Auf steile Art fantastisch

marco · April 03, 2013 · Chineese Culture, Travel · 0 comments

Wir sind an einem fantastischen Ort.
Avatar, der Film, kennsch?
Wir sind genau da, wo sie im Film auf ihren Flugesel zwischen den Pinnacles umher kurven.
Die Inspiration zu jener Szene hat James Cameron in China erlangt, auf dem gelben berg, dem Huangshan.
Und hier haben wir angefangen, zu glauben.

Simon ist zu Besuch. In Shanghai empfangen und gebührend Willkommen geheissen, sind wir fürs Osterwochenende in die Berge verschwunden.

Der Flieger bringt uns vorerst nach Tunxi. Süsses dörfchen am Fluss. Wo andere ihr Wahrzeichen nur beleuchten, haben sie hier auf dem Stadtturm gleich einen Laser montiert. Es flitzen im Sekundentakt hellgrüne Strahlen über den Tunxiner Nachthimmel und sorgen für ein modernes Spektakel. Modern trifft klassisch durch die Mitte der Stadt, wo sich die “Lao Jie”, eine alte Strasse zieht. Die kann sich sehen lassen. Für einmal haben sie hier nicht übertrieben mit Kitsch und die Strasse idylisch im alten Stil erhalten. Da zeichnet der Opa seine Zeichen, das Kind spielt mit dem Hund bis der knurrt und die Mama mantscht den Chili zu Mus. Die Gassen sind von charmanten Beizen geziert und die Leute lauschen dem Strassenmusikanten auf dem Platz. Ein unterschätzter Transit auf dem Weg zum Huangshan.

Tunxi

In aller Herrgottsfrühe reisst uns der Wecker in Tunxi aus den Federn. Der Grund ist nicht der Drang zur Ostereiersuche, sondern der uns abholende Bus in das Gebiet des gelben Berges. Zahlreiche Filmcrews veriirten sich bereits in diese Ecke. Unter anderem auch Ang Lee für sein Meisterwerk ‘Crounching Tiger Hidden Dragon’.
Wenn sich die Strasse mit den schwindelerregenden Klippen zur Seite nach oben schlängelt, wird auch sofort klar weshalb. Die Landschaft ist schlichtweg atemberaubend.

Etliche hat die Landschaft in die inspiration getrieben. Unter anderem auch die Namensgeber der umliegenden Berggipfel. Die glattgefegten, hellbraunen Bergspitzen tragen allesamt namen wie:
Die goldene Schildkröte im Himmel / Die blühende Blume auf der Pinselspitze / Der Affe, der aufs Meer gafft
Und sind wir einmal neben dem mit Megafon ausgerüstete Gruppenführer vorbeigehuscht und oben angekommen, wird es noch besser. Hier wartet der “beginning to belief peak”.
Angepriesen wird die steile Treppen nach oben mit folgenden weisen worten:

fantastic

Es wird aber nicht zu viel versprochen. Der erste richtige Ausblick in die Bergspitzen ist atemberaubend und einmalig. Tatsächlich ist man plötzlich der Protagonist in einem fantastischen Abenteuer und fühlt sich von den schwindelerregenden Steintürmen links und rechts inspiriert.

beginning to belief

In der zweiten Tageshälfte wird der Berg seinem Spitznamen “Misty Mountain” ganz gerecht. Wir werden von einer Wolke verschlungen. Auf unserem Weg zur “himmlischen Spitze”, finden wir uns in der Märchenwelt eines Tim Burton wieder. Die knorrigen Bäume und die breiten Deckel ihrer Krone, zeichnen mit ihren Ästen Muster in den Nebel.

Nebel

Wir begegnen vielen Kurieren, die auf einer Gabel aus Bambus das Essen und andere Ware in die Hotels schleppen. Die Organisation für die Millionen von Besuchern sicher keine einfache.
Doch, sie ist defintiv besser als anderen Orts. Vor allem die Pflege des Parks ist beeindruckend. Müll liegt quasi keiner rum. Mülleimer sind überall anzutreffen und sind in einem Steinkrug schön integriert in die Natur. Rostige Geländer gibt es hier nicht, denn die sind allesamt, wie auch die Wasserleitungen, getarnt alt Äste oder Baumstämme.
Und zum ersten Mal in meinem Leben, sehe ich einen Chinesen seinen Müll vom Boden aufheben und fortschmeissen.

Der Wecker haut uns wieder zum Bett hinaus. Diesmal noch eine Stunde früher und noch bevor die Sonne über den Horizont guckt. Das der Witz des ganzen, dem Sonnenspektakel auf der “Spitze zum Löwen” beizuwohnen. Leider herrscht Wetter wie im Herbst im Schweizer Seeland. Dicker Nebel. Aber auch das hält die Chinesen nicht davon ab, mit uns zur Spitze zu wandern. Dick eingehüllt warten wir auf ein Wunder.
Tatsächlich, kurz nach Sonnenaufgang lichten sich die Wolken etwas und enthüllen eine mystische Landschaft.

Eine knappe Stunde später zeigt sich über uns der strahlend blaue Himmel.
Mit der Sicht einer von Wolken gesäuberten Atmosphäre machen wir uns auf zum “West sea canyon”. Und da wird es spektakulär phantastisch.
Ihr kennt vielleicht der Herr der Ringe (das letzte Filmbeispiel, dass hier die Inspiration gefunden hat, versprochen), da turnen die Helden in den Minen von Moria herum. In etwa so könnt ihr euch die Treppen, die durch die Schlucht vom Westmeer führen, vorstellen. Enge Wege, hinein montiert in die nackten Steinwände, schlängeln sich in atemberaubender Höhe hinunter ins Tal. Unter einem nichts als ein abartiger Abgrund. Mancher Orts so steil, das man sich Treppentritt für Treppentritt auf dem Po vorwärts bewegen muss. Von der Anstrengung und der unsäglichen Höhe, fangen die Beine an zu schlottern.
Ein unglaublich fantastischer Wanderweg, durch ein einmaliges Naturschauspiel.

me_huang

Der Huangshan, hier fängt man tatsächlich an zu glauben, an die Schönheit der Natur und an das Land China als top Reisedestination.

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