Alles Theater

marco · November 14, 2009 · Allgemein · 3 comments

Kritik wurde laut!
Kritik, dass nicht mehr ganz so regelmässig ein neuer Blogeintrag auf meinem öffentlichen Tagebuch erscheint.
Dafür möchte ich mich eigentlich nicht entschuldigen, sondern mich erklären.
Da ich mittlerweile nicht schlecht vom pekinger Fahrtwasser erfasst wurde und nun schon quasi in der Mitte des Flusses schwimme, bleibt mir schlicht nicht mehr ganz so viel Zeit zum schreiben, wie es Anfangs mal der Fall war.
Nehmen wir diese Woche als Beispiel.
An keinem Abend kam ich dazu neugeschriebenes zu publizieren, nein moment, stimmt zwar nicht ganz, an einem Abend hatte ich Zeit und prompt fand sich eine neue Geschichte elektronisch per Falschenpost übermittelt.
Aber besucht den Seefahrer im fernen Osten nur weiter, euch tuts gut und mir gibt es ein Hobby.

Übrigens, hier weihnachtets sehr.


Es hat wieder geschneit, saftige 10cm, diesmal vielleicht gar göttlich und nicht chemisch.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so in Weihnachststimmung war. Hat wohl mehrere Gründe, nur noch 4,5 Wochen bis zu meiner ersten Rückkehr, der Schnee, die Kälte und das erste Fondue der Saison.
Wahrhaftig, wir hatten hier das erste Fondue!
Neinnein, kein Hotpot, wie man hier das berühmt, berüchtige “Fondue-chinoise” nennt, nein, so richtig mit Käse, moitiémoitié, Brot in Kirsch getunkt und bei Brotverlust gesungen!
Fehlen nur noch die Geschenke und dann kann Weihnachten kommen.

Jetzt noch eine Frage zum Schluss:
Was haben Schiller und Peking gemeinsam?
Genau, sprachlich verstehen sie sich nicht.
Trotzdem ist es zum 250. Jubiläum von Schiller so, dass er es mit seinem Stück “Kabale und Liebe” nach Peking geschafft hat.
Wir fanden uns also gestern im Theater wieder (in Peking) wo ein deutsches Stück (in Peking), in deutscher Sprache (ja, immernoch in Peking), mit deutschen Schauspielern (PekingPeking), aber mit chinesischen Untertitel (Peking I love you) aufgeführt wurde.
Sehr dramatisch das ganze. Da steckte so viel Drama drin, dass mir die Augen zu gefallen sind. Aber der Schlaf kam nicht vollends über mich, genau wie die Akteure auf der Bühne für ihre Gefühle kämpften, kämpfte ich gegen den Schlaf und, im Gegensatz zu dem Liebespaar der Aufführung, gewann den Kampf.

Mitten in meinem eigenen Kampf blickte ich kurz zu meiner Nachbarin und, man staune, sie hatte den Kampf verloren und war dem Schlaf komplett verfallen. Fehlte nur noch der Sabber an der Lippe und das Bild wäre perfekt gewesen.
Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass sie schon 3 Jahre hier in Peking ist und ein paar chinesische Allüren wohl angenommen hat, so wahrscheinlich diese Gunst immer und überall schlafen zu können.

Und jene Stimmen, die jetzt laut werden und mich als “Banause” betiteln, weil ich während diesem weltberühmten und hochpikanten Stück gegen meinen inneren Sauschlaf ankämpfen musste, kann ich nur sagen, ihr habt ja recht, ein Banause bin ich und langsam noch ein chinesischer dazu.

3 Comments:
  1. Soso… Was natürlich viel mehr interessieren würde als der Schnee in Peking…: Wer ist denn die schlafende Nachbarin…?! Hä..?

    🙂

    Hän · November 14, 2009
  2. Genau!!! Ist doch sonnenklar warum der "Möchtegernchinese" nicht mehr zum Schreiben kommt!!!!! Aiaiai!!!! Und dann will er uns doch tatsächlich weismachen er gehe ins Theater….Dude, für wie doof hälst du eigentlich deine treue Leserschaft?

    BeTTSCHMAN · November 16, 2009
  3. Schon dieses Phallussymbol im Bild spricht eine überdeutliche Sprache!!! Abersowasvon!!!

    BeTTSCHMAN · November 16, 2009

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