste, ausgerüstet mit Lichtern vorne und hinten. Dazu eine Laserkanone, um auf die Lichter auf der Weste der jeweiligen Gegner zu schiessen. Bei einem Treffer, fängt die Weste wild an zu blinken und massage-mässig an zu surren. Das Terrain des Planeten zeigte sich etwa in der Grösse einer Turnhalle, unterteilt in drei Räume, überstellt mit Hindernissen, um sich auch gut verstecken zu können, dunkel und neblig. Es herrsche striktes Rennverbot, meinte Freak 1. Darüber lachten wir vorerst einmal. Das Ziel, so viele Gegner abknallen […]
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Spesen für T8

by marco· August 23, 2011· in Botschaft, Travel· 2 comments tags: Delikatesse, Shanghai
Zirp, zirp. Es zirpte neben mir. Obwohl mir Indonesien immer noch in Gedanken hängt, war mir eigentlich bewusst, dass ich nicht mehr im Dschungel bin. Doch es zirpte weiter. Mitten auf der Strasse. Also doch wahrscheinlich einfach die Geräusche des Grossstadtdschungels Shanghai, dachte ich mir. Da sah ich neben mir, eine Karre voller Tiere. Es war eine Zoohandlung auf Rädern, mit sämtlichen Tieren zum Verkauf. Ich entdeckte Hasen und Mäuse, Bibilis sowie Rupert Shrimps, aber woher das zirpen kam, blieb ein Rätsel. Vorerst. An einer Metalstange angemacht, ortete ich kleine, geflochtene Kuben. Und darin, je eine riesen Zikade, die verzweifelt und eingepfercht vor sich hin zirpte. Als ich proklamierte, dass ich dies noch nie gesehen hätte, wurde mir vorgeworfen, mit geschlossenen Augen durch die Gegend zu stolzieren. Dies gäbe es nun aber wirklich überall in China, ganz sicher auch in Peking. Also gut, “Augen auf” die Devise. Was es aber in Peking definitiv nicht gibt, ist eine derart breitgefächerte Palette an stylischen Lokalitäten wie in Shanghai. In dieser Stadt scheint regelrecht ein Wettbewerb losgebrochen zu sein, wer das genialste Restaurant hinzaubern, oder die ausserordentlichste Bar hinpflanzen kann. Mit Namen wie “Waterhouse”, “Dr. Wine” oder “Cocktail” trumpfen die Bars auf und […]
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Wie der Name schon verspricht, wird auch dieser Blog krass effizient verfasst. Ich befinde mich jetzt gerade irgendwo in der Tropopause zwischen Shanghai und Peking. Irgendwo zwischen aufgestanden und vor der Arbeit. Links und rechts an meiner Schulter, dösende Chinesen, die sich vom Krach meiner Tastenanschläge nicht stören lassen. Nachdem der letzte Besuch abgezischt war, empfand ich es für mehr als nur richtig, ebenfalls gleich abzufliegen. In dieser Stadt namens Shanghai, die derart vom westlichen Virus geprägt ist, dass man kaum mehr von China sprechen kann, wurde mir eben diese chinesische Effizienz einmal mehr vor Augen geführt. Schlüssel gefällig? Beinahe beängstigend ist es, mit wie wenig Aufwand innerhalb der chinesischen Grenzen, die Kopie eines Schlüssels hergestellt ist. Ein grosser, roter Schlüssel weist auf einem Schild den Weg zu dem unscheinbaren Geschäft. Irgendwo eingeklemmt zwischen zwei Wohnblöcken, gedeckt von einem Plastikdach, wo junge Katzen und das Ungeziefer der Gassen noch nebeneinander leben, sitzt ein Chinese im mittleren Alter auf einem kleinen Plastikhocker. Ob er eine Kopie dieses Schlüssels machen könne? Ohne etwas zu sagen, nimmt er den Schlüssel in seine schmutzigen Hände, dreht und begutachtet ihn von allen Seiten und meint: „mh, hao.“ Der Schlüssel wird in einen Schraubstock eingeklemmt, daneben […]
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Obwohl nun bereits wieder ein paar Tage her, habe ich am 3. August mein zwei jähriges Überleben im chinesischen Reich der Mitte gefeiert. Und gibt es doch nichts schöneres zu einer Feier, als ein grosses Geschenk? Ja, so viel Materialismus habe ich mir also über diese zwei Jahre schon von den Chinesen abgeguckt. Allerdings kam dann das Geschenk als Direktimport aus der Schweiz, aus Fleisch und Blut daher. Richtisch, Löni und Debbie sind auf Besuch. Aber hat mir diese Halbzeitglock doch was zu denken gegeben. Konkret heisst das, der Zenit ist überschritten. Jetzt ist quasi der 21. Juni, der längste Tag. Das ging mir wie die Glühbirne über dem Kopf auf. Macht das Sinn? Nein? Was ich im Kopf gemacht habe, kam einem anderen Künstler, wenn auch auf eine andere Art und Weise, auch in den Sinn. Dieser durfte sein Werk auch gleich im Künstlerviertel ausstellen. Immer wieder eine Freude, was es in diesem Quartier alles zu entdecken gibt. Ebenfalls und immer wieder für Überraschungen gut, ist das Wetter. Wo mal kleinere Stürme, Ausläufer des Taifuns “Muifa”, angekündigt waren, folgten lediglich ein paar wenige Tropfen Regen. Dies doch sicherlich gute Nachrichten für diejenigen, welche der Kraft der Natur voll ausgesetzt […]
