Nun denn, nach all dem Stuss, jetzt zurück zum eigentlichen Thema: Filmemachen. Da ist nämlich viel gegangen in den letzten Monaten. Während Paris in einem terroristischen Feuerwerk aufging, hatte ich die Ehre bei Gaumont Animation als Schreiberlehrling über die Schulter der professionellen Drehbuchautoren zu gucken. Die Shows orientieren sich an Jungs im wilden Alter. “Atomic Puppet”, ein Junge der mit seiner Marionette am Arm zum Superhelden mutiert, und “Furry Wheels”, ein Faultier, dass vor allem eins kann, in seiner Heimatstadt “Wheelopolis” aufs Gaspedal drücken. Der Produzent beider Shows: niemand geringeres als Disney. Ich finde mich in einem dieser berüchtigten “Writers rooms” wieder und habe zu Beginn vor allem die Aufgabe alles was gehirnstürmt wird, irgendwie festzuhalten. Das kann ganz schön stressig sein, vor allem wenn die Truppe in fahrt kommt und ein Gag nach dem anderen heraussprudelt. Nachdem ich die erste Scheue überwunden habe, kriege auch ich die Gelegenheit, meine Ideen einfliessen zu lassen. Was für ein Höhengefühl, wenn dann die eigenen Inspirationen auch tatsächlich im Final Script enden. Noch höher die Emotionen, wenn die ersten Ideen im Storyboard zum Leben erwachen. Am liebsten möchte man herausschreien: “Das war meine Idee!” Interessant ist es, hinter die Kulissen zu sehen und […]
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Aus mir wird noch ein echter Künstler. Ich fange an so richtig unzuverlässig Blogs zu schreiben. Und, Achtung Gefahr, ich verfasse sie jetzt auch noch unchronologisch. Denn eigentlich bin ich ja noch ein Eintrag zu meiner Zeit als Schreiberling bei Gaumont schuldig, ziehe jetzt jedoch einen Urlaubs-Beitrag vor. Denn der kommt frisch und heiss aus dem Ofen, obwohl er vom hohen Norden kommt. Nämlich Russland. Andere Kultur, neues Abenteuer. Gesagt, getan; für Ostern fanden wir uns in St. Petersburg und Moskau wieder. Klischees über dieses Land gibt es ja unzählige. Bestätigt wurden ein paar, aber wiederum ein paar andere widerlegt. Tischen wir sie hier auf, so wie wir sie erlebt haben. Vodka Bei uns schon beim ersten Abendessen auf dem Tisch. Serviert wird das Gläschen mit Gurken und Preiselbeersaft. Die Gurken um den Geschmack zu hemmen, und der Preiselbeersaft einfach weil Preiselbeersaft auch was sehr russisches ist. Ich will das Gläschen mit dem klaren und alkoholreichen Elixier gleich exen, werde aber freundlich darauf hingewiesen, dass man dies hierzulande schlückchenweise geniesst. Wo uns nach einem Gläschen schon die Birne dreht, bestellen die Russen das im Literkrug. Vielleicht mit Preiselbeersaft, aber sicherlich ohne Gurken. Das Getränkt bleibt uns ein stetiger Begleiter über […]
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Paris Pulverfass

by marco· February 01, 2015· in Allgemein· 0 comments
Eigentlich war ich darauf und daran einen Blog zu verfassen, über das idyllische Bergkaff Chamonix, die Weihnachtszeit, Neujahr, Friede- Freude- Eierkuchen halt. Dann aber hats geknallt. Und aus Friede- Freude Eierkuchen wurde: Terror- Chaos- und Charlie. Es war ein anstrengender Jahresstart, in vielen Belangen. Ich beginne mein neues Praktikum bei Gaumont Animation als Assistent des Story Editors. Der dritte Tag ist sogar für den winterlichen, Pariser Standard sehr trüb. Dichter Nebel umhüllt die Häuser und obwohl es nicht wirklich regnet, bin ich auf dem Fahrrad patsch-nass. Es liegt was in der Luft. Kurze Zeit später kommt es zu der Schiesserei in Paris. Die Neuigkeiten gehen natürlich um wie ein Lauffeuer und plötzlich kleben alle an den News. Zugegeben, wenn man liesst das ein paar Amok laufen und sich ihr Tatort in ca. 10 minütiger Entfernung vom eigenen Büro befindet, läuft es einem schon kalt den Rücken runter. Am Mittag traut sich keiner so recht raus. Man schleicht sich um die Ecke in den nächsten Supermarkt. Ab jedem Hupen schreckt man auf. Die sonst unbeachteten Sirenen der Polizei in der Ferne, versetzen einem jetzt in Alarmbereitschaft. Die Stimmung ist bedrückt. Am Abend gehen wir in die nächste Bar, mit dem Ziel […]
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Kunst mit Tennis

by marco· December 02, 2014· in Paris, Travel· 0 comments tags: Federer, London, Masters, Tennis
