Batu Bolong

marco · August 05, 2010 · Allgemein · 0 comments


Batu Bolong!
Eine Legende unter allen Divespots.
Dabei ist es nur eine Steinspitze, die aus dem Meer ragt.
Dies jedoch an einer Stelle, wo das Meer seine Launen kaum unter Kontrolle halten mag und eine Strömung ihre Stärke zeigt, wie der Athlet beim Gewichte heben um die Goldmedaille.
Die Wassermasse prallt an den Stein, spaltet sich dort auf beide Seiten, zieht, wirbelt und reisst herum um etwas weiter vorne wieder zusammen zu kommen.
Im Schatten dieser reissenden Masse, ein Platz der idylischer nicht sein könnte. Und da geht man tauchen.
Wildwassermässig geht es an der Oberfläche zu und her. Gar das grosse Boot kann diesen Verwirbelungen nicht recht stand halten und wird herum gerissen, wie es den Launen des Meeres passt. Wirbel zieren die Wasseroberfläche, welche androhen einem in die Tiefe zu ziehen.
Falls man in der Strömung endet, wo man dann landet, frage ich.
Wenn überhaupt, dann irgendwo in Australien, kommt die Antwort.
Doch kaum ist der Kopf unter Wasser, ist die Gefahr vergessen. Auf Anhieb sieht man unzählige Fische in den verschiedensten Variationen. Ein grosser Napolensfisch kommt neugierig vorbei schauen, scheinbar stolz uns als erster entdeckt zu haben. Eine Schildkröte fordert mich zum Tanz heraus. Und auf knapp 30 Metern Tiefe setze ich meine Hand, zuerst unbemerkt, neben einem kleinen Haifischbaby auf, dass sich unter einer Koralle versteckt hält.
Einzig das laute Knistern ist auffallend. Von diesem wurden wir gewarnt. Es klingt wie frische Rice Crisppies in der Milch und sollte es markant lauter werden, sei man zu nahe an der Kante zur reissenden Strömung.
Doch im Schatten des Batu Bolongs lassen einem die Farben und das Fischgetummel den vorangegangenen Nervenkitzel komplett vergessen.

Wie schon erwähnt, hat Komodo auch überwasser einiges zu bieten.
So liessen wir an unserem letzten Abend auf dem Boot, in einer Bucht umgeben von einem Mangroven Dschungel, den Anker hernieder und warteten auf ein Naturspektakel, wie uns angekündigt wurden.
Nachdem sich die Sonne im farbenprächtigsten Sonnenuntergang einkuschelte, machten sich plötzlich aus dem Dschungel etliche Fledermäuse hinaus auf die Jagd.
Aus diesen etlichen, wurden Hunderte.
Aus diesen Hunderten, wurden Tausende.
Und aus den Tausenden, wurden Millionen.
Für sicherlich 20 Minuten, war der Himmel zugedeckt von unzähligen Fledermäusen, die aus ihrem Schlaf hinaus flogen um das Leben von Fliegen und sonstigem Ungeziefer schwer zu machen.

Zum krönenden Abschluss folgten ein paar Tage in Kuala Lumpur.
Ich bin absolut vorbelastet, was diese Stadt betrifft. Wie ein zweites (oder mittlerweile drittes?) zu Hause kommt sie mir vor. Und es ist schön zu sehen, dass sich diese Stadt, in 4 Jahren nicht unerkennbar verändert hat.
Okey, das Guesthouse in welchem ich lange Zeit hauste ist mittlerweile zu einem Puff verkommen, und die Taxifahrer sind noch viel die übleren Abzocker geworden, aber die Kanten und Rundungen der Stadt sind die gleichen geblieben und das Tiger Beer bleibt brüllend gut.
Alle reden immer von Bangkok, Shanghai, Hong Kong und Peking. Vergesst dies!
Geht nach Kuala Lumpur. Denn nirgends issts es sich so gut beim Inder in der Theke, trinkt es sich so gemütlich beim Muslim um die Ecke, geniesst sich das Bier so gelassen beim Chinesen über die Strasse, oder gibt es so viel Stuss zu besprechen wie beim Buddhisten im Taxi.
Somit vermochte auch diese Stadt ungenierte Gesten aus uns heraus zaubern und neue Freunde finden.

Selamat jalan Kuala Lumpur!

Leave a Comment!

Your email address will not be published. Required fields are marked *