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Im Bett mit Chinesen

by marco· August 02, 2011· in Beijing, Botschaft· 0 comments tags: Ikea, Pool, Rivella
Darüber, dass ein Besuch bei der Ikea in Beijing, als Touristenattraktion durchgeht, wurde ja bereits berichtet. Das Schauspiel, wie sich die Chinesen in den wie Kulissen aufgebauten Wohnungen gleich zu Hause fühlen und sich auch demnach benehmen, ist äusserst amüsierend. Die scheinen sich nicht zu schinieren, ihre dicken Bäuche auszupacken und so im Liegesessel ein bisschen zu ruben. Oder einfach mal alle Viere von sich zu strecken und sich ein kleiner Nuck auf dem Ausstellungsbett zu gönnen. Dieses Spiel haben wir nun noch ein bisschen weiter gezogen und testeten, wie tief die Chinesen wirklich in ihren Träumen versinken. So pflanzte sich unser Versuchskanninchen ganz kuschelig neben das Opfer. Dieser liess sich davon auch gar und null Komma nichts beirren, und träumten seelenruhig weiter. Ob er nach dem Erwachen seinen Freunden von traumhaften Träumen erzählte, die er unverdienterweise nur auf das Bett zurück führte, Ikea jetzt Dank der lauffeuerartigen Verbreitung von Neuigkeiten in China eine abartigen Gewinn nur wegen diesen Betten schreibt und sie nun ihre spotbilligen Kissen für noch unverschämtere paar Rappen weniger verkaufen können, dass dann auch wirklich gar niemand mehr etwas daran verdient, ausser der Boss und seine Boni-Genossen, sei dahin gestellt. Wir jedenfalls hatten unseren Spass, auch […]
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Bule!!! Zuerst begriffen wir nicht so recht, was die Kinder in einem Dorf am Rande unserer Insel in Lembeh damit meinten. Wir verstanden nur “Poulet” wie Huhn, und begriffen erst später, dass wir eierweissen Touristen damit gemeint waren. In vielerlei Hinsicht waren wir in diesen Ferien fremde Besucher. Allem voran unter Wasser, wo uns einmal mehr das unglaubliche und unfassbare Spektrum des Meeres präsentiert wurde. In der ersten Woche, brachte uns die “Expressair”, mit einem Airbus aus der ersten Generation, mit ein paar Zwischenstopps verteilt über ganz Indonesien, nach Sorong. Von dort aus stiegen wir um auf ein hobbymässig, zusammengeflicktes Boot und dieses brachte uns mitten ins Paradies. Ist ja mittlerweile ein bisschen ein in die Jahre gekommener und oft missbrauchter Begriff: das Paradies. Aber ich wage jetzt zu behaupten, dass diese Insel mit Namen Kri, im Gebiet Raja Ampat, dieser Bezeichnung ganz nahe kommt, wenn nicht sogar voll ins Schwarze trifft. Die Gegend absolut unberührt. An der Grenze zu Papua Neu Guinea, nur ein paar hundert Kilometer von Australien entfernt, eine Inselgruppe am Arsch der Welt. Vereinzelt ein paar Dörfer mit Einheimischen, und irgendwo zwischen Meer und Dschungel, wir. Das Meer in einem blau, das man von dessen Anblick […]
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Vor mir steht ein kühles Bintang Bier. Ferien! Ein paar Vögel haben mich nach Jakarta, Indonesien getragen, wo ich nun auf die Ankunft von Bluts- und sonstigen Brüdern warte. Der Flug bot teilweise spektakuläre Sichten auf scheinbar willkürlich zusammen gewürfelte Wolkenformationen. Schön wieder auf Reisen zu sein. So durfte ich bereits die korrupte Art Indonesiens miterleben. Man muss wissen, hier gibt es sogenannte “Visa on arrival”. Praktisch und unkompliziert. Dieses Visa kostet auch was. Einen Betrag, den man vor dem Zoll zu bezahlen hat, und dann mit dessen Quittung den Visasticker in den Pass bekommt. Ein Chinese hat es leider verpasst, diesen Betrag zu begleichen. Um nicht nochmals die ganze Runde anstehen zu müssen, welche doch etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, entschied er sich dem Zöllner einen roten 100 Hong Kong Dollarschein entgegen zu strecken. Er verbarg es nicht einmal gross, die ganze Schlange konnte bei dem Schauspiel ungeniert zuschauen. Der Zöllner winkte im ersten Moment noch ab. Da zückte der Chinese einen zweiten roten Schein. Der Zöllner bliebt hart und schickte den Chinesen zur Kasse. Dieser jedoch blieb ebenfalls arrogant, hartnäckig und nahm also das ganze Bündel Scheine aus seiner Hosentasche. Er blätterte etwa 5 weitere Rote auf […]