Nun sind wir also eine der wenigen Nationen, die die Davis Cup Schüssel im Regal haben. Angefangen hat diese Geschichte aber nicht sonderlich gut. Vor ziemlich genau einem Monat waren wir nämlich am Tennis Turnier in Paris Bercy. Natürlich sind wir nicht einfach so zum Plausch dahin, sondern eigentlich um Federer auf seinem Weg zur erneuten Poleposition anzufeuer. Diese Pfeife hat es aber nicht einmal in die Halbfinals geschafft. Beleidigt durch diese Viertelfinal Niederlage, waren wir eigentlich darauf und daran, unsere Tickets gleich wieder zu verkaufen. Irgendeinmal kriegten wir uns aber wieder ein und sind dann schlussendlich trotzdem zum Stadion gepilgert. Was wir zu sehen gekriegt haben, war eine Aufschlagschlacht der langweiligeren Sorte zwischen Raonic und Berdych. Ass / Aufschlag – Winner / Aufschlag – Fehler. Dies in etwa alle möglichen Punktevarianten in diesem Spiel. Darauf folgte das zweite Spiel dieser „B Klasse – Spieler“, wie es Sarah so schön beschrieben hat. Nämlich das von Nishikori gegen Notabene die Nummer 1 der Welt, Djokovic. Tja, in der A Klasse bewegt sich aus Schweizer Sicht halt einfach nur einer. Es ist immer Eindrücklich live Tennis zu schauen. Wie der Djoker quasi jeden Ball im Spagat zurück schlägt ist unterhaltsam. Leider aber […]
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Seit gut einem Jahr bewege ich mich nun schon in Paris. Und gestern hatte ich das schrägste Erlebnis soweit. Die Franzosen sind Karnivoren. Das ist kein Geheimnis und auch nicht weiter schräg, aber es wurde mir auf sehr komisch Art und Weise vorgeführt. Wir laufen per Zufall an ein Ereignis hin, das sich „Les rencontres made in viande” nennt. Oder anders ausgedrückt, ein Fleisch-Festival. Es wird gratis Fleisch aufgetischt. Nur Fleisch, nichts sonst. Und wo ich noch geglaubt habe, dass die Chinesen Könige des Gratis-Konsums sind, werde ich hier eines besseren belehrt. Das Fleisch wird auf einem Plateau serviert und einfach auf einen der langen Tische gestellt. Und dann kommen sie, die Leute. Meine Sport-Kollegen geben sich zuerst noch zurückhaltend und lassen den anderen wie es sich gehört freundlich den Vortritt. Bis sie plötzlich realisieren, dass wenn sie nicht gleich zugreifen, das ganze Fleisch schnurstracks weg gefressen ist. Sie ergattern von den etwa 2 Kilo Fleisch, noch gerade ein paar wenige Gramm. Der Rest ist von einer Meute Fleischfressenden Barbaren verschlungen worden. Dieses Schauspiel wiederholt sich etwa 3 mal. Und wieder und wieder kommen die Leute wie Zombies an geeilt auf der Jagd nach Frischfleisch. Der Vergleich mit Tauben, die […]
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Ich war eigentlich kurz davor, den an Paris hängenden Ruf, sehr unfreundliche Bewohner zu haben, zu dementieren. Diese Meinung hat sich nach den letzten Wochen drastisch geändert, leider. Wir waren an einem Konzert. Es war das Konzert der beiden Popgrössen schlechthin im Moment: Beyoncé und ihres Gatten Jay-Z. Schon auf dem Hinweg wird schnell einmal klar, wir hätten in Trainingshosen kommen sollen. Zugegeben, das war zu erwarten. Vor unserem Eingang schlängelt sich eine Schlange um das halbe Stadion. Wir haben Sitzplätze, sind jetzt aber irgendwie trotzdem am stehen. Top Organisation! Wir kommen zum Security-Check. Vor mir ein Fass von einer Sicherheitsdame. Sie schaut mich an und fragt mich, ob ich eine Frau bin. Meine französisch Kenntnisse sind nicht schlecht, doch wenn bei Lärm ultra schnell auf mich irgendwas eingelabbert wird, kann ich noch meine Mühen haben. Ich check ich im ersten Moment also nicht, was das Fass will. Da fragt sie nochmals, diesmal einfach ein bisschen lauter. Ich check immer noch nicht, und versuche irgendwie ihren Witz zu verstehen. Da fängt sie an mich so richtig zusammen zu scheissen, bis der Security-Guard nebenan Mitleid mit mir kriegt und mir in normalen und verständlichen Worten erklärt, dass ich in der Frauenschlange […]
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Ich bin ja jetzt Student, und so wie ich das immer empfunden habe, haben Studenten vor allem eines. Viel Ferien! Ich wage sogar zu behaupten, dass die noch mehr Ferien haben, als die Bundesangestellten. Bisher habe ich von diesem Lebensstil noch nicht sooo viel gespürt, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl ich arbeite so viel wie nie zuvor. Trotzdem hat es jetzt aber gereicht für richtigen Urlaub. Und richtiger Urlaub für uns ist, wenn man eine Reise tut. Der Drang nach Exotik und exotischen Viechern über und unter Wasser übermannte uns. Und so traten wir diese Reise an, die uns uns in alt bekannte Gebiete brachte: nach Indonesien. Auf dem Hinweg mit der arabischen Paradeflotte, die sich nicht schiniert um 1 Uhr in der Früh noch Reis mit Curry zu servieren, legen wir einen Zwischenstopp in Dubai ein. Viel davon gehört, nie selber besucht. Es muss also ein eigenes Bild entwickelt werden. Für ein hochauflösendes Bild im Detail reichen ein paar Stunden leider nicht aus, und vielleicht ist das auch der Grund, warum mir die Stadt, nicht wie eine Stadt, sondern lediglich wie eine Hauptstrasse durch eine Oase in der Wüste vorkommt. Dieser Eindruck wird von der Aussichtsplattform des Burj […]
