Blitzblanke Zirkusreife

marco · September 26, 2011 · Beijing, Chineese Culture · 1 comments

Tattoos sind in China in. Da passe ich mit meinem Haifisch voll ins Schema.
Wo ich jedoch noch auf eine saubere Nadel setzte und darauf achtete, dass die Umgebung, wo ich meinen für immer währenden Schmuck eingravieren lassen würde, Krankenhaus steril war, scheint dies die Chinesen kaum zu kümmern.
Das wird mir seit geraumer Zeit, jeweils auf meinem Nachhauseweg, deutlich vorgeführt. Da hat es einen äusserst populären Tattoo-Artisten. Um wohl der grossen Nachfrage gerecht zu werden, müssen manche Kunden auf der Strasse dran glauben. Diese scheinen jedoch, wie man auf dem Foto schön sieht, damit vollends zufrieden. Die kümmert es kaum, dass da ein paar Millionen Feinstaub-Partikel gleich mit eintätowiert werden. Geschweige denn von den unzähligen Haaren, der umherstreunenden Katzen. Oder den Fettatomen von der Würstchenbude nebenan. Oder den Brotkrümel der typisch, asiatisch übersüssten Brote des Bäckers auf der anderen Seite. Oder das bisschen DNA von der Nadel, die vorher beim Kollegen über die Haut surrte, kann ja auch nicht schaden.
Dem Kunden gefällts und der Artist kann sich vollends ausleben.

Ebenfalls ausleben tut sich zur Zeit der Artist Rupert Shrimp. Der übt gerade für den Zirkus.
Lange musste ich wer weisen, ob ich dieses Video nun wirklich publik machen möchte. Denn ich bin mir sicher, einige werden denken, ich sei unter die ganz gemeinen Tierquäler gegangen.
Deshalb möchte ich hier klipp und klar festhalten, dass sich diese Kunststücke Rupert Shrimp selbst beigebracht hat. Die hat ihm weder jemand vorgeführt, noch erklärt. Schaut selbst. Was langweilig wirkt, endet spektakulär.

Als ich diese artistische Meisterleistung zum ersten mal sah, rannte ich voll in Panik um Ruperts Leben, wollte schon erste Hilfe leisten und ihm per USB Kabel ein paar Elektroschocks verpassen, drehte ihn zurück auf seinen Bauch und schimpfte gehörig mit ihm. Dumm wie er ist, zog er das gleiche Spiel im Halbstundentakt weiter. Von wegen Todesangst. Der kann sich gut selbst helfen. Ich stand schon gar nicht mehr auf und liess die Schildkröte unbeachtet. Soll der doch. In Peking laufen und fallen die Dinge halt etwas anders.

1 Comments:
  1. Moment mal, was ist denn das für ein Terrarium? Da könnte man doch glatt auf die Idee kommen, dass das Ding viel zu klein ist??

    S. L. aus U. · September 27, 2011

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