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Raffiniert und geschickt gelangten ja die Kommunisten in China an die Macht. Und dieses geschichtliche Ereignis feiert nun seinen 90sten Geburtstag. Dies wurde mir in Erinnerung gerufen, als ich letzthin mal wieder auf dem Weg war zum “Egg”. Also, zu diesem eierschalenförmigen Konzertgebäude Pekings. Die kommunistische Partei liess es sich natürlich nicht nehmen, den Platz des himmlischen Friedens zu diesem Anlass ein bisschen zu schmücken. Im “national center of performing arts”, kurz dem NCPA, gastierten dieses Jahr erneut die Musikanten des Orchesters aus Luzern. Als einziger Besucher der Botschaft geglaubt, wurde ich überraschenderweise am Eingang von unserem Botschafter begrüsst. Dieser fand es lustig, dass ich von der Security, bei dem Versuch Wasser in der Hosentasche in den Konzertsaal hinein zu schmuggeln, aufgehalten wurde: “Mais vous devez savoir comment vous comportez Monsieur Tschuy”, meinte er nur augenzwinkernd. Phenomenal dann das Konzert! Die Musiker an sich schon hervorragend, aber für mich vor allem wegen der sensationellen Akustik in diesem Ei ein Spektakel. Obwohl scheinbar zahllose Musiker auf der Bühne sind, hat man das Gefühl von jedem einzelnen den Ton erfassen zu können. Alles rund um einem herum wird schwammig, wie am Meeresgrund, und man fühlt sich plötzlich ganz alleine mit dem Orchester. […]
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Manch einer von euch erinnert sich vielleicht noch an unseren Ausflug letztes Jahr, ins Hinterland Chinas, nach Zunhua (siehe Rural China). Diese kleine Reise ging letzte Woche in die zweite Runde. Denn wir Schweizer halten ja, was wir versprechen. NB: merkt man mir eigentlich an, dass ich auch Opfer davon werde und im Ausland weiter und weiter in die patriotisch, rot-weisse Abteilung rutsche? Eben, wir halten was wir versprechen und somit statteten wir Zunhua einen weiteren Besuch ab. Im Gepäck: 23 Computer zur Spende. Empfangen wurden wir, als hätten wir den ganzen Staat gerettet. Alle Lehrer der kleinen Schule standen erneut Spalier und applaudierten bei unserer Ankunft. Im Schulhof liefen wir zu Marschmusik ein und nahmen an einem langen Tisch, aufgestellt wie an einer Pressekonferenz vor der ganze Schule, Platz. Darauf kamen die Schüler. Militärisch liefen sie ein, jeder mit seinem Holzstühlchen unter dem Arm. Wer ein bisschen aus der Reihe tanzte, wurde von der Lehrerschaft unsanft zurück befohlen. Die Übergage-Zeremonie begann. Hände wurden geschüttelt, erneut Musik eingespielt, symbolisch wurde ein Computer, fälschlicherweise von mir in einem Druckerkarton verpackt, übergeben, jeder hielt eine kleine Rede, die von unserer Dolmetscherin übersetzt wurde, unser Diplomat verlass ebenfalls noch ein paar gut und […]
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Beine überall

by marco· June 20, 2011· in Beijing· 1 comments tags: Beine, Chinese, Schweiz
Der folgende Beitrag ist für Männer geschrieben. Aber nicht ausschliesslich. Nicht lang ist es her, da fuhr ich mit einem Freund in der Pekinger Geschichte umher, als wir an eine Kreuzung gerieten, wo wir gerade vor der roten Ampel stehen bleiben mussten. Ein weiterer, heisser Tag war vorbei. Die Dämmerung war herein gebrochen und die bratende Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Wir sagten beide nichts. Dachten aber wohl in dem Moment dasselbe. “Man sieht schon viele Beine hier.” durchbrach er die Stille. Und wahrhaftig. Wenn man so auf die Kreuzung vor uns schaute, sah man irgendwie nur Frauenbeine. Wie aus den Büchern vom magischen Auge, sprangen sie aus dem Bild hinaus. Da konnte einem schon fast schwindelig werden von. Die Chinesinnen, oder die Asiatinnen allgemein, müssen ja ihre Körper wirklich nicht verstecken. Oft ist da kein Gramm fett zu finden. Keine Falten. Und die Beine benötigen keiner Rasur, um seidig zu glänzen. “Doch haben sie absolut keine Rundungen!” beklagte sich einmal, ja kein Mann, sondern eine Kolumbianerin. So geben sich auch die Chinesinnen selten mit dem was sie haben zufrieden. Was nicht weniger oft zu auch unangenehmen Situationen führen kann. Zum Beispiel, wenn man an einem Tisch sitzt, wo sich […]
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