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Was haben Van De Walle, Disney, Hollande, Pharrell und Götze gemeinsam? Wäre da nicht der erste Name drin, wäre die Sache etwas einfacher, nicht? Nun, ich helfe euch auf die Sprünge: sie sind alle im Juli passiert. Mein letztes Projekt der Produktionsphase passiert als erstes. Dabei habe ich das Privileg, völlig auf eigene Faust zu agieren. Ich bin nämlich der „Making-of guy“. Also eigentlich der, der allen auf dem Set im Weg ist. Sollte allerdings die Dokumentation der Dreharbeiten gut ausfallen, wäre diese auch durchaus in der Lage, mehr Lorbeeren zu kriegen, als der eigentliche Film. In meinem Fall wage ich das jedoch zu bezweifeln, denn der Film, den ich notabene noch mitgeschrieben habe, könnte ganz gut werden. Es ist das erste Mal, wo ich an einem Set bin und das Gefühl habe, so könnte es in „echt“ aussehen. Das Team ist fokussiert und schnell, die Schauspieler perfekt besetzt und äusserst professionell. Auch wenn man das zuerst nicht so recht vermuten könnte. Ein seriöses Interview krieg ich jedenfalls mit keinem der Stars richtig hin. Die Schauspieltruppe versteht sich gut untereinander und hat ein richtiges Gaudi. Der Unterschied dann hier zu den anderen Sets, sobald es für diese Schauspieler heisst: „ready […]
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Plötzlich rattert und pfeift die Kamera und dann wird es gespenstisch still auf dem Set. Es ist klar, da ist was schief gelaufen. Der Blick des Kameramannes ist besorgniserregend. Der Regisseur verliert seine Farbe, und fängt an zu schwitzen. Es ist ein spezielles Set, denn der Film den wir drehen, drehen wir nicht digital, sondern auf dem immer seltener gesehenen Medium Film. 35mm soll es sein. Alte Schule. Die Kamera so alt wie ich. Ein Prachtstück, dass als unzerstörbar gilt. Die Stimmung auf dem Set: konzentriert und fokussiert. Für jede Szene haben wir nur etwa einen Versuch, den der Vorrat an Film ist abgezählt. Die Schauspieler dürfen sich nicht verplappern, eine unscharfes Bild auf Grund eines misslungenen Fokus wäre verheerend, ein Fehler in der Kontinuität unverzeihbar. Und das ist mein Job hier. Ich bin der sogenannte „Script Consultant“. Meine Verantwortung liegt darin, sicher zu stellen, dass der Film zusammen geschnitten werden kann, dass die vorangegangene Szene auf die nächste passt, dass beim Schauspieler von der ersten bis zur letzten Szene gleich viele Hemdknöpfe zu sind. Eine etwas unterschätze Position, gerade speziell wenn wir auf Film drehen. Für jede Szene muss ich haargenau die Zeit nehmen, denn das Museumsstück von einer […]
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Da arbeitet man Monate auf ein paar Tage hin, plötzlich sind sie da und noch viel schneller auch gleich wieder vorbei. Es ist passiert, ich habe meinen ersten Film abgedreht. Die paar Wochen vor dem „Shoot“, wie wir den Dreh so schön nennen, wurden auch regelrecht auf uns eingeballert. Irgendein Klugscheisser hat mal gesagt: plane für das Schlimmste, hoffe auf das Beste. Bei uns war irgendeinmal nur noch hoffen angesagt. Angefangen hat es mit den Castings. Es ist unsere letzte Auswahl-Session, die sogenannten „Call-backs“. Von den rund 20 weiblichen Darstellerinnen haben wir deren 4 Besten nochmals eingeladen. Die Wahl fällt leicht und die Rolle ist schnell besetzt. Die männlichen Darsteller hingegen sind schwieriger auszuwählen und wir haben nur gerade 2 vorselektioniert. Einer davon glücklicherweise mein klarer Favorit. Und genau der taucht nicht auf. Ein Schauspieler mit Starallüren: irgendeinmal schreibt er mir, er habe keine Zeit für die „Call-backs“. Ich könne ja einfach das Videomaterial von der ersten Session anschauen und ihm bitte bis zum selbigen Abend Bescheid geben. Er habe schliesslich auch noch andere Projekte. Beinahe eine Schande zu gestehen, dass dieser arrogante Herr noch den roten Pass auf sich trägt. Nun denn, Fakt ist, ich habe nur noch einen […]
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